Plangger mit bestem Weltcupergebnis

Platz acht beim ersten IFSC-Speed Weltcup in Seoul

Im Viertelfinale gelingt Ihm mit 5,69 Sekunden eine neue persönliche Bestzeit, mit der er seinen eigenen Österreichischen Rekord verbessern kann.

„Unglaublich, was heute passiert ist! Es war ein harter Kampf, jetzt bin ich einfach glücklich“, so der 21-jährige Tiroler.

Im ersten der beiden Qualifikationsläufen konnte der Österreichische Rekordhalter im Speed mit einem „Sicherheitslauf“ und 7,90 Sekunden noch nicht überzeugen.

„Ich habe mich dann noch einmal fokussiert. Mir war klar, dass ich die Zeit für das Finale draufhabe. Meine einstudierten Abläufe haben mir in dieser Situation sicher geholfen“, so Plangger, der sich im zweiten Quali-Durchgang mit 5,88 Sekunden und Rang 13. seinen Platz für das Finale der Top-16 sichern konnte. „In dieser Drucksituation so eine gute Zeit zu liefern, da war ich schon ein bisschen stolz.“

Im Achtelfinale konnte sich der WM-Fünfte von 2021 gegen den Weltmeister von 2018 und ehemaligen Speed-Weltrekordhalter Reza Alipour Shenazandifard durchsetzen.

Plangger: „Ich bin mit geringen Erwartungen in das Duell gegangen, aber ich wusste, dass im Kampf Mann gegen Mann jeder Fehler machen kann – auch er.“

Im darauffolgenden Viertelfinale gegen den Italiener Ludovico Fossali war für Plangger dann leider Schluss. Mit einer neuen persönlichen Bestleistung von 5,69 Sekunden konnte er jedoch seinen eigenen österreichischen Speed-Rekord um über eine Zehntel Sekunde unterbieten, wobei er das Halbfinale um nur fünf Hundertstel Sekunden knapp verpasste.

„Ich bin überglücklich mit dem achten Platz, weil es ein harter Kampf war. Mein Weg stimmt, auch meine neue Route hat sich im Wettkampf bewiesen. So kann es weitergehen“, strahlte Plangger.

Bei den Herren ging der Sieg an den Indonesier Lenoardo Veddriq, der sich im Finale gegen Landsmann Katibin Kiromal durchsetzen konnte. Kiromal stellte in der Qualifikation mit 5,17 Sekunden einen neuen Weltrekord auf. Bei den Damen sicherte sich Aleksandra Miroslaw (POL) den Sieg und in der Qualifikation mit 6,64 Sekunden den neuen Weltrekord.

© Austria Climbing // Foto: Austria Climbing

Hammelmüller siegt beim Europacup

Eva Hammelmüller

Premierensieg! Hammelmüller beschenkt sich selbst.

Eva-Maria Hammelmüller (ÖAV Haag) feiert beim Boulder-Europacup in Prag den größten Erfolg ihrer Karriere und macht sich damit einen Tag vor ihrem 22. Geburtstag selbst das schönste Geschenk.

In der Qualifikation belegt die Niederösterreicherin Rang sieben, im Halbfinale zieht sie als Sechste ins Finale ein. Dort zeigt sie dann groß auf, holt zwei Tops und drei Zonen und gewinnt den stark besetzten Boulder-Europacup in Tschechien.

„Es war megacool, schon in der Quali und im Semifinale konnte ich ein gutes Gefühl aufbauen. Dass es dann im Finale so gut läuft, war trotzdem überraschend – umso mehr habe ich mich gefreut“, strahlt Hammelmüller, die einen Tag vor ihrem 22. Geburtstag am 2. Mai über ihren ersten Europacup-Sieg jubeln darf. „Sportlich wohl der schönste Tag meiner Karriere!“

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Hammelmüller und Posch gewinnen A-Cup

Jan-Luca Posch

Eva-Maria Hammelmüller und Jan-Luca Posch siegen in Vorarlberg beim A-Cup.

Nach dem mehr als erfolgreichen A-Cup Ende Februar in Wiener Neustadt ging es am Samstag in Dornbirn in die zweite Runde.

Nach einem verpatzten ersten A-Cup vor drei Wochen konnte sich der amtierende Boulder-Staatsmeister Jan-Luca Posch (ÖAV Innsbruck) rehabilitieren, zeigte im Ländle seine starke Form und setzte sich im Finale mit drei Tops und vier Zonen souverän durch. Platz zwei ging an Dominik Härtl (NFÖ Wien). Der Olympia-Bronzemedaillengewinner und amtierende Lead-Weltmeister Jakob Schubert (ÖAV Innsbruck) komplettierte nach Platz eins in der Qualifikation als Dritter das Siegerpodest.

„Der erste A-Cup ist ja nicht so verlaufen, wie ich mir das vorgestellt habe. In der Finalrunde bin ich heute in Dornbirn fehlerfrei geklettert und konnte alles abrufen, was ich mir in den letzten Wochen antrainiert habe. Ich habe hart an meinen Schwächen, den Kraft-Bouldern, gearbeitet und sie ausgemerzt. Mir war es sehr wichtig, dass ich allen beweise, dass ich fit und für die Saison gewappnet bin. Die Finalrunde war für mich ein wichtiger Wegweiser, wohin die Reise gehen kann. Die harte Arbeit im Olympiazentrum Tirol mit Fabian (Anm.: Ebenhoch) hat sich bezahlt gemacht. Ich bin wirklich sehr zufrieden“, bilanzierte Posch nach einem intensiven Klettersamstag. In der kommenden Woche wartet noch eine Simulation mit dem deutschen Nationalteam. „Wichtig ist, dass wir in einen Wettkampfmodus kommen und wieder mit Drucksituationen umgehen müssen. Ich will einfach meine Form halten und punktuell noch ein paar Kleinigkeiten verfeinern“,

erklärte der amtierende Boulder-Staatsmeister.

Bei den Damen ging Platz eins an Eva-Maria Hammelmüller (ÖAV Haag), die sich mit zwei Tops und vier Zonen in einer spannenden Finalrunde vor ihrer Teamkollegin Jessica Pilz (ÖAV Haag) durchsetzen konnte. Sandra Lettner (ÖAV Vöcklabruck) verpasste krankheitsbedingt den ersten A-Cup in Niederösterreich und schaffte es in Dornbirn als Dritte aufs Stockerl.  

„Ich muss sagen, mit der Qualifikation war ich nicht zufrieden, habe ich sogar ein wenig geärgert – da konnte ich nur zwei von vier Tops holen. Die Finalrunde war echt schwer. Der erste Boulder ist komplett aus der Wertung gefallen, da konnte keine von uns ein Top oder eine Zone holen. Ich bin aber mit meinem Sieg sehr happy, das gibt mir für die bevorstehende Simulation am Donnerstag und die ersten Wettkämpfe noch einmal einen richtigen Motivationsschub“,

resümierte Hammelmüller, die nach der Selektion noch ein Wochenende In Arco (ITA) zum Felsklettern einlegen wird.

© austriaclimbing.com // Foto: KVÖ

Plank feiert Weltcup-Sieg

Jasmin Plank

Jasmin Plank gewinnt nicht nur den Weltcup in Los Angeles, sondern sichert sich auch den Sieg in der Gesamtweltcupwertung.

Große Shows stehen in Los Angeles an der Tagesordnung. Filmreif waren auch die Leistungen der KVÖ-AthletInnen beim Paraclimbing-Weltcup im US-Bundesstaat Kalifornien. 

Alle vier AthletInnen holten sich beim Saisonfinale in ihren Klassen den ersten Platz, zudem sicherte sich ein rot-weiß-rotes Trio jeweils den Sieg im Gesamtweltcup.

Weltmeister Angelino Zeller (NFÖ Graz) zeigte im entscheidenden Moment einmal mehr groß auf. Der querschnittgelähmte Grazer erreichte in der Kategorie RP1 (gemischt mit Athleten mit Beinfunktion) auf der Finalroute 47 Griffe und damit mehr als seine Konkurrenten.

„Es ist schon in der Qualifikation gut gelaufen, das Finale war dann sehr spannend. Ich bin happy, dass es sich knapp aber doch ausgegangen ist“,

jubelt Zeller.

In drei Weltcups in dieser Saison holte der 25-Jährige zwei Siege und einmal Platz zwei. Damit sicherte er sich auch Platz eins in der Gesamtwertung seiner Klasse, sein zweiter Titel neben WM-Gold in Moskau.

„Besser hätte die Saison eigentlich nicht laufen können. Ich bin sehr zufrieden, sehe aber nach wie vor Potenzial. Jetzt heißt es: Weiter arbeiten und noch fitter werden, ich habe noch einiges vor.“

Angelino Zeller

KVÖ-Damen räumen ab

Edith Scheinecker (NFÖ Graz), Vize-Weltmeisterin von Moskau, war in der Kategorie B3 einmal mehr in dieser Saison das Maß der Dinge. Mit 47+ Griffen holte sie souverän den Sieg vor der Slowenin Tanja Glusic (38+).

Drei Siege in drei Weltcups lautet die eindrucksvolle Bilanz der Oberösterreicherin, der Gesamtweltcupsieg geht somit nach Enns.

„Ich habe einfach Spaß am Klettern, die Ergebnisse kommen von allein. Die Saison war wieder sehr erfolgreich, ich bin überglücklich.“

Edith Scheinecker

Spannung pur lieferte das Finale in der Kategorie RP2 der Damen. Ein „Happy End“ gab es dabei schließlich für Jasmin Plank (ÖAV Hall i.T.): Mit 29+ kam sie auf der Finalroute gleich weit wie Pavitra Vandenhoven (NED), sicherte sich aber dank ihres Quali-Sieges Platz eins. Auch die 33-jährige Tirolerin gewann damit den Gesamtweltcup.

Katharina Ritt (NFÖ Graz) war in der Kategorie RP3 eine Klasse für sich und holte mit 32 Griffen deutlich vor Madisyn Taute (USA/22+) Rang eins. Für die WM-Bronzemedaillengewinnerin bedeutete dies den perfekten Saisonabschluss.

Paralympics-Teilnahme das Fernziel

Für das Paraclimbing-Team geht es damit nach einer langen Wettkampfsaison in den wohlverdienten Urlaub. Gleichzeitig denken die AthletInnen bereits an die nächsten Ziele.

Für Angelino Zeller sind dies die Paralympics. Paraclimbing kämpft aktuell um eine Aufnahme ins paralympische Programm, Zeller peilt eine mögliche Premiere seiner Sportart auf der größten Bühne an. In Los Angeles 2028 könnte es so weit sein, die Generalprobe in der „City of Angels“ wäre schon einmal geglückt.

© KVÖ // Foto: Daniel Gajda

Schlierenzauer zieht Schlussstrich

Gregor Schlierenzauer

Die Karriere des erfolgreichsten Skispringers im Weltcup aller Zeiten ist am Dienstag zu Ende gegangen. Gregor Schlierenzauer zog nach 15 Jahren auf den Schanzen dieser Welt einen Schlussstrich. „Es war eine einzigartige und gefühlsintensive Reise, die nun anders weitergeht“, so der Tiroler in seinem Blog auf seiner Homepage.

Bereits im Mai hatten sich die Anzeichen auf ein Karriereende des 31-Jährigen verdichtet, nachdem er nicht mehr in den Kaderlisten des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV) aufgeschienen war. Die vergangene Saison hatte Schlierenzauer vorzeitig mit einer neuerlichen Knieverletzung beenden müssen, nachdem er in den Jahren seit seinem letzten Weltcup-Sieg am 6. Dezember 2014 in Lillehammer immer wieder vom Verletzungspech verfolgt gewesen war.

„Die letzten Monate waren für mich herausfordernd. In positiver Hinsicht. Durch die Verletzungspause hatte ich ausreichend Zeit und den nötigen Abstand, um Vergangenes aufzuarbeiten und zu schauen, wo ich jetzt stehe. Meine aktive Karriere zu beenden ist mir nach all dem, was ich als Spitzensportler erleben durfte, nicht leichtgefallen – aber die Entscheidung fühlt sich ebenso wie der Zeitpunkt richtig an,“

so Schlierenzauer in einer Aussendung zu seiner Entscheidung, keinen neuerlichen Anlauf zurück in die Weltspitze zu wagen.

Von der Teenie-Sensation zum Superstar

Schlierenzauer eroberte die Skisprungszene bereits als Teenager im Sturm. Seinen ersten Erfolg im Weltcup feierte der Tiroler 2006 im Alter von 16 Jahren in Lillehammer, dort, wo er 2014 auch seinen letzten Sieg einfuhr. Mit insgesamt 53 Erfolgen in Weltcup-Einzel-Springen ist Schlierenzauer die Nummer eins der ewigen Statistik. Dazu gewann der 31-Jährige zweimal den Gesamtweltcup, triumphierte zweimal bei der Vierschanzentournee und gewann WM-Gold im Skifliegen 2008 in Oberstdorf und auf der Großschanze 2011 in Oslo.

Einzig ein Olympiasieg in einem Einzel-Springen blieb Schlierenzauer verwehrt. Mit dem Team holte er aber 2010 in Vancouver dennoch olympisches Gold, dazu kommen Team-Silber 2014 in Sotschi sowie zweimal Bronze auf der Groß- und der Normalschanze 2010 in Kanada.

„Ich weiß auch die Unterstützung meiner Trainer und Partner, die mir buchstäblich Flügel verliehen haben, sehr zu schätzen. Sie haben mich geformt, gepusht und aufgefangen, aber niemals verbogen“,

so Schlierenzauer.

Der sich auch ausdrücklich beim ÖSV und „den vielen inspirierenden Menschen, die ich auf und abseits der Schanzen kennenlernen durfte“, bedankte.

„Gregor hat Großartiges geleistet“

Auch vonseiten des Verbandes zollte man dem nun Skisprung-Pensionär Respekt.

„Gregor hat fürs Skispringen Großartiges geleistet. Seine außergewöhnliche Karriere ist gespickt mit Superlativen. Er hat im Grunde alles erreicht, was es zu erreichen gibt, fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt, und es ist auch ihm zu verdanken, dass der Sport heute da steht, wo er ist. Er hat über viele Jahre Tausende Fans begeistert und war ein Vorbild für den Nachwuchs. Seitens des ÖSV wünschen wir Gregor, dass er sein Privatleben genießen kann und dass er auch die nötige Ruhe abseits des Spitzensports findet,“

so Sportdirektor Mario Stecher.

Was Schlierenzauer nun vorhat, ließ er im Blog noch nicht durchblicken:

„Mein Feuer, das immer voll und ganz für den Sport brannte, brennt jetzt für neue Aufgaben, die da sind und die auf mich warten. Ich schlage dieses neue Kapitel mit Leidenschaft auf, bin voller Tatendrang und Neugierde.“

Gregor Schlierenzauer

Auch ein Engagment beim ÖSV kann nicht ausgeschlossen werden. Stecher hält die Tür jedenfalls offen. „Er wird immer ein gern gesehener Gast bei uns bleiben“, so der Sportdirektor.

© sport.orf.at // Foto: GEPA

Plank ist Para-Staatsmeisterin

Jasmin Plank

Jasmin Plank kürt sich zur Para-Staatsmeisterin in der Kategorie RP2.

Nachdem bereits Anfang August in Graz am Mariahilferplatz die Entscheidungen bei den Österreichischen Boulder Staatsmeisterschaft gefallen sind, gehen am letzten Septemberwochenende die verbleibenden nationalen Staatsmeisterschaften bzw. Meisterschaften im Kletterzentrum Innsbruck über die Bühne.

Den Auftakt machten am Samstagnachmittag die Paraclimbing-Meisterschaften. Die heimische Para-Elite kam nach der erfolgreichen Weltmeisterschaft und drei gewonnen Medaillen (1x Gold, 1x Silber und 1x Bronze) mit einem guten Gefühl zum nationalen Saisonhöhepunkt ins Klettermekka nach Innsbruck.

Jasmin Plank kürte sich auch 2021 in der Kategorie RP2 zur Österreichischen Meisterin. Sie konnte sich am Samstag vor der Kärntnerin Sandra Pollak (NFÖ Villach) durchsetzen.

Doppelweltmeister Angelino Zeller (NFÖ Graz) bestätigte einmal mehr seine Top-Form und kürte sich auch 2021 in der Kategorie AL-1 zum Österreichischen Meister. Dabei wusste der Grazer erneut zu begeistern und streifte den nächsten Titel in seiner Karriere ein.

„Es war wieder sehr cool und ich bin richtig weit gekommen. Oben habe ich dann leider eine Fehlentscheidung getroffen und bin bei einem Zug mit der Hand auf die falsche Seite gegangen – dann bin ich runtergefallen. Nach der erfolgreichen Weltmeisterschaft war das für mich ein weiteres Highlight, das ich sehr genossen habe“,

zeigte sich das rot-weiß-rote Para-Aushängeschild zufrieden.

Nach einer stressigen Zeit im Zuge der WM in Moskau und den damit verbunden Terminen, war es für den Grazer wichtig, vor dem entscheidenden Weltcup in Los Angeles (USA), der am 9. Oktober 2021 stattfinden soll, noch einmal einen Wettkampf absolvieren zu können. In welcher Kategorie Zeller in den USA an den Start gehen wird, ist aufgrund der äußeren Rahmenbedingungen aktuell noch offen.

In der Kategorie RP2 belohnte sich der Oberösterreicher Daniel Wiener (NFÖ Vöcklabruck) nach einer tollen Leistung mit Platz eins. Platz zwei ging an Bostjan Halas, der sich knapp vor seinem Teamkollegen Michale Schlegl (beide NFÖ Graz) durchsetzen konnte.

Auch in der Kategorie B2 wurde bei den Herren der Österreichische Meister gekürt. Hans Ewald Grill (VSC Versehrtensportklub ASVÖ-Wien) konnte sich im Zweikampf mit Roland Köchl (ÖAV Klagenfurt) behaupten und über den Sieg freuen.

Auch die WM-Silbermedaillengewinnerin von Russland, Edith Scheinecker (NFÖ Graz), zeigte sich erneut von ihrer besten Seite und kletterte in der Kategorie B2 auf Platz eins und ist Österreichische Meisterin.

„Einen Wettkampf auf Platz eins zu beenden ist immer etwas Besonderes und ein richtig schönes Gefühl. Mit meiner Leistung bin ich heute sehr zufrieden. Es macht einfach unglaublich viel Spaß“,

bilanzierte Scheinecker nach ihrem souveränen Erfolg in Innsbruck.

ERGEBNISSE
Männer AL-1
1. Angelino Zeller (NFÖ Graz)
2. Daniel Kontsch (NFÖ Graz)

Männer RP2
1. Daniel Wiener (NFÖ Vöcklabruck)
2. Bostjan Halas (NFÖ Graz)
3. Michael Schlegl (NFÖ Graz)

Männer B2
1. Hans Ewald Grill (VSC Versehrtensportklub ASVÖ-Wien)
2. Roland Köchl (ÖAV Klagenfurt)

Frauen B2
1. Edith Scheinecker (NFÖ Graz)
2. Andrea Jandl (VSC Versehrtensportklub ASVÖ-Wien)

Frauen RP2
1. Jasmin Plank (ÖAV Hall in Tirol)
2. Sandra Pollak (NFÖ Villach)

© KVÖ // Foto: KVÖ – Andreas Aufschnaiter

Schubert erneut Staatsmeister

Jakob Schubert

Jakob Schubert holt den 10ten Titel in den letzten elf Jahren.

Olympia-Bronze und WM-Gold hatte Jakob Schubert schon, jetzt sicherte er sich auch noch den zehnten Staatsmeistertitel in den letzten elf Jahren.

Am Wochenende wurden im Kletterzentrum Innsbruck die Österreichischen Kletter-Staatsmeistertitel im Vorstieg vergeben. Bei den Herren war es einmal mehr Jakob Schubert (ÖAV Innsbruck), der seine Klasse ausspielen konnte. Der vierfache Weltmeister holte weniger als eine Woche nach seiner WM-Goldmedaille in Moskau (RUS) seinen zehnten Lead-Titel in den letzten elf Jahren.

„Es geht mir bei Staatsmeisterschaften oft gar nicht um den Titel, sondern einfach darum, dem Heimpublikum noch einmal mein Können zu zeigen. Ich bin aber schon stolz darauf, schon so oft gewonnen zu haben. Die Konstanz in den letzten Jahren zeigt auch eine gewisse Dominanz in der Disziplin. Wenn man mit dem Druck hier nicht umgehen kann, kann man es auf der ganz großen, internationalen Bühne auch nicht. Daher geben mir solche Erfolge immer Selbstvertrauen“,

jubelte der Innsbrucker.

Als Halbfinal-Sieger war Schubert im Finale als Letzter an der Reihe. Da Mathias Posch (ÖAV Innsbruck) bereits zuvor das Top erreicht hatte, musste auch der Olympia-Bronzemedaillengewinner ganz nach oben.

„So war es schon bei der WM, heute habe ich es wieder mitbekommen. Das ist nicht ganz so fein, weil man sich keinen Ausrutscher leisten darf. Solche Spielereien sind nicht so meines, weil es nicht immer nur auf die Fitness, sondern auch etwas Glück ankommt. Immerhin habe ich es geschafft, also gibt es keinen Grund zum Ärger. Lieber wäre mir aber, dass ein Athlet weiter kommt, als der andere.“

Jakob Schubert

Posch durfte sich schließlich über Rang zwei freuen, der dritte Platz ging an Georg Parma.

© KVÖ // Foto: GEPA

Pilz erneut Staatsmeisterin

Jessica Pilz

Jessica Pilz holt 7ten Titel in Folge.

Am Wochenende wurden im Kletterzentrum Innsbruck zudem die Österreichischen Kletter-Staatsmeistertitel im Vorstieg vergeben. 

Bei den Damen war es einmal mehr Jessica Pilz (ÖAV Haag), die sich Platz eins sicherte. Das große Finale in Innsbruck stieg am Sonntagabend mit den Final-Entscheidungen im Vorstieg. Bei den Damen setzte sich Jessica Pilz mit einer starken Final-Vorstellung durch und schnappte sich mit dem einzigen Top im Feld ihren 7. Vorstiegs-Staatsmeistertitel in Folge.

„Im Finale habe ich mich sehr gut gefühlt, es ist locker gegangen. Das hat mich etwas überrascht, weil die Saison schon sehr lange dauert und ich zuletzt mit ein paar Motivationsproblemen zu kämpfen hatte“,

so die in Innsbruck lebende Niederösterreicherin.

Der Titel sei eine schöne Anerkennung, könne jedoch nicht ganz die verpasste Olympia-Medaille und die verpasste WM-Medaille im Vorstieg vergessen machen:

„Jeder Titel ist schön, aber in dieser Saison hätte ich schon lieber andere Medaillen gesammelt.“

Jessica Pilz

Platz zwei ging an Julia Fiser mit 44+, Eva Maria Hammelmüller (44) landete auf Platz drei.

„Jessy hat wieder einmal bewiesen, dass sie auf den Punkt da sein kann. Bei den Olympischen Spielen in Tokio war es so, bei der WM in Moskau ebenfalls. Und jetzt auch wieder. Sie ist im Vorstieg einfach die Nummer eins und hat das heute eindrucksvoll gezeigt.“

KVÖ-Nationalcoach Katharina Saurwein

© KVÖ // Foto: GEPA

Elmer & Plangger im Rampenlicht

Alexandra Elmer

Emotionaler Abschied von Elmer & Plangger ohne Grenzen.

Am Sonntagnachmittag ist im Kletterzentrum Innsbruck die Entscheidung in den Speed-Bewerben gefallen, und die hätten spannender nicht sein können. Im Finale der Herren unterboten Tobias Plangger (ÖAV Innsbruck) seinen eigenen österreichischen Rekord und sicherte sich den Titel.

Bei einem emotionalen Finallauf der Damen behielt Laura Stöckler (ÖAV Haag) die Oberhand und setzte sich vor Alexandra Elmer (ÖAV Tauernkraxxla), die heute ihre Karriere beendet hat, durch.

„Will mir keine Grenzen setzen“

Bei den Herren setzte sich Tobias Plangger in einem hochklassigen Finallauf knapp durch. Der 20-jährige Tiroler der nicht nur als Titelverteidiger, sondern auch als klarer Favorit in die Österreichische Meisterschaft gegangen war, wurde im Finale von Lawrence Bogeschdorfer (NFÖ Vöcklabruck) bis zum Schluss auf höchstem Niveau gefordert. Plangger verbesserte nicht nur seinen eigenen österreichischen Rekord auf 5,81 Sekunden, sondern zeigte einmal mehr, dass er der schnellste Mann im Lande ist.

„Es ist überraschend gut gelaufen! Ich habe mir selbst schon viel vorgenommen, weil ich den Titel unbedingt verteidigen wollte. Heute ist es mir einfach sehr gut von der Hand gegangen, so viele Zeiten unter sechs Sekunden hatte ich noch nie an einem Tag. Ich wusste, dass ich die Zeit und den Rekord draufhabe, aber im Wettkampf ist es immer schwer, das zu zeigen. Es freut mich umso mehr, dass es geklappt hat. Die Reaktionszeit war noch immer nicht perfekt, es gibt also noch Luft nach oben. Das nächste Ziel ist, unter 5,80 Sekunden zu bleiben. Ich bin erst am Anfang meiner Reise und will mir keine Grenzen setzen.“

Tobias Plannger

Sein Kontrahent Lawrence Bogeschdorfer hatte als Zweiter aber auch Grund zum Jubeln. Der Oberösterreicher knackte erstmals in seiner Karriere die Schallmauer (als zweiter rot-weiß-roter Athlet) von 6 Sekunden und schlug nach 5,97 Sekunden an.

„Es hat schon beim Aufwärmen gut funktioniert, in der Finalrunde konnte ich mich dann immer mehr steigern. Der zweite Platz ist super, damit kann ich sehr zufrieden sein. Bei der Junioren-WM in Russland war ich genau bei sechs Sekunden, es hat also nicht viel auf eine Fünfer-Zeit gefehlt. Ich wusste, dass es möglich ist. Cool, dass es funktioniert hat“,

zog Bogeschdorfer mit seiner persönlichen Bestzeit eine zufriedenstellend Bilanz.

Der Salzburger Lukas Knapp (NFÖ Salzburg) komplettierte als Dritter das Speed-Podest.

Emotionales Finale

Was die Herren können, können die Damen schon lange. Bei der Österreichische Speed-Meisterschaft ging es nicht nur um den begehrten Titel, vielmehr begleitete die Abschiedstour von Alexandra Elmer den Bewerb. Die Salzburgerin, die aufgrund der Absage der verbleibenden beiden Speed-Weltcups in Innsbruck ihren letzten Karrierewettkampf bestritten hat, qualifizierte sich souverän für das Finale. Im Duell mit ihrer Trainingskollegin Laura Stöckler, die ebenfalls ihre gute Form an die Wand brachte, ging es im letzten Run um alles. Stöckler unterbot im alles entscheidenden Lauf mit 7,98 nochmals die magischen acht Sekunden und krönte sich zur verdienten Siegerin.

„Das Gefühl war von Anfang an gut. Ich habe mich den ganzen Tag spritzig gefühlt. Ich war zwar etwas nervös, wollte aber am Ende einer langen Saison noch einmal zeigen, was ich draufhaben. Das ist mir vom ersten Lauf an gelungen. Echt cool, dass es so aufgefangen ist und ich mir den Titel sichern konnte. Es war unser größter Wunsch, dass wir uns zum Abschluss noch einmal richtig batteln können. Es war ein cooles Race, ich habe es sehr genossen. Alex ist die beste Trainingspartnerin, die man sich wünschen kann. Sie hat eine super Karriere hinter sich, und ich bin sehr dankbar für die intensiven Monate, die wir gemeinsam erlebt haben“,

erklärte Stöckler, die nach dem Finale mit den Tränen zu kämpfen hatte.

Viele Jahre lang war Elmer das heimische Aushängeschild im Speed und hat diese Disziplin entwickelt und über eine lange Zeit mitgeprägt. Nach dem Finale gab es für die Salzburgerin zum Lied „Time to say goodbye“ Standing ovations von ihren TeamkollegInnen, TrainerInnen, Freunden und treuen Wegbegleitern. Mit einer Zeit von 8,15 Sekunden holte Elmer den hervorragenden zweiten Platz.

„Es hat heute noch einmal extrem Spaß gemacht, das war mein Ziel. Ich konnte es bis zum Schluss ausblenden, wollte richtig Gas geben. Für mich war es zum Abschluss eine sehr gute Zeit. Als ich oben angeschlagen habe, wurde es immer präsenter. Nach dem Song und dem ganzen Applaus war es schon richtig emotional. Mit so einem Abschied und dem Spalier hätte ich nicht gerechnet. Herzliche Gratulation an Laura, sie ist voll fit und hat verdient gewonnen“,

zeigte sich Elmer gerührt.

Platz drei ging an die Boulder-Spezialistin Franziska Sterrer (NFÖ Vöcklabruck).

© KVÖ // Foto: GEPA