Plank feiert Weltcup-Sieg

Jasmin Plank

Jasmin Plank gewinnt nicht nur den Weltcup in Los Angeles, sondern sichert sich auch den Sieg in der Gesamtweltcupwertung.

Große Shows stehen in Los Angeles an der Tagesordnung. Filmreif waren auch die Leistungen der KVÖ-AthletInnen beim Paraclimbing-Weltcup im US-Bundesstaat Kalifornien. 

Alle vier AthletInnen holten sich beim Saisonfinale in ihren Klassen den ersten Platz, zudem sicherte sich ein rot-weiß-rotes Trio jeweils den Sieg im Gesamtweltcup.

Weltmeister Angelino Zeller (NFÖ Graz) zeigte im entscheidenden Moment einmal mehr groß auf. Der querschnittgelähmte Grazer erreichte in der Kategorie RP1 (gemischt mit Athleten mit Beinfunktion) auf der Finalroute 47 Griffe und damit mehr als seine Konkurrenten.

„Es ist schon in der Qualifikation gut gelaufen, das Finale war dann sehr spannend. Ich bin happy, dass es sich knapp aber doch ausgegangen ist“,

jubelt Zeller.

In drei Weltcups in dieser Saison holte der 25-Jährige zwei Siege und einmal Platz zwei. Damit sicherte er sich auch Platz eins in der Gesamtwertung seiner Klasse, sein zweiter Titel neben WM-Gold in Moskau.

„Besser hätte die Saison eigentlich nicht laufen können. Ich bin sehr zufrieden, sehe aber nach wie vor Potenzial. Jetzt heißt es: Weiter arbeiten und noch fitter werden, ich habe noch einiges vor.“

Angelino Zeller

KVÖ-Damen räumen ab

Edith Scheinecker (NFÖ Graz), Vize-Weltmeisterin von Moskau, war in der Kategorie B3 einmal mehr in dieser Saison das Maß der Dinge. Mit 47+ Griffen holte sie souverän den Sieg vor der Slowenin Tanja Glusic (38+).

Drei Siege in drei Weltcups lautet die eindrucksvolle Bilanz der Oberösterreicherin, der Gesamtweltcupsieg geht somit nach Enns.

„Ich habe einfach Spaß am Klettern, die Ergebnisse kommen von allein. Die Saison war wieder sehr erfolgreich, ich bin überglücklich.“

Edith Scheinecker

Spannung pur lieferte das Finale in der Kategorie RP2 der Damen. Ein „Happy End“ gab es dabei schließlich für Jasmin Plank (ÖAV Hall i.T.): Mit 29+ kam sie auf der Finalroute gleich weit wie Pavitra Vandenhoven (NED), sicherte sich aber dank ihres Quali-Sieges Platz eins. Auch die 33-jährige Tirolerin gewann damit den Gesamtweltcup.

Katharina Ritt (NFÖ Graz) war in der Kategorie RP3 eine Klasse für sich und holte mit 32 Griffen deutlich vor Madisyn Taute (USA/22+) Rang eins. Für die WM-Bronzemedaillengewinnerin bedeutete dies den perfekten Saisonabschluss.

Paralympics-Teilnahme das Fernziel

Für das Paraclimbing-Team geht es damit nach einer langen Wettkampfsaison in den wohlverdienten Urlaub. Gleichzeitig denken die AthletInnen bereits an die nächsten Ziele.

Für Angelino Zeller sind dies die Paralympics. Paraclimbing kämpft aktuell um eine Aufnahme ins paralympische Programm, Zeller peilt eine mögliche Premiere seiner Sportart auf der größten Bühne an. In Los Angeles 2028 könnte es so weit sein, die Generalprobe in der „City of Angels“ wäre schon einmal geglückt.

© KVÖ // Foto: Daniel Gajda

Schlierenzauer zieht Schlussstrich

Gregor Schlierenzauer

Die Karriere des erfolgreichsten Skispringers im Weltcup aller Zeiten ist am Dienstag zu Ende gegangen. Gregor Schlierenzauer zog nach 15 Jahren auf den Schanzen dieser Welt einen Schlussstrich. „Es war eine einzigartige und gefühlsintensive Reise, die nun anders weitergeht“, so der Tiroler in seinem Blog auf seiner Homepage.

Bereits im Mai hatten sich die Anzeichen auf ein Karriereende des 31-Jährigen verdichtet, nachdem er nicht mehr in den Kaderlisten des Österreichischen Skiverbandes (ÖSV) aufgeschienen war. Die vergangene Saison hatte Schlierenzauer vorzeitig mit einer neuerlichen Knieverletzung beenden müssen, nachdem er in den Jahren seit seinem letzten Weltcup-Sieg am 6. Dezember 2014 in Lillehammer immer wieder vom Verletzungspech verfolgt gewesen war.

„Die letzten Monate waren für mich herausfordernd. In positiver Hinsicht. Durch die Verletzungspause hatte ich ausreichend Zeit und den nötigen Abstand, um Vergangenes aufzuarbeiten und zu schauen, wo ich jetzt stehe. Meine aktive Karriere zu beenden ist mir nach all dem, was ich als Spitzensportler erleben durfte, nicht leichtgefallen – aber die Entscheidung fühlt sich ebenso wie der Zeitpunkt richtig an,“

so Schlierenzauer in einer Aussendung zu seiner Entscheidung, keinen neuerlichen Anlauf zurück in die Weltspitze zu wagen.

Von der Teenie-Sensation zum Superstar

Schlierenzauer eroberte die Skisprungszene bereits als Teenager im Sturm. Seinen ersten Erfolg im Weltcup feierte der Tiroler 2006 im Alter von 16 Jahren in Lillehammer, dort, wo er 2014 auch seinen letzten Sieg einfuhr. Mit insgesamt 53 Erfolgen in Weltcup-Einzel-Springen ist Schlierenzauer die Nummer eins der ewigen Statistik. Dazu gewann der 31-Jährige zweimal den Gesamtweltcup, triumphierte zweimal bei der Vierschanzentournee und gewann WM-Gold im Skifliegen 2008 in Oberstdorf und auf der Großschanze 2011 in Oslo.

Einzig ein Olympiasieg in einem Einzel-Springen blieb Schlierenzauer verwehrt. Mit dem Team holte er aber 2010 in Vancouver dennoch olympisches Gold, dazu kommen Team-Silber 2014 in Sotschi sowie zweimal Bronze auf der Groß- und der Normalschanze 2010 in Kanada.

„Ich weiß auch die Unterstützung meiner Trainer und Partner, die mir buchstäblich Flügel verliehen haben, sehr zu schätzen. Sie haben mich geformt, gepusht und aufgefangen, aber niemals verbogen“,

so Schlierenzauer.

Der sich auch ausdrücklich beim ÖSV und „den vielen inspirierenden Menschen, die ich auf und abseits der Schanzen kennenlernen durfte“, bedankte.

„Gregor hat Großartiges geleistet“

Auch vonseiten des Verbandes zollte man dem nun Skisprung-Pensionär Respekt.

„Gregor hat fürs Skispringen Großartiges geleistet. Seine außergewöhnliche Karriere ist gespickt mit Superlativen. Er hat im Grunde alles erreicht, was es zu erreichen gibt, fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt, und es ist auch ihm zu verdanken, dass der Sport heute da steht, wo er ist. Er hat über viele Jahre Tausende Fans begeistert und war ein Vorbild für den Nachwuchs. Seitens des ÖSV wünschen wir Gregor, dass er sein Privatleben genießen kann und dass er auch die nötige Ruhe abseits des Spitzensports findet,“

so Sportdirektor Mario Stecher.

Was Schlierenzauer nun vorhat, ließ er im Blog noch nicht durchblicken:

„Mein Feuer, das immer voll und ganz für den Sport brannte, brennt jetzt für neue Aufgaben, die da sind und die auf mich warten. Ich schlage dieses neue Kapitel mit Leidenschaft auf, bin voller Tatendrang und Neugierde.“

Gregor Schlierenzauer

Auch ein Engagment beim ÖSV kann nicht ausgeschlossen werden. Stecher hält die Tür jedenfalls offen. „Er wird immer ein gern gesehener Gast bei uns bleiben“, so der Sportdirektor.

© sport.orf.at // Foto: GEPA

Plank ist Para-Staatsmeisterin

Jasmin Plank

Jasmin Plank kürt sich zur Para-Staatsmeisterin in der Kategorie RP2.

Nachdem bereits Anfang August in Graz am Mariahilferplatz die Entscheidungen bei den Österreichischen Boulder Staatsmeisterschaft gefallen sind, gehen am letzten Septemberwochenende die verbleibenden nationalen Staatsmeisterschaften bzw. Meisterschaften im Kletterzentrum Innsbruck über die Bühne.

Den Auftakt machten am Samstagnachmittag die Paraclimbing-Meisterschaften. Die heimische Para-Elite kam nach der erfolgreichen Weltmeisterschaft und drei gewonnen Medaillen (1x Gold, 1x Silber und 1x Bronze) mit einem guten Gefühl zum nationalen Saisonhöhepunkt ins Klettermekka nach Innsbruck.

Jasmin Plank kürte sich auch 2021 in der Kategorie RP2 zur Österreichischen Meisterin. Sie konnte sich am Samstag vor der Kärntnerin Sandra Pollak (NFÖ Villach) durchsetzen.

Doppelweltmeister Angelino Zeller (NFÖ Graz) bestätigte einmal mehr seine Top-Form und kürte sich auch 2021 in der Kategorie AL-1 zum Österreichischen Meister. Dabei wusste der Grazer erneut zu begeistern und streifte den nächsten Titel in seiner Karriere ein.

„Es war wieder sehr cool und ich bin richtig weit gekommen. Oben habe ich dann leider eine Fehlentscheidung getroffen und bin bei einem Zug mit der Hand auf die falsche Seite gegangen – dann bin ich runtergefallen. Nach der erfolgreichen Weltmeisterschaft war das für mich ein weiteres Highlight, das ich sehr genossen habe“,

zeigte sich das rot-weiß-rote Para-Aushängeschild zufrieden.

Nach einer stressigen Zeit im Zuge der WM in Moskau und den damit verbunden Terminen, war es für den Grazer wichtig, vor dem entscheidenden Weltcup in Los Angeles (USA), der am 9. Oktober 2021 stattfinden soll, noch einmal einen Wettkampf absolvieren zu können. In welcher Kategorie Zeller in den USA an den Start gehen wird, ist aufgrund der äußeren Rahmenbedingungen aktuell noch offen.

In der Kategorie RP2 belohnte sich der Oberösterreicher Daniel Wiener (NFÖ Vöcklabruck) nach einer tollen Leistung mit Platz eins. Platz zwei ging an Bostjan Halas, der sich knapp vor seinem Teamkollegen Michale Schlegl (beide NFÖ Graz) durchsetzen konnte.

Auch in der Kategorie B2 wurde bei den Herren der Österreichische Meister gekürt. Hans Ewald Grill (VSC Versehrtensportklub ASVÖ-Wien) konnte sich im Zweikampf mit Roland Köchl (ÖAV Klagenfurt) behaupten und über den Sieg freuen.

Auch die WM-Silbermedaillengewinnerin von Russland, Edith Scheinecker (NFÖ Graz), zeigte sich erneut von ihrer besten Seite und kletterte in der Kategorie B2 auf Platz eins und ist Österreichische Meisterin.

„Einen Wettkampf auf Platz eins zu beenden ist immer etwas Besonderes und ein richtig schönes Gefühl. Mit meiner Leistung bin ich heute sehr zufrieden. Es macht einfach unglaublich viel Spaß“,

bilanzierte Scheinecker nach ihrem souveränen Erfolg in Innsbruck.

ERGEBNISSE
Männer AL-1
1. Angelino Zeller (NFÖ Graz)
2. Daniel Kontsch (NFÖ Graz)

Männer RP2
1. Daniel Wiener (NFÖ Vöcklabruck)
2. Bostjan Halas (NFÖ Graz)
3. Michael Schlegl (NFÖ Graz)

Männer B2
1. Hans Ewald Grill (VSC Versehrtensportklub ASVÖ-Wien)
2. Roland Köchl (ÖAV Klagenfurt)

Frauen B2
1. Edith Scheinecker (NFÖ Graz)
2. Andrea Jandl (VSC Versehrtensportklub ASVÖ-Wien)

Frauen RP2
1. Jasmin Plank (ÖAV Hall in Tirol)
2. Sandra Pollak (NFÖ Villach)

© KVÖ // Foto: KVÖ – Andreas Aufschnaiter

Schubert erneut Staatsmeister

Jakob Schubert

Jakob Schubert holt den 10ten Titel in den letzten elf Jahren.

Olympia-Bronze und WM-Gold hatte Jakob Schubert schon, jetzt sicherte er sich auch noch den zehnten Staatsmeistertitel in den letzten elf Jahren.

Am Wochenende wurden im Kletterzentrum Innsbruck die Österreichischen Kletter-Staatsmeistertitel im Vorstieg vergeben. Bei den Herren war es einmal mehr Jakob Schubert (ÖAV Innsbruck), der seine Klasse ausspielen konnte. Der vierfache Weltmeister holte weniger als eine Woche nach seiner WM-Goldmedaille in Moskau (RUS) seinen zehnten Lead-Titel in den letzten elf Jahren.

„Es geht mir bei Staatsmeisterschaften oft gar nicht um den Titel, sondern einfach darum, dem Heimpublikum noch einmal mein Können zu zeigen. Ich bin aber schon stolz darauf, schon so oft gewonnen zu haben. Die Konstanz in den letzten Jahren zeigt auch eine gewisse Dominanz in der Disziplin. Wenn man mit dem Druck hier nicht umgehen kann, kann man es auf der ganz großen, internationalen Bühne auch nicht. Daher geben mir solche Erfolge immer Selbstvertrauen“,

jubelte der Innsbrucker.

Als Halbfinal-Sieger war Schubert im Finale als Letzter an der Reihe. Da Mathias Posch (ÖAV Innsbruck) bereits zuvor das Top erreicht hatte, musste auch der Olympia-Bronzemedaillengewinner ganz nach oben.

„So war es schon bei der WM, heute habe ich es wieder mitbekommen. Das ist nicht ganz so fein, weil man sich keinen Ausrutscher leisten darf. Solche Spielereien sind nicht so meines, weil es nicht immer nur auf die Fitness, sondern auch etwas Glück ankommt. Immerhin habe ich es geschafft, also gibt es keinen Grund zum Ärger. Lieber wäre mir aber, dass ein Athlet weiter kommt, als der andere.“

Jakob Schubert

Posch durfte sich schließlich über Rang zwei freuen, der dritte Platz ging an Georg Parma.

© KVÖ // Foto: GEPA

Pilz erneut Staatsmeisterin

Jessica Pilz

Jessica Pilz holt 7ten Titel in Folge.

Am Wochenende wurden im Kletterzentrum Innsbruck zudem die Österreichischen Kletter-Staatsmeistertitel im Vorstieg vergeben. 

Bei den Damen war es einmal mehr Jessica Pilz (ÖAV Haag), die sich Platz eins sicherte. Das große Finale in Innsbruck stieg am Sonntagabend mit den Final-Entscheidungen im Vorstieg. Bei den Damen setzte sich Jessica Pilz mit einer starken Final-Vorstellung durch und schnappte sich mit dem einzigen Top im Feld ihren 7. Vorstiegs-Staatsmeistertitel in Folge.

„Im Finale habe ich mich sehr gut gefühlt, es ist locker gegangen. Das hat mich etwas überrascht, weil die Saison schon sehr lange dauert und ich zuletzt mit ein paar Motivationsproblemen zu kämpfen hatte“,

so die in Innsbruck lebende Niederösterreicherin.

Der Titel sei eine schöne Anerkennung, könne jedoch nicht ganz die verpasste Olympia-Medaille und die verpasste WM-Medaille im Vorstieg vergessen machen:

„Jeder Titel ist schön, aber in dieser Saison hätte ich schon lieber andere Medaillen gesammelt.“

Jessica Pilz

Platz zwei ging an Julia Fiser mit 44+, Eva Maria Hammelmüller (44) landete auf Platz drei.

„Jessy hat wieder einmal bewiesen, dass sie auf den Punkt da sein kann. Bei den Olympischen Spielen in Tokio war es so, bei der WM in Moskau ebenfalls. Und jetzt auch wieder. Sie ist im Vorstieg einfach die Nummer eins und hat das heute eindrucksvoll gezeigt.“

KVÖ-Nationalcoach Katharina Saurwein

© KVÖ // Foto: GEPA

Elmer & Plangger im Rampenlicht

Alexandra Elmer

Emotionaler Abschied von Elmer & Plangger ohne Grenzen.

Am Sonntagnachmittag ist im Kletterzentrum Innsbruck die Entscheidung in den Speed-Bewerben gefallen, und die hätten spannender nicht sein können. Im Finale der Herren unterboten Tobias Plangger (ÖAV Innsbruck) seinen eigenen österreichischen Rekord und sicherte sich den Titel.

Bei einem emotionalen Finallauf der Damen behielt Laura Stöckler (ÖAV Haag) die Oberhand und setzte sich vor Alexandra Elmer (ÖAV Tauernkraxxla), die heute ihre Karriere beendet hat, durch.

„Will mir keine Grenzen setzen“

Bei den Herren setzte sich Tobias Plangger in einem hochklassigen Finallauf knapp durch. Der 20-jährige Tiroler der nicht nur als Titelverteidiger, sondern auch als klarer Favorit in die Österreichische Meisterschaft gegangen war, wurde im Finale von Lawrence Bogeschdorfer (NFÖ Vöcklabruck) bis zum Schluss auf höchstem Niveau gefordert. Plangger verbesserte nicht nur seinen eigenen österreichischen Rekord auf 5,81 Sekunden, sondern zeigte einmal mehr, dass er der schnellste Mann im Lande ist.

„Es ist überraschend gut gelaufen! Ich habe mir selbst schon viel vorgenommen, weil ich den Titel unbedingt verteidigen wollte. Heute ist es mir einfach sehr gut von der Hand gegangen, so viele Zeiten unter sechs Sekunden hatte ich noch nie an einem Tag. Ich wusste, dass ich die Zeit und den Rekord draufhabe, aber im Wettkampf ist es immer schwer, das zu zeigen. Es freut mich umso mehr, dass es geklappt hat. Die Reaktionszeit war noch immer nicht perfekt, es gibt also noch Luft nach oben. Das nächste Ziel ist, unter 5,80 Sekunden zu bleiben. Ich bin erst am Anfang meiner Reise und will mir keine Grenzen setzen.“

Tobias Plannger

Sein Kontrahent Lawrence Bogeschdorfer hatte als Zweiter aber auch Grund zum Jubeln. Der Oberösterreicher knackte erstmals in seiner Karriere die Schallmauer (als zweiter rot-weiß-roter Athlet) von 6 Sekunden und schlug nach 5,97 Sekunden an.

„Es hat schon beim Aufwärmen gut funktioniert, in der Finalrunde konnte ich mich dann immer mehr steigern. Der zweite Platz ist super, damit kann ich sehr zufrieden sein. Bei der Junioren-WM in Russland war ich genau bei sechs Sekunden, es hat also nicht viel auf eine Fünfer-Zeit gefehlt. Ich wusste, dass es möglich ist. Cool, dass es funktioniert hat“,

zog Bogeschdorfer mit seiner persönlichen Bestzeit eine zufriedenstellend Bilanz.

Der Salzburger Lukas Knapp (NFÖ Salzburg) komplettierte als Dritter das Speed-Podest.

Emotionales Finale

Was die Herren können, können die Damen schon lange. Bei der Österreichische Speed-Meisterschaft ging es nicht nur um den begehrten Titel, vielmehr begleitete die Abschiedstour von Alexandra Elmer den Bewerb. Die Salzburgerin, die aufgrund der Absage der verbleibenden beiden Speed-Weltcups in Innsbruck ihren letzten Karrierewettkampf bestritten hat, qualifizierte sich souverän für das Finale. Im Duell mit ihrer Trainingskollegin Laura Stöckler, die ebenfalls ihre gute Form an die Wand brachte, ging es im letzten Run um alles. Stöckler unterbot im alles entscheidenden Lauf mit 7,98 nochmals die magischen acht Sekunden und krönte sich zur verdienten Siegerin.

„Das Gefühl war von Anfang an gut. Ich habe mich den ganzen Tag spritzig gefühlt. Ich war zwar etwas nervös, wollte aber am Ende einer langen Saison noch einmal zeigen, was ich draufhaben. Das ist mir vom ersten Lauf an gelungen. Echt cool, dass es so aufgefangen ist und ich mir den Titel sichern konnte. Es war unser größter Wunsch, dass wir uns zum Abschluss noch einmal richtig batteln können. Es war ein cooles Race, ich habe es sehr genossen. Alex ist die beste Trainingspartnerin, die man sich wünschen kann. Sie hat eine super Karriere hinter sich, und ich bin sehr dankbar für die intensiven Monate, die wir gemeinsam erlebt haben“,

erklärte Stöckler, die nach dem Finale mit den Tränen zu kämpfen hatte.

Viele Jahre lang war Elmer das heimische Aushängeschild im Speed und hat diese Disziplin entwickelt und über eine lange Zeit mitgeprägt. Nach dem Finale gab es für die Salzburgerin zum Lied „Time to say goodbye“ Standing ovations von ihren TeamkollegInnen, TrainerInnen, Freunden und treuen Wegbegleitern. Mit einer Zeit von 8,15 Sekunden holte Elmer den hervorragenden zweiten Platz.

„Es hat heute noch einmal extrem Spaß gemacht, das war mein Ziel. Ich konnte es bis zum Schluss ausblenden, wollte richtig Gas geben. Für mich war es zum Abschluss eine sehr gute Zeit. Als ich oben angeschlagen habe, wurde es immer präsenter. Nach dem Song und dem ganzen Applaus war es schon richtig emotional. Mit so einem Abschied und dem Spalier hätte ich nicht gerechnet. Herzliche Gratulation an Laura, sie ist voll fit und hat verdient gewonnen“,

zeigte sich Elmer gerührt.

Platz drei ging an die Boulder-Spezialistin Franziska Sterrer (NFÖ Vöcklabruck).

© KVÖ // Foto: GEPA

Schubert & Pilz erneut Weltmeister:in

Jakob Schubert

Jubelschrei in den Moskauer Nachthimmel. Nach 2012 und 2018 schnappte sich Tirols Kletter-Ass Jakob Schubert in Moskau im Vorstieg seinen vierten WM-Titel. Jessica Pilz kürte sich zur Kombi-Weltmeisterin.

Schubert kletterte erneut zu Gold

Moskau – Schon als Hamish McArthur das Smartphone zückt und es Jakob Schubert unter die Nase hält, ist klar, dass nicht nur elf Lebensjahre, sondern ganze Welten zwischen Tirols Kletter-Star und dem erst 19 Jahre alten britischen Junioren-Weltmeister liegen. „Er hat mir ein Bild gezeigt, das acht Jahre alt ist und ihn und mich gemeinsam zeigt“, schmunzelte Schubert über den einst so jungen „Selfie-Jäger“, der im Vorstiegs-Finale am Dienstag zum großen Konkurrenten um WM-Gold werden sollte.

„Es ist ein Wahnsinn, zu Olympia-Bronze so einen Weltmeistertitel zu holen. Es ist der vierte WM-Titel und die neunte Medaille, darauf bin ich extrem stolz“,

schloss der Protagonist des Abends.

Es klang fast so, als würde das Idol gegen den Jungstar antreten – und am Ende war es eben auch die Routine, die den Unterschied ausmachen sollte. Zum dritten Mal nach 2012 in Paris und 2018 in Innsbruck darf sich Schubert Kletter-Weltmeister im Vorstieg nennen, mitsamt dem Kombi-WM-Titel, ebenfalls vor drei Jahren ergattert, darf sich der 30-jährige Innsbrucker jetzt vier WM-Goldene um den Hals hängen.

„Es ist das perfekte Ende einer ohnedies schon einzigartigen Saison. Ich habe mich nicht so gut und fit gefühlt wie im Halbfinale. Ich musste alles geben“,

reüssierte Schubert nach dem wohl anspruchsvollsten Jahr seiner Karriere.

Denn auch wenn es 2021 wenige Wettkämpfe für ihn waren, hatten es die in sich. Allen voran die Premiere bei den Olympischen Spielen in Tokio. Mit Bronze ging in Japan ein jahrelanger harter Kampf mit einem Lächeln zu Ende, in Moskau setzte Schubert seinem Jahr die Krone auf.

Nach Halbfinalrang zwei wurde es im Showdown dann noch einmal richtig „zach“. Direkt vor ihm war der spätere Zweite Luka Potocar (SLO) bis zum Top der Route geklettert. Die Menge jubelte – und genau da kam der Ehrgeiz und Siegeshunger durch, der entscheidend sein sollte. „Ich habe mitbekommen, dass Luka das Top erreicht hat. Ich wusste: Wenn ich Weltmeister werden will, muss ich ganz nach oben. Das hat mich enorm angetrieben, ich habe richtig gekämpft.“ Und es wurde auch richtig spannend: Der nach ihm kletternde McArthur verpasste das Top und wurde Dritter.

Pilz gelang die Revanche für Olympia

Schon im Vorfeld hatte Jessica Pilz als Weltmeisterin ihren Frieden mit der Kombination geschlossen. In Tokio war die Wahl-Innsbruckerin im Mix aus Speed, Bouldern und Vorstieg mit dicken Tränen und viel Ärger als Siebente hauchdünn an einer Olympia-Medaille vorbeigeschrammt, nun revanchierte sich die 24-jährige Niederösterreicherin im wohl allerletzten internationalen Wettkampf dieser Art.

„Wahnsinn, daran hätte ich nach Speed und Bouldern nicht mehr geglaubt“,

freute sich Pilz, die schon vor dem Vorstiegs-Finale als Gesamtsiegerin feststand.

Der Glanz der Goldenen ist aber ein wenig matt: Anders als bei den Wettkämpfen zuvor wurde der eigens für Tokio gestaltete Bewerb nicht separat ausgetragen, es wurden alle Ergebnisse multipliziert. Deshalb hatten viele darauf verzichtet, so wie Olympiasiegerin Janja Garnbret (SLO).

Im abschließenden Vorstiegs-Finale konnte Pilz aber nicht mehr nachlegen. So wie im Halbfinale blieb ihr nur der vierte Rang. Gold ging in souveräner Manier an Chaehyun Seo (KOR) vor Natalia Grossman (USA) und der Italienerin Laura Rogora.

© TT.com // Foto: GEPA

Plangger schreibt Geschichte

Tobias Plangger

Tobias Plangger (ÖAV Innsbruck) feiert bei der Kletter-WM in Moskau den größten Erfolg seiner noch jungen Karriere. Der 20-jährige Tiroler belegte im Speed-Bewerb den 5. Platz und holte damit das beste WM-Speedergebnis für Österreich aller Zeiten.

Nach der starken Qualifikation mit Rang 15 bekam es der Heeressportler in der ersten K.o.-Runde mit dem favorisierten Russen Dimitrii Timofeev zu tun. Der Lokalmatador, der bereits einen Speed-Weltcup gewinnen konnte, ging als Quali-Zweiter als klarer Favorit in das Duell – Plangger entschied es dennoch für sich. Mit einem guten Start setzte der Innsbrucker seinen Gegner unter Druck, ehe dieser wegrutschte.

„Ich wollte einfach befreit klettern, das ist mir gelungen. Im Lauf habe ich gemerkt, dass er einen Fehler hat, konnte die Konzentration aber aufrecht erhalten. Dann habe ich abgeschlagen und gemerkt, dass ich in den Top-8 bin, ein unglaubliches Gefühl“,

so Plangger.

Im Viertelfinale traf der Tiroler dann auf den Spanier Erik Noya Cardona. In einem packenden Duell musste sich Österreichs Speed-Rekordhalter schließlich um nur eine Hundertstel geschlagen geben und verpasste den Halbfinal-Einzug nur um Haaresbreite.

„Das nächste super Rennen! Mit Erik verstehe ich mich super, es war ein knappes Duell und eine tolle Show. Dieses Mal hat es für ihn gereicht, nächstes Mal sieht es vielleicht anders aus. Ich bin ja noch jung und habe noch einige Wettkämpfe vor mir.“

Tobias Plangger

Am Ende belegte Plangger den 5. Platz und jubelte mit dem Betreuerteam.

„Es ist schwer, das alles in Worte zu fassen. Ich bin überwältigt und sehr zufrieden, dass alles so gelaufen ist, wie ich es mir vorgestellt habe – und eigentlich sogar noch mehr. Mit so einer Platzierung habe ich nicht gerechnet.“

Tobias Plangger

Rang 5 ist auch das beste rot-weiß-rote Speedergebnis in der WM-Geschichte. Nie zuvor war ein Österreicher in dieser Disziplin besser platziert.

„Das höre ich zum ersten Mal, überrascht mich aber nicht. Speed ist in Österreich nicht so im Fokus, aber es freut mich, dass ich das ändern konnte. Vielleicht schaffen wir ja eines Tages auch eine Medaille bei einer WM.“

Tobias Plangger

Das KVÖ-Betreuerteam um Sportdirektor Heiko Wilhelm und KVÖ-Nationalcoach Kilian Fischhuber freute sich Plangger.

„Ein 5. Platz bei einer WM, das muss erst einmal jemand nachmachen. Tobias hat sich für seine konsequente harte Arbeit belohnt, und fast wäre sogar noch mehr drin gewesen. Nicht auszudenken, wenn er das Viertelfinale gewinnt und ins Halbfinale einzieht“,

streute Fischhuber seinem Schützling Rosen.

Laura Stöckler (ÖAV Haag) schaffte es ebenfalls in das Finale, musste sich in der ersten Runde aber Weltrekordhalterin Aleksandra Miroslaw aus Polen geschlagen geben. Die Niederösterreicherin belegte in der Endabrechnung Platz 15. Alexandra Elmer (17.) hatte das Finale haarscharf verpasst, Jessica Pilz (24.) nahm den Speed-Bewerb in Hinblick auf die Kombinationswertung mit.

Am morgigen Freitag stehen die Boulder-Qualifikationen der Damen und Herren sowie die Paraclimbing-Finals auf dem Programm.

© KVÖ // Foto: KVÖ

Staatsmeisterschaft: Posch und Uznik

Posch & Uznik

Jan-Luca Posch und Nicolai Uznik sicherten sich den Staats- und Vize-Staatsmeistertitel.

Neue Siegesgesichter bei den Österreichischen Kletter-Staatsmeisterschaften am Mariahilferplatz in Graz. Die Boulder-Bewerbe gingen am Donnerstagabend an Franziska Sterrer (NFÖ Vöcklabruck) und Jan-Luca Posch (ÖAV Innsbruck) – für beide war es der erste Staatsmeistertitel der allgemeinen Klasse.

Die heimische Boulder-Elite bot den knapp 1.800 zugelassenen Zusehern eine spannende Show und sorgte für eine unglaubliche Atmosphäre.

Emotionale Premiere

Der Tiroler Jan-Luca Posch nutzte in einer starken Finalrunde mit drei Tops und vier Zonen seine Chance und kürte sich erstmals zum Österreichischen Boulder-Staatsmeister.

„Es ist einfach unglaublich. Ich habe so hart trainiert und bin mit großen Hoffnungen in den Boulder-Bewerb gegangen. Nach dem zweiten Boulder habe ich schon fast aufgegeben – viele der anderen Athleten haben das Top erreicht und ich bin zweimal knapp gescheitert. Ich konnte das aber schnell verarbeiten, habe den Fokus auf die verbleibenden beiden Boulder gelegt und noch einen richtigen Motivationsschub bekommen. Der Showdown am letzten Boulder war unfassbar cool und die Stimmung grandios. Am Ende waren es lange Minuten für mich. Ich wusste, wenn Nicolai den letzten Boulder löst, hat er gewonnen“,

strahlte Posch nach seinem ersten Boulder-Staatsmeistertitel.

Bis zum letzten Boulder lag Titelverteidiger Nicolai Uznik in Führung und hatte es als letzter Athlet selbst in der Hand sich erneut die Boulder-Krone aufzusetzen. Am Ende musste sich der Kärntner jedoch mit Platz zwei begnügen.

„Jani ist einer meiner besten Freunde. Ich freue mich wirklich, dass er heute gewinnen konnte. Im ersten Moment bin ich natürlich sehr enttäuscht. Ich habe mich den ganzen Tag heute sehr gut gefühlt und konnte das auch zeigen. Mir war bewusst, dass ich das letzte Problem lösen muss, um vorne zu bleiben – der Druck war groß. Der letzte Boulder ist mir nicht entgegengekommen – sehr schade“,

bilanzierte der 21-Jährige nach einer äußerst spannenden Finalrunde.

Platz drei ging an Stefan Scherz (NFÖ Neunkirchen), der sich mit einem Top am letzten Boulder in letzter Sekunde noch Rang drei sichern konnte.

Machtdemonstration von Sterrer

Als große Herausforderin ging Franziska Sterrer in die Österreichische Staatsmeisterschaft 2021 und sicherte sich am Ende nach einem unglaublichen Wettkampf verdient den Titel.

„Ich freue mich heute extrem. Ich habe in den letzten Wochen hart trainiert und mich zurückgearbeitet. Der Erfolg heute ist der Beweis dafür, dass ich viel richtig gemacht habe. Die Stimmung war unglaublich und hat mich an jedem Boulder richtig gepusht. Ich habe heute gemerkt, wie sehr diese Stimmung abgegangen ist und wie viel Energie wir Athletinnen dadurch bekommen. Im Finale habe ich mir alle Boulder zugetraut – ich wusste, dass ich richtig fit bin. Den letzten Boulder wollte ich unbedingt flashen, der war einfach für mich geschraubt. Es ist wunderschön, dass es mir dann auch gelungen ist und ich den Sieg selbst fixieren konnte“,

strahlte Sterrer nach ihrem ersten ÖSTM-Boulder-Finale seit 2016 und ihrem souveränen Sieg.

Die Lokalmatadorin Johanna Färber (BV BlocHouse) lieferte sich mit Sterrer bis zum letzten Boulder einen tollen Fight um den ÖSTM-Titel. Am Ende musste sich die Grazerin knapp geschlagen geben und holte in ihrer Heimat Platz zwei.

„Auf der einen Seite bin ich sehr zufrieden mit meiner Leistung und dem zweiten Platz, auf der anderen Seite auch enttäuscht. Ich wollte bei mir zu Hause unbedingt den Titel verteidigen. Ich habe alles rausgeholt, was möglich war. Leider war ich sehr nervös, das hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nachdem am letzten Boulder die Entscheidung gefallen war, konnte ich die ganze Atmosphäre noch richtig genießen und aufsaugen. Herzliche Gratulation an Franzi, die war heute richtig stark“,

fiel das Fazit bei Färber mit gemischten Gefühlen aus.

Nach Platz vier im Vorjahr schaffte es Lea Kempf (ÖAV Egg) mit einer sehr starken Finalrunde als Dritte verdient unter die Top 3.

„Es hat einfach richtig Spaß gemacht. Das Publikum hat bei uns allen voll mitgefiebert, das hat mich voll motiviert. Es war mega-cool zum Klettern, auch wenn die Finalrunde sehr schwer war und wir vier spannende Boulder zu lösen hatte. Ich bin einfach happy, dass ich es aufs Podest geschafft habe,“

bilanzierte ein überglückliche Kempf direkt nach dem Bewerb.

ERGEBNISSE BOULDER-STAATSMEISTERSCHAFT:

Damen, Top 10:
1. Franziska Sterrer (NFÖ Vöcklabruck)
2. Johanna Färber (BV BlocHouse)
3. Lea Kempf (ÖAV Egg)
4. Eva-Maria Hammelmüller (ÖAV Haag)
5. Mattea Pötzi (ÖAV Villach)
6. Julia Fiser (ÖAV Innsbruck)
7. Sandra Lettner (ÖAV Vöcklabruck)
8. Emma Tabernig (ÖAV Bludenz)
9. Lena Schrittwieser (NFÖ Mürzzuschlag)
10. Marie Schöpf (ÖAV Innsbruck)

Herren, Top 10:
1. Jan-Luca Posch (ÖAV Innsbruck)
2. Nicolai Uznik (SV St. Johann i.R.)
3. Stefan Scherz (NFÖ Neunkirchen)
4. Dominik Härtl (NFÖ Wien)
5. Andreas Hofherr (ÖAV Feldkirch)
6. Florian Klingler (ÖAV Innsbruck)
7. Lawrence Bogeschdorfer (NFÖ Vöcklabruck)
8. Maximilian Lenz (ÖAV Wolfsberg)
9. Georg Parma (NFÖ Eichgraben)
10. Stefan Rest (ÖAV Kuchl)

© KVÖ // Foto: GEPA

Posch zweiter im Europacup

Jan-Luca Posch

Jan-Luca Posch zeigte im Europacup in Krakau (POL) auf und sicherte sich den 2ten Platz.

An diesem Wochenende waren sechs AthletInnen des Kletterverband Österreich beim Boulder Europacup in Krakau (POL) im Einsatz und nutzten den internationalen Wettkampf als Vorbereitung für die Österreichische Staatsmeisterschaft, die nächste Woche in Graz ausgetragen wird.

Jan-Luca Posch (ÖAV Innsbruck) fand sehr gut in den Boulder-Europacup und schloss die Qualifikation auf Platz eins ab. Auch im Semifinale, für das sich 20 Athleten qualifizieren konnten, zeigte der Tiroler auf und zog als Zweiter souverän ins Finale ein. Dort holte Posch zwei Tops und zwei Zonen und platzierte sich nach einer starken Leistung hinter dem Franzosen Mathieu Ternant (2 Tops und 3 Zonen) auf Rang zwei. Rang drei ging an den Deutschen Max Prinz. KVÖ-Teamkollege Stephan Rest (ÖAV Kuchl) qualifizierte sich ebenfalls ohne Probleme für das Semifinale. Dort hatte der Salzburger mit den geschraubten Bouldern zu kämpfen und schloss den Wettkampf auf Platz 20 ab.

„Für mich war es ein sehr erfolgreicher Wettkampf. Ich habe von Anfang an ein super Gefühl gehabt und bin nach Platz eins in der Qualifikation und Platz zwei im Semifinale mit großen Erwartungen ins Finale gegangen. Das Finale war richtig hart: Der erste Boulder ist praktisch aus der Wertung gefallen, da ihn niemand lösen konnte. Die Boulder drei und vier sind mir voll aufgegangen. Der Deutsche Max Prinz hat beide Probleme gelöst und geflasht. Ich wusste, wenn ich Zweiter werden will, muss ich da nachziehen. Ich bin überglücklich, dass mir das gelungen ist“,

freute sich Posch über Platz zwei.

Pötzi holt sich viel Selbstvertrauen

Auch bei den Damen gab es Grund zur Freude. Mattea Pötzi (ÖAV Villach) kletterte auf einem sehr hohen Niveau und schloss den Bewerb mit einem Top und zwei Zonen im Finale auf dem ausgezeichneten fünften Rang ab. Der Sieg ging an die Deutsche Anna Lechner, die sich vor der Französin Fanny Gibert und der Italienerin Giulia Medici durchsetzen konnte.

„Der Tag heute war sehr anstrengend und lange. Am Ende habe ich schon ein wenig die Müdigkeit gespürt. Ich habe aber alles rausgeholt und bin mit meiner Leistung sehr zufrieden. Platz fünf gibt noch einmal richtig viel Selbstvertrauen für die bevorstehende Österreichische Meisterschaft. Jetzt heißt es gut regenerieren und dann möchte ich in Graz kommende Woche wieder voll angreifen“,

bilanzierte Pötzi und zeigte sich mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Für Eva-Maria Hammelmüller (ÖAV Haag) lief es hingegen nicht ganz nach Wunsch. Nach einer einwöchigen Boulder-Vorbereitung verpasste die Niederösterreicherin als Halbfinal-Siebente das angepeilte Finale haarscharf.

„Die Erwartungshaltung war in Krakau nicht ganz so groß, ich habe mich in den letzten Wochen aufs Lead-Training fokussiert. Trotzdem war ich im ersten Moment etwas enttäuscht, dass es nicht für das Finale gereicht hat. Ich bin bei vielen Bouldern erst oben geflogen, das war dann schon etwas ärgerlich. Ganz zufrieden bin ich somit nicht, aber ich hoffe, dass ich jetzt wieder im ‚Boulder-Mode‘ bin und mit in Graz wieder in alter Stärke präsentieren kann“,

zog die 21-Jährige ein gemischtes Resümee.

Starke Europacup-Premiere

Eine Bewährungsprobe gab einmal mehr Lena Schrittwieser (NFÖ Mürzzuschlag) ab. Im Halbfinale konnte sie einen Boulder lösen und holte vier Zonen. Am Ende platzierte sich Schrittwieser auf dem ausgezeichneten 13. Platz. 

„Ich bin ohne große Erwartungen in den Boulder-Europacup gegangen. Es war erst mein zweiter internationaler Wettkampf bei den Erwachsenen, der erste Europacup. In der Qualifikation ist es für mich super gelaufen. Nach zwei Flashs und vier Zonen konnte ich mich als Siebente souverän für das Halbfinale qualifizieren – das war richtig cool. Dort war ich dann schon ein wenig müde, und es ist nicht mehr ganz so gut gelaufen. Aber es war mega, dass ich überhaupt starten durfte und habe viele wertvolle Erfahrungen sammeln können. Ich bin sehr happy und mehr als zufrieden mit dem Wochenende“,

freute sich Schrittwieser über eine gelungene Europacup-Premiere.

Ihre KVÖ-Teamkollegin Sandra Lettner (ÖAV Vöcklabruck) hatte in Krakau das Quäntchen Glück nicht auf ihrer Seite. Die Goldmedaillengewinnerin der Olympischen Jugendspielen von Buenos Aires 2018 verpasste den Einzug ins Semifinale letztendlich nur um einen Platz.

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