Top-Platzierung für Höck

Vinzenz Höck

Höcks Traum von Medaille erfüllt sich nicht.

Für Vinzenz Höck hat sich der Traum von einer Turn-WM-Medaille an den Ringen nicht erfüllt. Der 25-jährige Sterier klassierte sich im Gerätefinale der Titelkämpfe in Kitakyushu in Japan am Samstag an der fünften Stelle, nur ein Zehntelpunkt trennte ihn von Bronze. Mit 14,733 Punkten kam er nicht ganz an seine Qualifikationsmarke (14,766) heran. Im Vorkampf war Höck ex aequo Dritter gewesen. Den Titel sicherte sich überlegen der Chinese Lan Xingyu mit 15,200 Punkten.

Vizeeuropameister Höck hätte sich im ersten WM-Gerätefinale eines österreichischen Turners gegenüber der Qualifikation steigern müssen, um die erste WM-Medaille für den ÖFT seit Trude Kolar 1950 zu erreichen. Das gelang knapp nicht, enttäuscht war der Wahltiroler aber nicht.

„Wenn mir vor der WM jemand gesagt hätte, dass ich Fünfter werde, hätte ich es mit Handkuss genommen. Doch jetzt habe ich schon etwas gemischte Gefühle, weil ich so nahe an der Medaille dran war, es schließlich nur um ein Zehntel gegangen ist. Doch die Freude überwiegt natürlich. Ich habe jetzt definitiv Lust auf noch mehr.“

Vinzenz Höck

Leimlehner lobt Höck: „Phänomenale Leistung“

Lan hatte seine Bestmarke schon vor Höcks Übung fixiert, dahinter lag das Duo Salvatore Maresca (ITA) und Grigorij Klimentjew (RUS) mit je 14,833. Weltcup-Sieger Höck kostete ein kleiner Schritt nach der Landung wohl Edelmetall, nach ihm schaffte es Marco Lodadio (ITA) noch auf den Silberrang (14,866). Titelverteidiger Ibrahim Colak (TUR/14,666) ging als Sechster wie Höck leer aus.

ÖFT-Kunstturner-Sportdirektor Fabian Leimlehner meinte, er sei stolz auf Höck und dessen Trainer.

„Wir sind nun da angekommen, wo wir hinwollten und wo Vinzenz hingehört. Er hat bei dieser WM eine phänomenale Leistung gebracht und seine Übung zweimal wirklich hervorragend auf dieser Weltbühne präsentieren können.“

Vinzenz Höck

© sport.orf.at // Foto: ÖFT – Simone Ferraro

Höck im Ringe-WM-Finale

Vinzenz Höck

Vinzenz Höck erreicht erstmals das Ringe-Finale einer Turn-WM.

Österreichs bester Kunstturner hat am Mittwoch in Kitakyushu (Japan) wie erhofft erstmals das Ringe-Finale einer Turn-WM erreicht: Vinzenz Höck zeigte als Dritter im Vorkampf eine souveräne Leistung, seine Kür gelang makellos. „Es ist mir heute perfekt aufgegangen, alles hat auf den Punkt gepasst. Ich bin überglücklich“, sagte der Vizeeuropameister des Vorjahres.

Mit 14.766 Punkten musste sich der 25-jährige Grazer nur den beiden Chinesen Lan Xingyu (15.266) und Zhang Boheng (14.866) geschlagen geben, allerdings punktegleich mit dem amtierenden türkischen Weltmeister Ibrahim Colak und dem Russen Grigorii Klimentev. Das verspricht ein extrem spannendes Finale der Top Acht am Samstag (12.00 Uhr MESZ).

„Als ich die Wertungen der beiden Chinesen gesehen hatte, wurde ich wirklich nervös und begann zu zweifeln. Aber dann habe ich alles auf eine Karte gesetzt, denn taktieren wäre unmöglich gewesen“,

sagte Höck.

„Das ist Österreichs erstes Turn-WM-Gerätefinale überhaupt. Unglaublich, was ‚Vinzi‘ heute abgeliefert hat, mir fehlen die Worte“,

war ÖFT-Kunstturner-Sportdirektor Fabian Leimlehner überwältigt.

„Er ist ein absoluter Vollprofi, kann mit dem Druck sensationell gut umgehen. Vinzenz ging als Allerletzter der kompletten WM-Qualifikation ans Gerät, noch dazu mit zwei Stunden Verspätung. Er wusste genau, dass er perfekt turnen musste, dass die Wertungen höher waren als bei jeder WM zuvor. Und dann knallt er sogar die drittbeste Kür hin. Ich gratuliere ihm und dem ganzen Team“,

meinte Leimlehner.

Benda darf noch auf Mehrkampf-Finale hoffen

Alexander Benda absolvierte indes endlich bei einem Großereignis einen fehlerfreien Mehrkampf auf persönlichem Topniveau. Der 24-jährige Grazer, der wie Höck als Heeressportler in Innsbruck lebt und trainiert, erreichte damit im insgesamt 194 WM-Turner starken Feld den 25. Rang. Also einer zu wenig für das Mehrkampf-Finale der besten 24.

Doch es könnte sich für Benda vielleicht doch noch ausgehen: Denn der WM-Wettkampf musste wegen zweier positiver Covid-19-Tests in Vorkampf-Subdivision 6 lange unterbrochen werden. Die Leistungen der Österreicher in der letzten Subdivision 8 beeinträchtigte das offensichtlich nicht. Einer der beiden positiv Getesteten liegt in der Mehrkampf-Rangliste vor Benda, und der Staatsmeister ist der offiziell erste Ersatzmann für den Medaillenkampf.

Ricardo Rudy (OÖ) gelang bei seinem WM-Debüt ebenfalls ein Mehrkampf ohne gröbere Fehler im oberen Bereich des Möglichen. Sein 32. Rang ist aller Ehren wert und ein großes Versprechen für die Zukunft. Xheni Dyrmishi (T) gelang seine Pauschenpferdkür leider nur gut, jedoch nicht optimal. Für den heurigen EM-Zehnten bedeutete dies am Ende den 33. Rang an seinem Spezialgerät.

© sport.orf.at / oeft.at // Foto: ÖFT – Simone Ferraro

Gesamt-Weltcupsieg für Höck

Vinzenz Höck

Herr der Ringe als Weltcupsieger.

Der Weltturnverband FIG veranstaltete während der Pandemie 2020 und 2021 insgesamt neun Kunstturn-Weltcups. Drei dienten der Olympia-Qualifikation, die sechs weiteren wurden in der „World Challenge Cup“-Serie zusammengefasst. Wie nun offiziell veröffentlicht, gewann der Steirer Vinzenz Höck diese über zwei Jahre laufende Weltcup-Gesamtwertung an den Ringen mit der maximalen Punktezahl. Eine österreichische Turner-Premiere.

„Wenn mir jemand vor einem Jahr gesagt hätte, dass ich den WCC gewinnen würde, hätte ich es ihm geglaubt. Aber dass es mir ungeschlagen mit vier Siegen gelingen würde, das hätte ich nie und nimmer erwartet“,

jubelt Vinzenz Höck.

Der 25-jährige in Innsbruck lebende Grazer Heeressportler betont dabei, dass ihm vor allem die beiden knappen Siege heuer im Frühling und im Sommer bei Top-Besetzung persönlich sehr viel bedeuten: „Sie haben mir gezeigt, dass ich bei den Großen angekommen bin und mich gegen die Allerbesten durchsetzen kann.“

Nächster Olympiazyklus im Blick

„Ich gratuliere Vinzenz und meinem Trainerteam herzlich zu diesem unglaublichen Erfolg. Vor allem freut es mich, dass Vinzenz sich somit nicht nur an der Weltspitze etablieren konnte, sondern mit dem Jahr 2021 definitiv als ,Rising Star‘ an den Ringen zu führen ist. Die Stabilität und Präzision, die er mit sich bringt, in Kombination mit einer fundamentalen strategischen Planung, ist der Schlüssel zu so einem Erfolg. Vinzenz kann nun auf diesem Grundstein den nächsten Olympiazyklus hervorragend in Angriff nehmen.“

ÖFT-Kunstturner-Sportdirektor Fabian Leimlehner

Für die Gesamtwertung des FIG World Challenge Cup 2020/21 wurden pro Turner:in die drei besten Ergebnisse addiert, wobei von Platz 1 bis 12 Punkte vergeben wurden. Vinzenz Höck nahm an vier der sechs Meetings teil, die er alle gewann. Für seine Siege in Ungarn im Herbst 2020, in Bulgarien und Slowenien 2021 scorte er jeweils 30 Punkte (für den ex-aequo-Erfolg in Kroatien 2021 gemeinsam mit Italiens Salvatore Maresca, gab es 27,5 Zähler), insgesamt demnach die maximal möglichen 90. Kairo im Frühjahr und zuletzt Mersin hatte Höck ausgelassen.

Medaillenkandidat in Paris 2024

Weltturnverbands-Präsident Morinari Watanabe hatte erst kürzlich betont, dass er Vinzenz Höck für einen Medaillen-Kandidaten bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris hält. Doch der Weg bis dahin ist noch weit – und er wird für Einzelgeräte-Spezialisten noch komplexer, als er es zuletzt schon war.

„Als mein nächstes Ziel steht die heurige WM in einem Monat in Kitakyushu, Japan, auf dem Programm. Meine Vorbereitung läuft auf Hochtouren und ich hoffe, an die letzten Leistungen anzuknüpfen. Ab dem kommenden Jahr wird das System gewechselt, dann muss man sich auch für die WM-Teilnahme erst international qualifizieren. Das wird über den Weltcup und die Kontinental-Meisterschaften abgewickelt, d.h., mein Plan ist es, mir so meinen WM-Startplatz 2022 zu sichern.“

Vinzenz Höck

Österreich 4-mal in den Top-10

Neben Vinzenz Höck hatten es 2020/21 sechs weitere Österreicher/innen zumindest einmal in die Weltcup-Punkteränge geschafft, womit sie nun in der WCC-Gesamtwertung aufscheinen. Marlies Männersdorfer (V) erreichte Rang 6 am Boden, 22 am Schwebebalken und 28 am Stufenbarren. Jasmin Mader (T) turnte auf Platz 8 im Sprungbewerb, 21 am Stufenbarren und 42 am Schwebebalken.

Alexander Benda (St) wurde Gesamtzehnter am Reck und 15. am Boden. Die beiden Pauschenpferd-Spezialisten Daniel Kopeinik (T) und Xheni Dyrmishi (T) rangieren auf den Plätzen 13 bzw. 35. Charlize Mörz (B) schließlich scheint auf Position 30 der Sprung-Gesamtwertung auf.

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3. Weltcupsieg für Höck

Vinzenz Höck

Vinzenz Höck und Alexander Benda rufen Top-Leistungen im Worldcup ab.

Im slowenischen Koper fand am ersten September-Wochende, einen Monat nach den Olympischen Wettbewerben Tokio 2020, wieder ein FIG World Challenge Cup statt. Es war dies der vorletzte Challenge Cup der FIG-Serie 2020/21, die eine Woche danach in der türkischen EM-Stadt von 2020, in Mersin, abgeschlossen wird.

Den ersten FIG-Weltcup hatte Slowenien 2005 in der Leon-Stukelj-Stadt Maribor organisiert, wo er auch 8x in Folge ausgetragen wurde. Ab  2013 bis 2016 wechselte man in die slowenische Hauptstadt  Ljubljana und seit 2017 findet nun die aktuelle 16. FIG-World Challenge Cup-Variante in Koper statt. Wettkampfstätte ist die dortige Bonifika-Halle. 
Österreichs Ringespezialist Vinzenz Höck setzte sich am ersten Finaltag mit Tageshöchstwert von 14,800 an seinem Spezialgerät vor dem Russen Ilja Kibartas und vor Andrea Cingolani (ITA) durch und feierte damit seinen dritten Weltcupsieg in Folge! Alexander Benda fügte für die rot-weißen Farben noch einen 4. Rang am Reck hinzu!
Deutschland war mit dem Cottbuser Trio Leonard Prügel, Lucas Kochan und Tom Schultze vertreten und schaffte keine Finalqualifikation, wobei allerdings Tom Schultzeals 9. in der Sprungqualifikation nur um -0,05 Punkte am Finaleinzug scheiterte. Das Schweizer Trio Andrin Frey, Noe Seifert und Marco Pfyl realsierte 4 Finalplatzierungen. Österreichs Marlis Männersdorfer und die Kölnerin Ayu Zhu standen im Balken- bzw. Bodenfinale.

© gymmedia.de // Foto: GEPA

Höck gewinnt Weltcup

Vinzenz Höck

Dritter Weltcupsieg an den Ringen für Turner Vinzenz Höck.

Das Grazer Turn-Ass Vinzenz Höck gewann am Sonntag in Osijek (Kro) sein drittes Weltcup-Meeting – an den Ringen feierte er mit der persönlichen internationalen Rekordwertung von 14.900 Punkten ex aequo mit dem Italiener Salvatore Maresca. Vor zwei Wochen triumphierte Höck schon beim Weltcup in Varna.

„Ich habe bei der Staatsmeisterschaft letzte Woche im Finale eine neue Kraftverbindung erstmals im Wettkampf getestet, jetzt habe ich sie zusätzlich in meine volle Übung eingebaut. Es hieß alles oder nichts, insbesondere nachdem die ersten drei Turner im Finale bereits 14-hoch erreicht hatten. Ich dachte mir, hoppla, das wird jetzt richtig schwer. Also blieb mir nichts anderes übrig, als voll zu riskieren, das ist aufgegangen. Jetzt bin ich mega-happy“,

freute sich der 25-jährige Höck im Anschluss an die Siegerehrung.

Nach der Qualifikation hatte noch der amtierende Weltmeister Ibrahim Colak geführt, ihm unterliefen im Finale dann kleine Fehler.

© krone.at // Foto: ÖFT (c) Simone Ferraro

Weltcupsieg für Höck

Vinzenz Höck

Zweiter Weltcupsieg an den Ringen für Turner Vinzenz Höck.

Vinzenz Höck durfte sich nach seinem Weltcupsieg in Ungarn im vergangenen Herbst erneut über einen weiteren Weltcupsieg freuen.

Vinzenz Höck feierte am Samstag im bulgaischen Warna seinen zweiten Sieg im Turnweltcup. Der 25-jährige Grazer gewann an den Ringen mit 14,800 Punkten vor den Italienern Salvatore Maresca (14,700/Bronzemedaillengewinner bei der EM in Basel), und Marco Sarrugerio (14,450).

„Es war nervenaufreibend“,

so der 25-jährige Steirer, welcher sich im bulgarischen Warna gegen zwei Italiener durchsetzte.

Höck hatte schon nach der Qualifikation vor Maresca geführt, beiden gelang in der Entscheidung eine Steigerung.

„Es war nervenaufreibend, ich hatte Gänsehaut. Da ich als Letzter ans Gerät musste, konnte ich alle Gegner vor mir beobachten – und jede weitere Übung machte mich noch nervöser. Denn ich wusste um meine Chance und wollte die Goldmedaille unbedingt. Während meiner Kür hatte ich ein super Gefühl – und die Wertung hat das dann bestätigt“,

gestand der Steirer.

Vinzenz Höcks zweiter Weltcupsieg ist auch der zweite in der österreichischen Kunstturn-Geschichte, Silber- und Bronzemedaillen hatte es davor bereits mehrfach gegeben. Ebenso ins Finale in Warna hatte es Jasmin Mader im Sprungbewerb geschafft, die Tirolerin erreichte dort mit einer starken Leistung (nach Platz 6 in der Qualifikation) schließlich den siebenten Rang. Knapp am Achter-Finale vorbei schrammte vor Vorarlbergerin Marlies Männersdorfer als Neunte am Boden.

© kurier.at // Foto: ÖFT (c) Simone Ferraro

Höck EM-7ter

Vinzenz Höck

Vinzenz Höck Turn-EM Siebenter an den Ringen

Vinzenz Höck ist der am kürzesten amtiert habende Ringe-Vizeeuropameister der Geschichte. Nur gut vier Monate nach seiner historisch ersten Turn-EM-Silbermedaille für Österreich im Dezember 2020 musste er sich im Finale in Basel mit dem siebenten Rang zufrieden geben.

Mit der dritthöchsten Schwierigkeits-, aber nur der „schwächsten“ (am wenigsten hohen) Ausführungsnote der acht Finalisten lief es, wiewohl ohne gröberen Patzer, nicht nach Wunsch. Der 25-jährige Grazer Sportsoldat kam auf 14.666 Punkte, ein Zehntel weniger als in der Qualifikation.

„Da ich mich als Sechster qualifiziert hatte, wusste ich, dass ich eine perfekte Übung für eine Medaille brauchen würde. In einem so hochkarätigen Finale darf man sich keine Fehler leisten, das ist mir heute leider nicht geglückt. Ich weiß jetzt aber jedenfalls mehr denn je, dass ich mit den absoluten Top-Athleten mithalten kann.“,

resümierte Vinzenz Höck nach dem Wettkampf.

„Für Vinzenz wäre die Medaille heute absolut in Reichweite gewesen.“ ÖFT-Sportdirektor Fabian Leimlehner: „Das war heute nicht seine beste Übung. Vinzenz kann es besser.“

Nationaltrainer Petr Koudela

Es gewann Griechenlands amtierender Ringe-Olympiasieger Eleftherios Petrounias (15.400 Punkte) deutlich vor Mehrkampf-Welt- und Europameister Nikita Nagornyy (Russland, 15.033) und Italiens Newcomer Salvatore Maresca (14.900). Hinter dem armenischen 2016-Vizeeuropameister Artur Avetisyan (14.866) wurde der amtierende Weltmeister und 2020-Europameister Ibrahim Colak diesmal nur Fünfter (Türkei, 14.733).

Der ukrainische Olympiadritte Igor Radivilov erreichte punktegleich mit Höck, jedoch mit der besseren Ausführungsteilnote, den sechsten Rang. Hinter Höck blieb Vahagn Davtyan (14.658), ebenfalls ein armenischer Ex-Vizeeuropameister und in der Qualifikation in Basel noch auf Position zwei ins Finale eingezogen.

Im Vorkampf waren Vinzenz Höck zwei Fehler am Ende der ansonsten brillanten Kür unterlaufen. Im Finale kam er von Beginn an nicht ganz an seine Optimalform heran.

„Dennoch war das eine absolut starke Performance. Vinzenz ist jetzt mal an der Weltspitze angekommen. Von diesem Finale kann er viel mitnehmen, gerade an den Ringen ist die Erfahrung enorm wichtig. Gratulation auch an das Trainerduo Petr Koudela und Kieran Behan. Wir sind auf dem richtigen Weg ein weiteres Stück voran gekommen.“

Sportdirektor Leimlehner

Die ÖFT-Bilanz in Basel 2021 ist die historisch viertbeste bei Kunstturn-Europameisterschaften (nach 2020, 1955 und 2012): 1x Platz 7 (Vinzenz Höck Ringe) und 2x Platz 10 (Jasmin Mader Sprung, Xheni Dyrmishi Pauschenpferd).

© ÖFT // Foto: ÖFT (c) Simone Ferraro

Österreichs Turner auf Platz 6 im EM-Teamfinale

Österreichs Turner erreichten im Finale der sechs besten Teams der Europameisterschaft in Mersin den sechsten Platz: Im Gegensatz zur fehlerfreien Qualifikation, die man auf Rang 4 beendet hatte, misslang diesmal der Auftakt am Pauschenpferd.

Danach fanden Vinzenz Höck, Severin Kranzlmüller, Alexander Benda, Ricardo Rudy und Manuel Arnold an den weiteren fünf Geräten sofort wieder zur Topform zurück. Am Ende fehlten jedoch die zu Beginn vergebenen Punkte für erneut Platz 4. Bronze wäre knapp außer Reichweite gelegen.

Es gewann die Ukraine (248.963) deutlich vor dem nach der Qualifikation noch in Front gelegenem Gastgeber Türkei (244.793), der mit einem Verletzungsproblem* und mehreren Nervositätsfehlern zu kämpfen hatte. Ungarn sicherte sich Bronze (240.393) vor Israel (239.028), Bulgarien (236.429) und Österreich (235.325).

Während die Qualifikation im 5-4-3-Modus geturnt wurde (5 Turner im Team, 4 pro Gerät am Start, 3 pro Gerät in der Wertung), wurde das Finale im 5-3-3-Modus ohne Streichnoten ausgetragen: jede Wertung zählte voll.

ÖFT-Kunstturner-Sportdirektor Fabian Leimlehner:

„Ein Sturz von Alexander und ein schlechter Abgang von Manuel am Pferd, bei Manuel auch eine Unsicherheit am Barren. Sonst lief alles nach Plan. Doch Platz 3 wäre sowieso extrem schwierig geworden. Ich bin mehr als happy, dass wir erstmals das EM-Teamfinale erreicht haben – ein Meilenstein.“

„Eie Supertruppe mit enormem Potenzial“

Sportdirektor Leimlehner weiter:

„Wir haben eine Supertruppe mit enormem Potenzial und sind auf dem besten Weg. Der nächste Olympiazyklus wird für uns richtig interessant.“

Auf ein paar Zehntelpunkte verzichtete Österreich im EM-Teamfinale 2020 noch bewusst: Vinzenz Höck turnte an den Ringen nicht seine schwierigste Kür. Sondern er zeigte statt 6.1 „nur“ eine Schwierigkeit von 5.7, um für das Gerätefinale am Sonntag nichts zu riskieren.

Besonders hervorzuheben ist Severin Kranzlmüllers erneut fehlerfreier Gesamtauftritt: er machte sich an seinem 26. Geburtstag damit selbst das schönste Geschenk.

© oeft.at

Vinzenz Höck gewinnt Turn-EM-Silber an den Ringen

Der größte Erfolg bisher für das österreichische Kunstturnen: Vinzenz Höck gewann am 13. Dezember 2020 im türkischen Mersin die Silbermedaille an den Ringen.

Mit einer perfekt gelungenen Kür (14.800 Punkten) musste sich der 24-jährige Grazer im Finale nur dem amtierenden türkischen Weltmeister Ibrahim Colak (15.000) geschlagen geben. Bronze ging an den ukrainischen Olympiadritten (2012) bzw. -fünften (2016) Igor Radivilov (14.766).

Vinzenz Höck zu seiner Turn-EM-Silbermedaille:

„Mir fehlen die Worte. Neben Colak und Radivilov auf dem Podest zu stehen, ist der Wahnsinn. Ein Traum ist wahr geworden. Nach der Quali am Donnerstag wusste ich um meine Chancen und wollte unbedingt eine Medaille. Ich müsste lügen, wenn ich sage, dass ich nicht nervös war. Aber ich habe meine Nerven im Griff behalten und meine beste Übung der Saison geturnt.“

ÖFT-Kunstturner-Sportdirektor Fabian Leimlehner:

„Unfassbar. Das war eine Herkulesaufgabe. Vinzi hat Nerven aus Stahl.“

Erst die zweite österreichische Turn-EM-Medaille der Geschichte

Diese Medaille Höcks ist erst die zweite für Österreich in der Turn-EM-Geschichte. Die einzige davor gewann Hans Sauter bei der ersten Europameisterschaft 1955 in Frankfurt mit Bronze am Pauschenpferd (damals noch ohne eigens geturnte Finalentscheidung). Vor der heurigen EM gab es erst eine einzige österreichische Gerätefinal-Teilnahme durch Marco Baldauf, 2012 am Reck (Platz 6). Dieser Wert wurde nun um drei Teilnahmen erhöht. Neben Höcks Silbermedaille überzeugten Severin Kranzlmüller als Sechster am Barren und Alexander Benda als Siebenter am Boden.

Nochmals Sportdirektor Leimlehner:

„Eine für uns unglaublich erfolgreiche EM. Wir sind überglücklich und ich gratuliere jedem einzelnen im Team. Meine Trainer Petr Koudela und Kieran Behan haben ganze Arbeit geleistet. Unsere Planung ist voll aufgegangen. Wir sind auf dem richtigen Weg nach ganz oben und voll motiviert, basierend auf diesen Leistungen hart und eifrig weiter zu arbeiten.“

Alexander Benda Siebenter im Bodenfinale

Alexander Benda, Neunter der Qualifikation am Boden und damit der erste Ersatzmann für das EM-Finale, erhielt seine Teilnahmebestätigung wegen der Verletzung eines anderen erst kurz vor dem Start. Der 23-jährige in Innsbruck lebende Grazer brachte sein Programm mit mehreren Doppelsalti, Dreifachschraube usw. gut durch. Allerdings gerieten drei Landungen tiefer als gewollt. Das bedeutete eine gegenüber der Qualifikation schwächere Wertung (13.166 im Finale zu 13.933 im Vorkampf). Da der Ukrainer Petro Pakhniuk gestürzt war, kletterte Benda dennoch eine weitere Position nach oben und beendete sein erstes EM-Finale auf Platz 7. Es gewann der israelische Vizeweltmeister Artem Dolgopyat mit 15.000 Punkten und sicherem Vorsprung.

Alexander Benda zu seinem Finalauftritt:

„Erst beim Einturnen als Reservemann war klar, dass ich ins Feld nachrutsche. Nach der super Qualifikation am Donnerstag und dem soliden Teamfinale gestern war das jetzt das Sahnehäubchen. Ich wusste, dass ich nichts zu verlieren hatte. Daher wollte ich jede Landung perfekt attackieren, was natürlich das Risiko bei jeder Länge erhöhte. Leider ist mir nicht jede angestrebte Punktlandung gelungen. Aber es war auch am dritten Wettkampftag wieder der Großteil der Übung gut und stabil. Ich nehme jeden Eindruck als wichtige Erfahrung mit nach Hause.“

Severin Kranzlmüller steigert sich im Barrenfinale auf Platz 6

Severin Kranzlmüller hatte sich auf Vorkampf-Position 7 für das EM-Achterfinale am Barren qualifiziert. Einen Tag nach seinem 26. Geburtstag legte der Linzer eine weitere optimal gelungene Kür nach und steigerte sich mit 13.600 Punkten auf den sechsten Platz:

„Ein Wochenende wie aus dem Märchenbuch. Ich hätte mir nicht gedacht, dass ich meine Platzierung bei diesem starken Feld sogar noch verbessern kann. Es ist einfach alles aufgegangen und ich bin überglücklich mit dem Ergebnis. Ich danke allen Trainern und meinen Teamkollegen, ohne die dieser Erfolg nicht möglich gewesen wäre. Dieser sechste Platz fühlt sich an wie eine Medaille.“ Der Sieg ging auch hier an einen Türken, den Barren-WM-Fünften Ferhat Arican.

Auch Askhab Matiev Siebenter am Boden – allerdings bei den Junioren

Schon am frühen Sonntag-Vormittag (8 Uhr früh MEZ) starteten die EM-Gerätefinali der Junioren mit der gut gelungenen Bodenkür des als ersten Turner ausgelosten Askhab Matiev. Der 18-jährige Innsbrucker konnte allerdings sein Vorhaben, alle Landungen noch sauberer zu stehen, als in der Qualifikation, nicht umsetzen. Wie im Vorkampf erreichte er den siebenten Rang, jedoch mit etwas weniger Punkten (12.800 Finale, 13.166 Qualifikation). Askhab Matiev war

„mit der Performance hier bei der EM super zufrieden. Meine Zeit als Junior ist jetzt erfolgreich beendet und es wartet auf mich die Herausforderung, den Sprung in die Eliteklasse zu schaffen.“

© oeft.at Foto:  ÖFT/Robert Labner

 

Die Nr. 1 der Kunstturn-Staatsmeisterschaft: 5x Gold, 1x Silber für Alexander Benda!

Die Kunstturn-Staatsmeisterschaften am 7./8. November 2020 waren die 74. und organisatorisch die bislang ungewöhnlichsten: Corona-Tests für alle, Abstand halten, Schutzmasken sogar bei den Siegerehrungen, kein Publikum vor Ort, keine physisch geteilten Emotionen usw. Normalerweise sind die Staatsmeisterschaften der österreichweite Höhepunkt der Saison. Heuer waren sie für den Gutteil der Turner/innen der einzige Wettkampf überhaupt. Dennoch gab es einige Gründe zur Freude!
Alexander Benda krönte sich bei der Staatsmeisterschaft im Kunstturnen in Egg/Bregenzerwald zum insgesamt erfolgreichsten Teilnehmer: Der 23-jährige Grazer sicherte sich nach zwei Siegen am Samstag (Mehrkampf und Mannschaft) am Sonntag außerdem die Hälfte der Gerätefinaltitel – Boden, Barren und Reck. Mit viermal Gold – ebenfalls Mehrkampf, Mannschaft und die Hälfte der vier Frauen-, bei sechs Männer-Finali – folgte ihm Vorarlbergs Lokalmatadorin Marlies Männersdorfer in der Erfolgsbilanz auf Position zwei.
Alexander Benda über seine bemerkenswerte Medaillensammlung:

„Nach dem anstrengenden Mehrkampf noch drei weitere Finaltitel, das freut mich sehr. Besonders meine super gelungene Reckkür ganz zum Schluss beweist mir, dass sich meine Formkurve genau richtig entwickelt. Ich bedanke mich bei allen, die es möglich gemacht haben, dass diese Meisterschaft trotz Corona und Lockdown stattfinden konnte.“

Weiter in der Erfolgsbilanz: Die Nummer 3 war Ricardo Rudy (OÖ) mit 2x Gold, 2x Silber und 2x Bronze – vor Elisa Hämmerle (V, 2x Gold, 2x Silber) und Vinzenz Höck (2x Gold, 1x Silber). Manuel Arndold sicherte sich Silber im Einzel Mehrkampf der Männer und Bronze in der Mannschaftswertun für Tirol. Bianca Frysak konnte sich Bronze am Stufenbarren erturnen!

Aus dem außergewöhnlichen Corona-Jahr 2020 resultierten für Österreichs Kunstturn-Szene zwei positive Entwicklungen: Die heimische Spitze konnte – wo zuvor vorhanden, was bekanntlich im Spitzensport nirgends selten ist  – Verletzungen und Überlastungsprobleme in Ruhe ausheilen, präsentierte sich fit und gesund. Darüber hinaus hatten quer durch die Trainingszentren fast alle das monatelange Nur-Training zum deutlichen Aufstocken der Schwierigkeitswerte ihrer Kürübungen und zum Feilen an turntechnischen Feinheiten genützt.

Allerdings: damit alles im Ernstfall wirklich „sitzt“, braucht es normalerweise einige Vorbereitungs-Wettkämpfe als Test- und Nachjustier-Gelegenheit. Das Ergebnis: es wurde so schwierig geturnt, wie noch nie in Österreich – ein immenser Fortschritt. Es gab allerdings auch überdurchschnittlich viele Unsicherheiten und Fehler bei den Allerbesten, die die Medaillenvergaben beeinflussten und entschieden. So mussten beispielsweise ALLE Turnerinnen des Schwebebalken-Finales zumindest einmal vom Gerät. Insgesamt überwog die positive Entwicklung jedoch eindeutig.

© oeft.at  Bild: GEPA Pictures – Hans Oberlaender