Zwei Mal Gold!

Was für eine Heim-WM! Zweite Entscheidung, zweites Gold für Österreich! In einem spannenden Finale sicherte sich nach Jessica Pilz auch Jakob Schubert Gold im Vorstieg.

Pilz: „Ich muss das jetzt alles einmal verdauen.“

Vor mehr als 4000 Zuschauern in der Olympiaworld ging es für zehn Damen am Samstagabend um Gold, Silber und Bronze im Vorstieg. Jessica Pilz ging als vorletzte Starterin in die Finalroute. Sie zeigte eine perfekte Vorstellung, die erst am Top endete. Damit war ihr Silber schon sicher.

Janja Garnbret, die ebenfalls auf Zwischenrang eins ins Finale eingezogen war, musste nun in weniger als 4:27 Minuten zum Top klettern. In der extrem anspruchsvollen Schlusspassage hatte sie Schwierigkeiten, die sie entscheidende Sekunden kosteten. Am Ende blieb die Uhr für die Slowenin bei 4:38 Minuten stehen – das bedeutete Gold für Jessica Pilz. Es war der perfekte Wettkampf, bei dem die Österreicherin jede Runde gewann.

Jessica Pilz:

„Das war der Idealfall. Ich kann es gar nicht beschreiben. Beim Ablassen habe ich mich mega gefreut und konnte es gar nicht glauben. Normalerweise bin ich eher langsamer als Janja, aber dass es sich jetzt so ausgegangen ist – unglaublich! Ich realisiere noch gar nicht was passiert ist. In der Route habe ich mich relativ sicher gefühlt. Nur beim Sprung ganz oben habe ich einfach riskiert. Ich muss das jetzt alles einmal verdauen.“

Janja Garnbret (Weltmeisterin 2016) musste sich mit Silber zufriedengeben. Kim Jain (Weltmeisterin 2014) kletterte auf den dritten Rang. Die Tirolerin Hannah Schubert zeigte eine starke kämpferische Leistung, die mit Rang 8 belohnt wurde.

 

Schubert: „Traum ging in Erfüllung.“

Der Innsbrucker kletterte in der ausverkauften Olympiaworld vor Heim-Publikum zu seinem zweiten WM-Titel nach 2012.

Der Tscheche Adam Ondra, der die gleiche Höhe erreichte, musste sich aufgrund des Halbfinalergebnisses mit Silber zufriedengeben, der Deutsche Alexander Megos holte Bronze.

Schubert kletterte souverän in die erste Schlüsselstelle. Dort fand er nicht die optimale Methode, nutzte jedoch seine außergewöhnliche Körperspannung, um die Stelle zu meistern. Danach legten die Schwierigkeiten noch einmal merklich zu. Der Innsbrucker stürzte am gleichen Griff wie Adam Ondra, aufgrund des besseren Halbfinalergebnisses übernahm Schubert aber auf Zwischenrang 1. Der Halbfinalführende Domen Skofic (Slowenien) stürzte früher als der Lokalmatador und musste sich mit Rang 5 zufriedengeben.

Jakob Schubert nach seinem WM-Triumph: 

„Ich kann es noch gar nicht fassen. Es war unglaublich bei dieser Wahnsinnsstimmung zu klettern. Die Nervosität von den Vorrunden war wie weggeblasen. Schon in der unteren Hälfte der Route war es haarscharf. Durch das gute Training hatte ich genug Kraftreserven, um mich danach weiter rauf zu fighten. Ich kann es gar nicht glauben. Das war ein Traum, der ist jetzt in Erfüllung gegangen.“ 

Mit 21 Weltcupsiegen und nunmehr zwei Weltmeistertiteln gehört Schubert zu den erfolgreichsten Sportkletterern aller Zeiten.

 

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Sieg für Schubert und Rang 2 für Pilz

Arco (ITA): In den Achtzigerjahren war Arco eine der Geburtsstätten des Sportkletterns. Zehn Jahre später etablierte sich der Arco Rock Master als einer der wichtigsten Wettkämpfe der Welt, bei dem österreichische AthletInnen insgesamt 14 Siege verbucht haben. Ausnahmekletterer Adam Ondra (CZE) trat zum ersten Mal in dieser Saison im Weltcup an, um seine Form im Hinblick auf die in 39 Tagen startende WM in Innsbruck zu testen.

Max Rudigier mit außergewöhnlicher Qualifikationsrunde

Die Rückkehr an den Ort seines größten Erfolges (Rang 3 vor einem Jahr) lief für Max Rudigier zunächst denkbar schlecht. Der Salzburger stürzte in der ersten Qualifikationsroute am ersten Griff. Mit einem nervenstarken Top in der zweiten Route holte er die Kohlen noch aus dem Feuer und qualifizierte sich für das Halbfinale. Jakob Schubert schaffte als Einziger neben Adam Ondra zwei Tops. Georg Parma beendete den Bewerb auf Rang 38. Matthias Schiestl wurde 43.

Bei den Damen qualifizierten sich Jessica Pilz und Hannah Schubert auf Rang 3 und Rang 4. Christine Schranz zog auf dem sechsten Rang ins Halbfinale ein. Katharina Posch schaffte den Aufstieg ebenfalls. Laura Stöckler (27.) und Julia Fiser (28.) verpassten das Halbfinale denkbar knapp.

Christine Schranz meldet sich mit Zwischenrang 3 im Halbfinale zurück

Christine Schranz bestätigte ihre aufsteigende Formkurve und zeigte im Halbfinale eine sehr starke Leistung. Die Tirolerin zog hinter Jessica Pilz auf Rang 3 ins Finale ein. Jessica Pilz schaffte den Aufstieg ebenfalls ohne Probleme auf Zwischenrang 2. Katharina Posch beendete den Bewerb auf Rang 18. Für Hannah Schubert lief das Halbfinale nicht nach Wunsch. Sie wurde 19.

Jakob Schubert qualifizierte sich auf Rang 2 für das Finale. Max Rudigier kletterte auf Rang 19.

Jakob Schubert mit perfekter WM-Generalprobe und Rang 1

Im Herrenfinale wartete schon vor der Schlusspassage eine sehr schwierige Stelle, an der Adam Ondra und die anderen Mit-Favoriten scheiterten. Jakob Schubert gab sich keine Blöße und überkletterte die Stelle als Einziger. Er holte sich damit beim letzten Weltcup vor der Heim-WM seinen zweiten Saisonsieg und den 21. Weltcupsieg seine Karriere. Der 27-jährige Innsbrucker freute sich über die geglückte Generalprobe vor der Heim-WM: „Ich freue mich sehr über den Sieg! Es ist schade, dass die Route etwas zu schwer war und es niemand in die spektakuläre Schlusspassage schaffte. Es war schon unten nicht leicht! Mit der Weltcup Führung und zwei Siegen in der Tasche zur Heim-WM. Besser geht’s nicht!“ Rang 2 ging an Stefano Ghisolfi (ITA). Domen Skofic (SUI) wurde Dritter.

Jessica Pilz sichert sich mit starker Vorstellung Platz 2

Jessica Pilz gelang in ihrem vierten Vorstieg-Finale 2018 ihre vierte Top-Leistung. Die 21-Jährige lieferte einmal mehr eine beeindruckende Vorstellung ab. Sie stieg als vorletzte Starterin ein und kletterte deutlich weiter als die Konkurrenz. Nur Janja Garnbret schaffte es, einen Griff weiter zu klettern und sicherte sich so den Sieg. Die in Innsbruck lebende Niederösterreicherin freute sich über ihren vierten Podestplatz innerhalb von vier Wochen: „Ich bin sehr zufrieden! Ich habe alles rausgeholt und war an der Wand, bis nur noch drei Sekunden übrig waren [Kletterzeit ist 6 Minuten, Anm.]. Nachdem ich beim Sprung unten ein bisschen gezögert hatte, wusste ich, dass ich Zeit aufholen musste. Es ist mir dann super aufgegangen und ich bin sehr glücklich über den zweiten Rang! Janja Garnbret hat sich den Sieg mit einer starken Leistung verdient. Ich fühle mich auf jeden Fall bereit für die Heim-WM und kann es kaum erwarten, dass es in knapp 6 Wochen losgeht.“

Christine Schranz übersah im unteren Teil der Route einen entscheidenden Tritt und stürzte früh. Sie beendete den Bewerb auf dem 8. Rang. Rang 3 ging an Europameisterin Anak Verhoeven (BEL).

Jakob Schubert baut seine Führung im Vorstieg Gesamtweltcup weiter aus

Mit dem Sieg baute Jakob Schubert seine Führung im Gesamtweltcup weiter aus. Er führt mit 385 Punkten vor Stefano Ghisolfi, der 49 Punkte hinter ihm liegt. Für einen Sieg gibt es 100 Punkte.

Jessica Pilz liegt weiterhin auf Rang 2. Von der Führenden Janja Garnbret trennen sie 40 Punkte, während sie 159 Punkte vor Anak Verhoeven (Rang 3) liegt. Im Nationenranking führt Österreich mit 983 Punkten vor Slowenien (952) und Japan (810).

Alexandra Elmer auf Rang 12 im Speed und neuer Österreichischer Rekord für Matthias Erber

Alexandra Elmer schaffte als einzige Österreicherin den Einzug ins Achtelfinale. Sie kletterte in 9.11 Sekunden auf den starken 12. Rang. Nina Lach verpasste das Achtelfinale auf Rang 18 (9.69 Sekunden) nur knapp. Laura Stöckler (21.) und Laura Lammer (27.) holten ebenfalls Weltcuppunkte.

Bei den Herren lief Matthias Erber in 6.64 Sekunden einen neuen Österreichischen Rekord. Das bedeutete Rang 22. Tobias Plangger wurde in 6.90 Sekunden 29. Lukas Knapp lief in 7.07 Sekunden auf Rang 32.

Nur noch 39 Tage bis zur Heim-WM

Am 6. September beginnt die Heim-WM in Innsbruck mit der Qualifikation der Damen im Vorstieg. Die bis dahin verbleibenden 39 Tage werden die Vorstieg- und Speed-Spezialisten zur Vorbereitung nutzen. Mit dem Boulder-Weltcup in München am 17. und 18. August steht vor dem Saisonhighlight nur noch ein internationaler Bewerb an.

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© austriaclimbing.com / Bild: Heiko Wilhelm

Pilz auf Platz 2 bei Weltcup in Briançon

Briançon beheimatet seit sieben Jahren einen Weltcup im Vorstieg. Die höchstgelegene Stadt Frankreichs (1300 MüM) im Departement Hautes-Alpes erfreut sich im Sommer großer Beliebtheit, dementsprechend gut besucht ist auch der Weltcup mit mehreren Tausend Zuschauern. Heuer stand die Wand zum ersten Mal nicht im Stadtzentrum, sondern inmitten einer großen Sportanlage.

Sieben KVÖ-AthletInnen im Halbfinale

Die Qualifikation fand bei besten Bedingungen statt. Jakob Schubert und Max Rudigier schafften den Halbfinaleinzug ohne Probleme. Georg Parma fehlte nicht viel um ins Halbfinale zu klettern, er beendete den Bewerb auf dem 29. Rang.  Matthias Schiestl kletterte auf Rang 49. Mathias Posch wurde 60.

Bei den Damen kletterten Jessica Pilz, Hannah Schubert, Katharina Posch, Julia Fiser und Christine Schranz ins Halbfinale. Die 16-jährige Sandra Lettner, die mit einem 4. Platz beim Boulder Weltcup im April für Aufsehen gesorgt hatte und ihr Debüt im Vorstieg-Weltcup feierte, wurde 38.

Jakob Schubert und Jessica Pilz verlängern ihr Final-Abonnement

Im Kampf um die Finaltickets ließen die zwei stärksten KVÖ-Vertreter keine Zweifel aufkommen: Jakob Schubert und Jessica Pilz qualifizierten sich am Freitagabend souverän für das Finale. Max Rudigier zeigte im Halbfinale eine ordentliche Leistung und wurde 15.

Katharina Posch zeigte nach zuletzt enttäuschenden Ergebnissen ihre beste Saisonleistung bisher. Sie fiel an der gleichen Stelle wie drei spätere Finalistinnen, die aufgrund ihres Ergebnisses in der Qualifikation vor ihr lagen. Das bedeutete am Ende Platz 10. Hannah Schubert, die sich auf Rang 4 qualifiziert hatte, verlor im unteren Teil der Route aufgrund eines Fehlers viel Kraft und stürzte vor der Schlüsselstelle (Rang 13).  Christine Schranz beendete das Halbfinale auf dem 18. Rang. Julia Fiser wurde 21.

Jakob Schuberts Podest-Serie reißt nach zwei Jahren

Seit dem Weltcup in Briançon 2016 stand Jakob Schubert bei jedem internationalen Bewerb im Vorstieg, bei dem er antrat, auf dem Podest. Ausgerechnet bei seiner Rückkehr in die französische Alpenstadt riss diese Serie. Nach einer starken Vorstellung im Finale, wo er weit oben mit der Hand abrutschte und stürzte, lag er auf Zwischenrang 2, mit drei verbleibenden Startern. Nachdem Domen Skofic (SLO) gleich weit kletterte wie Jakob Schubert musste sich der Tiroler aufgrund des Halbfinalergebnisses mit Rang 4 begnügen.

„Ich habe mich gut gefühlt, es war eine coole Route! Ich bin oben ein bisschen mit der Hand weggerutscht. Ein Zug wäre ganz sicher noch gegangen, deshalb bin ich ein bisschen enttäuscht. Am Ende lag es an meiner etwas schlechteren Halbfinalleistung, dass meine Podest-Serie nach zwei Jahren gerissen ist. Es war eine knappe Angelegenheit. Schade, aber meine Form stimmt auf jeden Fall und die nächste Chance kommt schon in einer Woche“, so Jakob Schubert im Anschluss.

Alexander Megos (GER) verbuchte seinen ersten internationalen Sieg. Romain Desgranges (FRA) wurde Zweiter.

Jessica Pilz klettert im Finale zum Top und holt Platz 2

Jessica Pilz lag nach dem Halbfinale auf dem dritten Zwischenrang. Im Finale untermauerte sie ihre aktuelle Top-Form auf beeindruckende Art und Weise. Sie kletterte ohne Mühe als erste Finalistin zum Top. Anak Verhoeven (BEL), die nach ihr kletterte, schaffte den letzten Zug nicht. Als Letzte ging Janja Garnbret (SLO) an den Start, die ebenfalls zum Top-Griff kletterte. Das bedeutete wegen dem Halbfinalergebnis den zweiten Rang, über den sich die 21-jährige Niederösterreicherin zurecht freute: „Es war super, nach Chamonix wieder ein Finale durchzusteigen! Ich fühlte mich sehr gut und hatte oben noch Reserven. Schade, dass mir im Halbfinale ein Fehler passiert ist und das Finale ein Tick zu leicht war, um mit Janja um den Sieg zu kämpfen, aber ich bin trotzdem sehr zufrieden. Platz 2 ist die erhoffte Bestätigung nach dem Sieg von Chamonix und ist gut fürs Selbstvertrauen in Richtung Heim-WM!“

Der Sieg ging an Janja Garnbret. Anak Verhoeven wurde 3.

Österreich führt im Nationenranking, Jakob Schubert auf Rang 1 im Gesamtweltcup

Jakob Schubert liegt nach drei Bewerben auf Rang 1 im Gesamtweltcup. Bei den Damen liegt Jessica Pilz nur zwanzig Punkte hinter Janja Garnbret auf Rang 2. Österreich führt im Nationenranking vor Slowenien und Japan

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© austriaclimbing.com / Bild: Heiko Wilhelm

Erster Weltcupsieg für Pilz

Chamonix (FRA): Der Weltcup in Chamonix ist der einzige Bewerb im IFSC-Kalender, der sich nicht an ein Wochenende hält, sondern an den Französischen Nationalfeiertag, an dessen Vorabend jedes Jahr das Finale stattfindet. In Chamonix funktioniert das, weil das Städtchen am Fuß des Mont Blanc der Bergsteiger-Ort schlechthin ist. Der Bewerb gilt als das Highlight im Vorstieg Weltcup. Der Bewerb erfreut sich entsprechender Zuschauerzahlen, heuer waren mehrere Tausend Zuschauer vor Ort als Jessica Pilz ihren ersten Sieg im Weltcup feierte.

Gemischte Gefühle in der Qualifikation

Zwei Tops in der Qualifikation der Herren gelangen nur Jakob Schubert und Alexander Megos (GER). Max Rudigier, der in der Vorwoche in Villars noch Rang 5 erreicht hatte, machte in beiden Qualifikationsrouten weit unten Flüchtigkeitsfehler und musste sich mit dem enttäuschenden 76. Rang zufriedengeben. Georg Parma verpasste knapp die Weltcuppunkte und wurde 32. Florian Klingler wurde 90. Bei den Damen qualifizierten sich Jessica Pilz, Hannah Schubert und Julia Fiser ohne Probleme. Katharina Posch erreichte das Halbfinale als 25. Für Christine Schranz (39.) und Magdalena Röck (59.) lief es nicht wie erhofft, sie schieden in der Qualifikation aus.

Jessica Pilz und Jakob Schubert im Halbfinale nicht zu schlagen

Im Halbfinale kletterte Jessica Pilz wie entfesselt bis fast zum Top und zog auf Zwischenrang eins ins Finale ein. Hannah Schubert schaffte den Aufstieg ebenfalls mit einer sehr kämpferischen Leistung. Ihr Bruder, Jakob Schubert, beeindruckte im Halbfinale mit einer Demonstration der Stärke. Er kletterte deutlich weiter als die Konkurrenz. Katharina Posch (20.) und Julia Fiser (22.) stürzten beide in einer schwierigen Passage, die die Hälfte aller Halbfinalistinnen stoppte.

Jessica Pilz schafft ihren ersten Weltcupsieg!

Nach vier dritten und sechs zweiten Plätzen kam der große Moment von Jessica Pilz ausgerechnet am Tag nach dem Rücktritt der zweifachen Ex-Weltmeisterin Anna Stöhr. Nach dem ersten Zwischenrang im Halbfinale startete sie als Letzte ins Finale. Janja Garnbret (SLO) war stark geklettert und hatte es bis zum letzten Zug geschafft, die Latte lag also hoch. Nach einem nervösen Start fand Jessica Pilz in Routenmitte zu sich und legte einen unwiderstehlichen Auftritt hin, der erst endete, als sie den Umlenker eingehängt hatte. Nachdem es oft knapp nicht geklappt hatte, war ihr erster Sieg im Weltcup letztlich ungefährdet. „Zu Beginn der Finalroute war ich sehr nervös. Es ist immer speziell, als Letzte aus der Isozone zu kommen. Je höher ich kam, desto mehr genoss ich es. Ich wollte unbedingt zum Top. Besser kann ein erster Weltcupsieg glaube ich nicht sein: Vor diesem Publikum in Chamonix das Finale durchsteigen und gewinnen… es fühlt sich unglaublich an!“, so die 21-jährige Niederösterreicherin. Hannah Schubert zeigte im vierten Finale ihrer Karriere eine starke Leistung und wurde Achte. Die Slowenin Janja Garnbret wurde Zweite, Kim Jain (KOR) wurde Dritte.

Jakob Schubert holt Rang 2 und damit seinen 11. Podestplatz in Folge im Vorstieg

Im Herrenfinale kletterte der vorletzte Starter Stefano Ghisolfi (ITA) zum Top. Das bedeute, dass Jakob Schubert ebenfalls durchsteigen musste um aufgrund seines besseren Halbfinalergebnisses zu gewinnen. Der 27-jährige Innsbrucker kletterte sicher bis in die Schlusspassage, stürzte jedoch ein paar Züge vor dem Umlenker. Sein starker Auftritt wurde mit Rang 2 belohnt, es ist sein 11. Podestplatz in Folge im Vorstieg.

„Es freut mich, dass ich im Moment so konstant bin. Über den zweiten Platz freue ich mich auch! Stefano Ghisolfi war im Finale der Beste. Das Halbfinale hat mir besser gefallen, in Finale kam es mehr auf Taktik an, weil es leichter war. Ich bin oben mit der falschen Hand rauf, sonst wäre vielleicht der Sieg drin gewesen. Heute steht die Jessy auf jeden Fall im Mittelpunkt, ein solcher Sieg hier in Chamonix, und dann auch noch der Erste… das freut mich voll für sie!“, so der Tiroler nach dem Finale.

Rang 3 ging an Alexander Megos (GER).

Speed: Spezialisten und Kombinierer am Start 

Bei den Herren wurde Matthias Erber mit einer Zeit von 6.80 Sekunden 27. Lukas Knapp lief in 7.09 Sekunden auf den 33. Platz. Jakob Schubert konnte mit 8.03 Sekunden und Rang 53 sein zweites Speed-Resultat dieser Weltcupsaison verbuchen. Jessica Pilz, die in 10.89 Sekunden 42. wurde, verbuchte ihr erstes Speed-Ergebnis. Um im Kombinationsweltcup gewertet zu werden, sind mindestens zwei Ergebnisse pro Disziplin notwendig. Pilz und Schubert haben aufgrund starker Ergebnisse im Bouldern auch in diesem Ranking gute Chancen auf eine Topplatzierung. Alexandra Elmer wurde mit 9.00 Sekunden 22., Nina Lach lieft auf Rang 28 (9.40 Sekunden).

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© austriaclimbing.com / Bild: Heiko Wilhelm

Schubert feiert 20. Weltcupsieg – Pilz wird Zweite

Am Wochenende fand der erste Lead Weltcup der Saison 2018 in Villars (SUI) statt. Jakob Schubert gelang der perfekte Saisonstart, er holte sich seinen 20. Weltcupsieg. Jessica Pilz zeigte ebenfalls eine hervorragende Leistung und wurde Zweite. Max Rudigier kletterte zum dritten Mal in seiner Karriere ins Finale und wurde starker Fünfter. Bei den Damen holte Janja Garnbret (SLO) den Sieg.
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Schlechte Witterung prägte die Qualifikation

In der Qualifikation am Freitag sorgten Regen und dichter Nebel für sehr schwierige Bedingungen. Jakob Schubert, Max Rudigier und der 21-jährige Niederösterreicher Georg Parma schafften den Halbfinaleinzug. Florian Klingler wurde bei seinem Weltcup-Debüt im Vorstieg 55. Bei den Damen kletterten Jessica Pilz, Hannah Schubert, Julia Fiser und Christine Schranz ins Halbfinale. Letztere feierte nach eineinhalbjähriger Abwesenheit ihr Weltcup-Comeback.

Katharina Posch unterlief in der zweiten Qualifikationsroute ein Fehler aufgrund dessen sie zum ersten Mal in ihrer Karriere ein Weltcup Halbfinale im Vorstieg verpasste. Magdalena Röck musste sich wenige Wochen nach einer Fingerverletzung mit Rang 30 zufriedengeben.

Max Rudigier toppte die Halbfinalroute als Einziger

Im Halbfinale zeigte Max Rudigier eine fantastische Leistung. Scheinbar mühelos kletterte er zum Top und sicherte sich Zwischenrang 1. Jakob Schubert und Jessica Pilz gaben sich ebenfalls keine Blöße und sicherten sich ihr Finalticket in souveräner Manier auf dem zweiten Zwischenrang. Georg Parma wurde 21. Julia Fiser kletterte auf Rang 15. Hannah Schubert wurde 16. und Christine Schranz beendete das Halbfinale auf Platz 20.

Jakob Schubert macht die 20 Weltcupsiege voll und Max Rudigier bestätigt seine Topform!

Im Finale der Herren warteten einige Passagen, in denen auch der kleinste Fehler bestraft wurde. Jakob Schubert kam als Vorletzter aus der Isolationszone und überkletterte die fraglichen Stellen souverän. Wenige Züge vor dem Umlenker verpasste er um Haaresbreite einen weiten Sprung, der auch schon den Franzosen Romain Desgranges gestoppt hatte. Aufgrund des besseren Halbfinalergebnisses ging Schubert in Führung, was am Ende den Sieg bedeutete. Es war eine nahezu perfekte Vorstellung, wie der Innsbrucker nach dem Finale sagte: „Das war der Start, den ich mir erhofft habe! Beim Sprung oben hat nicht viel gefehlt. Weil es mir nicht so schwer vorgekommen ist – viel leichter als das Halbfinale – war ich mir sicher, dass jemand weiter geklettert ist. Umso mehr hat es mich gefreut, als ich erfahren habe, dass ich in Führung liege! Insgesamt war es ein fast perfekter Wettkampf. Max [Rudigier] ist in jeder Runde extrem stark geklettert. Es freut mich voll, dass er so fit ist und dass wir bei den Herren jemanden im Team zu haben, der vorne mitklettern kann. Dass ich hier meinen 20. Sieg feiere macht das Ganze noch schöner!“ Seinen ersten Weltcupsieg verbuchte Schubert 2009 in Brno.
Als Führender nach dem Halbfinale startete Max Rudigier als Letzter. Er untermauerte, dass sein Top im Halbfinale kein Zufall gewesen war. Nach einer beeindruckenden Vorstellung unterlief ihm in einer schwierigen Passage im oberen Viertel der Route ein kleiner Fehler der Rang 5 bedeutete. Ein Zug mehr, und er hätte sich den dritten Rang gesichert. Der 24-jährige Salzburger freute sich zurecht: „Das war ein perfekter Start in die Saison. Die Routen lagen mir sehr gut. Ich bin sehr locker und zuversichtlich aus der Isolationszone gekommen. Oben ist mir dann ein Flüchtigkeitsfehler unterlaufen, aber ich bin trotzdem sehr zufrieden.“

Platz 2 ging an Romain Desgranges (FRA), Dritter wurde Tomoa Narasaki (JPN).

Jessica Pilz mit starker Vorstellung auf Rang 2

Jessica Pilz zeigte im Finale eine sehr starke Vorstellung. Sie kletterte ohne zu zögern weiter als alle anderen Athletinnen vor ihr und stürzte erste wenige Züge vor dem Ende, als ihr der Fuß abrutschte. Sie lag damit auf dem 1. Zwischenrang. Nach ihr kam nur noch Seriensiegerin Janja Garnbret, die noch etwas weiter kletterte als Pilz. Es ist das sechste Mal, dass die 21-jährige Niederösterreicherin in einem Weltcup Zweite wird. „Als ich oben gestürzt bin, weil mir der Fuß abrutschte, war ich zuerst ziemlich enttäuscht! Ich habe mich an der Stelle noch sehr gut gefühlt und hätte weiter klettern können. Mit dem Ergebnis bin ich aber trotzdem super zufrieden. Dass ich zum Saisonbeginn auf das Podium klettern konnte, freut mich sehr“, so Jessica Pilz nach dem Finale. Rang 3 ging an die Koreanerin Jain Kim.

Nationaltrainer Roman Krajnik war mit dem Saisonauftakt ebenfalls sehr zufrieden: „Das war ein super Saisonstart, so wie ich mir es erhofft und erwartet habe. Es könnte natürlich immer noch besser laufen, und ich bin sicher, dass das auch bald der Fall sein wird!“

Speed: Alexandra Elmer auf Rang 18 knapp an der Endrunde vorbei. 

Bei den Damen lief Alexandra Elmer in 9.22 Sekunden auf Rang 18. Nina Lach wurde mit 10.18 Sekunden 25. Lukas Knapp lief in 6.85 Sekunden auf den 21. Platz, sein Team-Kollege Matthias Erber wurde 26. in 7.25 Sekunden.

Allein im Juli warten drei weitere Weltcups

Mit Chamonix (11.-13.7.), Briançon (20.-21.7.) und Arco (27.-28.7.) warten im Juli drei weitere Weltcup-Stationen, bevor die Österreichische Vorstieg-Elite einen guten Monat Zeit hat, sich auf das die Weltmeisterschaften in Innsbruck vorzubereiten: Am 6. September steht im Kletterzentrum Innsbruck die Qualifikation der Damen im Vorstieg an, die Herren folgen am 7. September. Die Finalrunden finden am 8. und 9. September in der Olympiaworld statt.

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© austriaclimbing.com / Bild: The Circuit Climbing

Staatsmeistertitel für Kletterer

St. Barbara (STMK): Die besten Lead- und Speed-Kletterer Österreichs trafen sich heute Samstag in der Kletterakademie Mitterdorf, wo in den letzten Jahren zahlreiche internationale Nachwuchsbewerbe stattgefunden haben. Die Staatsmeisterschaften markierten den Beginn der Heim-WM-Saison für die Lead-Spezialisten. Im Kampf um die begehrten Startplätze war das Nationalteam vollzählig am Start.

Jakob Schubert holt Lead-Titel Nummer Sieben

Bei den Herren warteten zwei unterschiedlich schwierige Qualifikationsrouten auf die Athleten. Die erste Route wurde fünf Mal Top geklettert, in der zweiten Route gelang der Durchstieg nur Jakob Schubert (ÖAV Innsbruck). Mit Mathias Posch (ÖAV Hohe Munde), Roman Neuwirth (OeAV Wolfsberg), Stefan Scherz (NFÖ Neunkirchen) und Nicolai Uznik (SV St. Johann i.R.) schafften es gleich vier Nachwuchsathleten, sich für das Finale zu qualifizieren. Jakob Schubert und Max Rudigier bestätigten ihre Klasse auch im Finale und kletterten beide zum Top. Schubert holte den Titel aufgrund seines besseren Ergebnisses in der Qualifikation, Rudigier wurde Zweiter. „Bei der Lead-ÖSTM erwarten sich alle, inklusive mir selber, dass ich gewinne. Es ist dann umso cooler, wenn ich mein Ziel erreiche und es freut mich, dass ich meine Leistung bei nationalen Bewerben immer gut abrufen kann“, so Schubert nach dem Finale.

Jessica Pilz zum zweiten Mal nach 2015 Doppel-Staatsmeisterin

Bei den Damen kürte sich wie schon im Bouldern Jessica Pilz (ÖAV Haag) zur Staatsmeisterin. Die 21-jährige Niederösterreicherin zeigte eine souveräne Leistung und gewann den Titel zum vierten Mal hintereinander. „Eigentlich bin ich nicht zu 100% zufrieden, weil rein von meiner aktuellen Form her in jeder Route ein Top drin war. Ich freue mich natürlich trotzdem sehr über den Sieg und bin schon gespannt auf die bald startende internationale Lead-Saison!“ Zweite wurde Christine Schranz (ÖAV Landeck), die sich bei der letzten Lead-ÖSTM verletzt hatte und in der Steiermark ihr Comeback feierte: „Es war super, wieder dabei zu sein. Es war ein bisschen anders als im Weltcup, aber es hat sehr gut gepasst. Alles in allem war es ein Saisonstart nach Maß!“ Rang 3 ging an die zweifache Weltcup-Gewinnerin Magdalena Röck (ÖAV Innsbruck), die im Finale die gleiche Höhe wie Schranz erreichte, in der Qualifikation jedoch hinter Schranz lag. Hannah Schubert (ÖAV Innsbruck) kletterte auf Rang 4, Katharina Posch (ÖAV Imst-Oberland) wurde 5. Dahinter kletterten die Nachwuchsathletinnen Eva Maria Hammelmüller (ÖAV Haag) und Sandra Lettner (ÖAV Vöcklabruck) auf die Plätze 6 und 7. Julia Fiser (ÖAV Innsbruck) wurde ebenfalls 7.

Laura Lammer holt ihren ersten Speed-Staatsmeistertitel und den Rekord bei den Damen

Bei den Damen duellierten sich im Finale wie schon 2017 Laura Lammer (OeAV Graz / STMK) und Alexandra Elmer (OeAV Tauernkraxxla / SLBG). Am Ende holte sich die 17-jährige Grazerin Laura Lammer den Sieg gegen die Titelverteidigerin in 8:79 Sekunden. Sie holte sich damit auch den Österreichischen Rekord: „Es war ein super Wettkampf, und dass ich den neuen Rekord aufgestellt habe, macht mich unglaublich glücklich! Ich konnte jeden Lauf genießen und frei klettern!“ Den dritten Platz fochten Nina Lach (OeAV Graz / STMK) und Laura Stöckler (ÖAV Haag / NÖ) aus. Lach entschied das Duell für sich und holte Bronze.

ÖSTM-Titel in der Kombination an Schubert und Pilz

Für die Kombination werden die Ergebnisse der Staatsmeisterschaften der Einzeldisziplinen multipliziert. Jessica Pilz (7 Punkte) und Jakob Schubert (10 Punkte) erreichten eine sehr starke Punktzahl in dieser Disziplin und holten sich souverän den Titel. Schubert gewann vor Georg Parma (NFÖ Eichgraben / NÖ, 60 Punkte) und Matthias Erber (225 Punkte). Pilz gewann vor Laura Lammer (165 Punkte) und Celina Schoibl (NFÖ Salzburg / SLBG, 192 Punkte).

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© austriaclimbing.com und austriaclimbing.com / Bild: Moritz Liebhaber

Pilz und Schubert überzeugen beim Weltcup in Chongqing

 In Chongqing, der flächenmäßig größten Stadt der Welt, ging am ersten Mai-Wochenende der dritte Boulderweltcup der laufenden Saison über die Bühne. Was auf einer Weltkarte ausschaut wie ein Punkt, ist in Wirklichkeit mit 82.000 km2 fast gleich groß wie Österreich. Der Huayan Climbing Park im Stadtteil Jiulongpo war Schauplatz der ersten von drei Boulderweltcup-Stationen in Asien (05./06.05. Chongqing, 12./13.05. Tai’an (CHN), 02./03.06. Hachioji (JPN)). Unbeeindruckt von den Dimensionen der 30-Millionen-Metropole zeigten sich Österreichs Kletter-Asse, die fokussiert in den Wettkampf startete.

Jessica Pilz zieht erstmals in ein Boulder-Weltcupfinale ein
Während für Pinggera und Färber trotz starker Leistungen im Halbfinale auf den Plätzen 15 (Färber) und 17 (Pinggera) Endstation war, sicherte sich Jessica Pilz in ihrem erst sechsten Boulderweltcup überhaupt mit 2 Tops auf Zwischenrang 3 ihren ersten Finaleinzug in einem Boulderweltcup hinter den beiden Top-Favoritinnen Nonaka und Noguchi (beide JPN). Im Finale toppte Pilz den dritten Boulder im zweiten Versuch und beendete ihren ersten Finalauftritt auf Rang 5. Der Sieg ging an Akiyo Noguchi vor Miho Nonaka (beide JPN) und Stasa Gejo (SRB).

„Im Finale wäre sicher noch mehr möglich gewesen, aber ich bin insgesamt sehr zufrieden mit meiner Leistung. Ich bekomme von Bewerb zu Bewerb mehr Sicherheit im Bouldern, traue mir mehr zu und auch das Selbstvertrauen wächst. Bis zur Heim-WM sind es noch 4 Monate, die Richtung stimmt und die Vorfreude wächst täglich!“ zeigte sich Jessica Pilz, die nun auf Platz 5 im Boulder-Gesamtweltcup liegt, mit dem Ausgang in Chongqing sichtlich zufrieden.

Jakob Schubert in der „Achterbahn“ Boulderweltcup wieder oben auf
Auf Platz 4 beim Weltcup-Auftakt in Meiringen (SUI) folgte für Jakob Schubert Platz 25 in Moskau (RUS). „Boulder-Weltcups wie ein Ritt auf einer Achterbahn! In Chongqing will ich wieder ins Finale!“ lautete die klare Marschrichtung des Heeressportlers. Davon ließ sich Schubert im Verlauf des Bewerbs auch nicht abbringen. Nach Platz 7 in der Qualifikationsgruppe B ließ Schubert auch im Halbfinale nichts anbrennen und sicherte sich mit 2 Tops auf Zwischenrang 4 den erhofften Finaleinzug. In einem spannenden Finale fehlte Schubert schlussendlich nur eine Zone auf einen Podestplatz. Der Sieg ging an Kokoro Fujii (JPN) vor Sean McColl (CAN) und Aleksei Rubtsov (RUS).

„3 Boulderweltcups, davon 2-mal im Finale und Platz 5 im Boulder-Weltcupranking. So kanns nächste Woche in Tai`an von mir aus weitergehen!“ freute sich Schubert über die Spitzenplatzierung in Chongqing.

Nächste Station – IFSC Boulder Weltcup Tai`an (CHN) – 12. & 13. Mai 2018
Der zweite von insgesamt drei Boulder-Weltcups auf asiatischem Boden folgt bereits am kommenden Wochenende in Tai`an (CHN). Das KVÖ-Aufgebot bleibt sowohl zahlen- als auch personenmäßig (4 Damen, 7 Herren) unverändert zum vergangenen Weltcup in Chongqing.

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© austriaclimbing.com / Text: Michael Schöpf / Bild: IFSC Forrest Liu

Erfolge für Schubert und Pilz bei den China Open

Am Wochenende fand in Guangzhou (CHN) der erste China Open statt. Mit über 180’000 € Preisgeld war es der mit Abstand höchstdotierte Kletterwettkampf 2017. Jakob Schubert gewann den hochklassigen Einladungsbewerb im Lead, zu dem die Top Ten der Weltrangliste antreten durften. Jessica Pilz zeigte ebenfalls eine sehr starke Leistung und wurde 2. im Lead und 6. im Bouldern.

Guangzhou (CHN): Die Kletteranlage in Guangzhou gehört zu den größten der Welt. Letztes Jahr wurden dort die Jugend- und Junioren-Weltmeisterschaften ausgetragen. Heuer lud der chinesische Verband die besten 10 Athleten der Weltranglisten aller Disziplinen zum ersten China Open ein. Um die besten AthletInnen der Welt am Ende einer langen Saison nochmal nach China zu locken, lobte der chinesische Verband über 180’000 € Preisgeld aus.

Jakob Schubert gewohnt souverän

Im Leadbewerb der Herren gab sich Jakob Schubert keine Blöße. Weil er unter den ersten 10 der Weltrangliste platziert ist, war er für das Halbfinale gesetzt. Er kletterte als Einziger zum Top der Halbfinalroute. Im Finale hielt er dem Druck, Zwischenrang 1 verteidigen zu müssen, stand. Er stieg durch und holte sich den Sieg vor Domen Skofic (SLO) und Yoshiyuki Ogata (JPN). „Das Finale war vor allem mental eine echte Challenge, weil ich wusste, dass ich Top klettern musste um mir den Sieg und das Rekordpreisgeld zu holen“, meinte Jakob Schubert. Max Rudiger, nach dem Halbfinale noch auf Rang 2, wurde Achter.

Im Bouldern verpassten beide Österreicher das Finale. Schubert belegte Rang 12, Rudigier Rang 16.

Jessica Pilz klettert befreit auf

Nachdem Jessica Pilz beim Saisonabschluss in Kranj (SLO) zum ersten Mal in dieser Saison nicht unter die ersten 8 geklettert war, ging es ihr in China nahezu perfekt auf. Im Halbfinale kletterte sie Top, eine Leistung die neben ihr nur Topfavoritin Janja Garnbret gelang. Auch im Finale kletterten Garnbret und Pilz Top. Aufgrund der längeren Kletterzeit verpasste Pilz knapp den Sieg. Auch im Bouldern zeigte sie eine sehr ansprechende Leistung, qualifizierte sich für das Finale und wurde schließlich 6.

„Es war insgesamt ein toller Bewerb. Im Lead Finale war es sehr knapp – ich hängte das Top in letzter Sekunde ein. Psychologisch war es extrem wertvoll die Saison mit zwei Tops zu beschließen. Vor dem Boulderbewerb machten mir der Jetlag und mein Magen ziemlich zu schaffen. Trotzdem machte es Spaß, auch in dieser Disziplin wieder in einem Finale zu stehen. Für ein besseres Ergebnis hat auch nicht viel gefehlt“, so Jessica Pilz im Anschluss.

Die Heim-WM steht vor der Tür

Nun geht es auch für das Trio Rudigier, Schubert und Pilz in die alljährliche Trainingspause. Gleich danach richtet sich der Blick aller Athleten dann auf die Heim-WM 2018. Vom 6. bis 16. September wird in Innsbruck die WM im Sportklettern (Lead, Bouldern, Speed, Kombination) und Paraclimbing ausgetragen. Für alle österreichischen Athletinnen – ob Routiniers oder Rookies – wird die WM im eigenen Land das bisherige Karrierehighlight, auf das ab dem ersten Tag der Saisonvorbereitung hingearbeitet wird.

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© austriaclimbing.com / Ben Lepesant / Heiko Wilhelm

Gold für Sterrer bei Junioren-EM

Die tschechische Kleinstadt Slany, rund 25 km nordwestlich von Prag, war am 15. und 16.09.2017 Schauplatz der diesjährigen Jugend- & Junioren-Europameisterschaften im Bouldern. Nur 4 Tage nach Ende der erfolgreichen Heim-WM in Innsbruck hieß es somit für den KVÖ-Nachwuchs wieder „ran an die Boulder-Wand“, und das mit Riesenerfolg. In der Junioren-Kategorie gingen gleich beide Gold-Medaillen an Österreich. Franziska Sterrer (NFÖ Vöcklabruck, OÖ) und Jan-Luca Posch (ÖAV Innsbruck, TIR) waren im gestrigen Finale jeweils eine Klasse für sich und sicherten sich bei ihren letzten Antreten in einem Junioren-Boulderbewerb souverän EM-Gold. Die frisch gebackene Junioren-Weltmeisterin Laura Stöckler (ÖAV Haag, NÖ) zeigte auch bei der EM groß auf und rundete mit Bronze hinter Franziska Sterrer und Ida Kups (POL) das herausragende Junioren-Ergebnis ab. In der U18-Kategorie sicherte sich Jugend-Weltmeisterin Sandra Lettner (ÖAV Vöcklabruck, ÖO) Silber vor Teamkollegin Celina Schoibl (NFÖ Salzburg, SBG). Mit insgesamt 5 Medaillen schloss der KVÖ-Nachwuchs bei der EM somit eindrucksvoll an die Leistung bei der Heim-WM in Innsbruck an.

Keine Spur von Müdigkeit nach 12 intensiven Wettkampftagen bei der Heim-WM in Innsbruck (30.08.-10.09.2017) war Österreichs Kletternachwuchs in den letzten beiden Tagen bei der Jugend- & Junioreneuropameisterschaft im Bouldern anzumerken. Ganz im Gegenteil. WM-Bronze durch Jan-Luca Posch und die beiden WM-Goldenen durch Sandra Lettner und Laura Stöckler schienen beim gesamten Team nochmals zusätzliche Kräfte und Motivation freizusetzen.

Für Franziska Sterrer hätte ihr letzter Bewerb in der Junioren-Kategorie nicht besser laufen können. Als einzige Athletin konnte die 18-jährige Oberösterreicherin 3 Finalboulder lösen und sich somit zur Junioren-Europameisterin krönen. Mit dem Sieg in Slany sicherte sich Sterrer schlussendlich auch souverän den Sieg in der Boulder-Europacup-Gesamtwertung vor Johanna Holfeld (GER) und Teamkollegin Laura Stöckler. Stöckler, die letzten Samstag bei der Junioren WM Gold in der Kombination holte, bewies auch bei der Junioren-EM im Bouldern ihre Klasse und sicherte sich mit 2 Tops in 3 Versuchen EM-Bronze.

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© austriaclimbing.com / Foto: Moritz Liebhaber

EM-Bronze für Pilz und Schubert

Das Finale im Lead war Samstag Abend der krönende Abschluss der Kletter-EM im italienischen Campitello di Fassa. Aus rot-weiß-roter Sicht verlief das Finale sehr erfolgreich: Jakob Schubert und Jessica Pilz zeigten bärenstarke Vorstellungen und holten beide Bronze. In der Kombination führt Schubert nach zwei von drei Disziplinen. Pilz ist durch die starke Leistung im Vorstieg zurück im Medaillenrennen der Kombination.

Bei kühlen Temperaturen und vor zahlriechen Zuschauern fochten die besten 8 Athleten und Athletinnen das Finale im Lead aus. Bei den Damen und bei den Herren hatte sich der Stil der Route im Vergleich zu den Ausscheidungsrunden davor drastisch geändert. Viele Volumen und unübersichtliche Passagen warteten auf dem Weg zum Top.

Bronze für Pilz, Rang 7 für Posch
Katharina Posch hatte ihre gute Form im Halbfinale bewiesen, fiel aber leider an der ersten schwierigen Stelle, wodurch sie sich mit dem 7. Rang zufriedengeben musste: „Schade, dass ich mein Bestes nicht zeigen konnte, da ich ein paar Fehler gemacht habe. Insgesamt kann ich aber sehr zuversichtlich für die kommenden Weltcups sein und die Chancen auf eine EM-Medaille in der Kombination sind nach wie vor vorhanden!“
Für Jessica Pilz lief das Finale besser, sie meisterte die erste schwierige Stelle und konnte die bis dahin mit Abstand beste Leistung aller Athletinnen im Finale zeigen. Erst im letzten Drittel fiel sie als ihr der Fuß abrutschte. Am Ende wurde ihr Vorstellung mit Bronze belohnt. Sie wollte sich über ihre Finalleistung aber nicht so recht freuen: „Ehrlich gesagt, bin ich mit meiner Leistung im Finale nicht zufrieden. Es wäre noch deutlich mehr möglich gewesen. Deshalb habe ich auch nicht gedacht, dass sich die Medaille ausgeht. Nach der langen Verletzung ist es ein gutes Gefühl, gleich mit einer EM-Medaille in die Weltcup-Saison zu starten. Die Form passt halbwegs, es ist aber noch deutlich Luft nach oben!“ Anak Verhoeven (BEL) sicherte sich den Europameistertitel vor Mina Markovic (SLO), die aufgrund des besseren Halbfinalergebnisses vor Pilz lag.

Schubert holt im Finale Bronze
Im Herrenfinale stellte sich Jakob Schubert eine Route entgegen, die technisch wie physisch höchste Anforderungen stellte. Schubert meisterte die ersten schwierigen Passagen mit Bravour. In einem komplexen Quergang musste er sich schließlich geschlagen geben. Nur der Franzose Romain Desgranges kletterte weiter und sicherte sich Gold. Der Tscheche Adam Ondra egalisierte Schuberts Wertung und lag damit aufgrund des Countbacks vorn. Schubert war mit seiner Leistung sehr zufrieden:  „Mit einer Medaille im Vorstieg bei dem Starterfeld nach Hause zu fahren ist ziemlich geil. Durch die Spezialisierung heuer auf die Bouldersaison und quasi ohne Vorbereitung hier in allen Runden ganz vorne mitzuklettern ist schon etwas Spezielles. Es wäre eigentlich sogar der Sieg möglich gewesen, aber mit Platz 3 bin ich natürlich zufrieden. Als Führender in der Kombination zur Boulder-EM nach München zu fahren ist das Sahnehäubchen und gibt noch zusätzliches Selbstvertrauen!“

Lead-Coach Martin Hammerer freute sich über das sehr gute Ergebnis: „Kathi Posch hat schon im Halbfinale gezeigt, dass sie bereit ist für die Lead-Saison. Im Finale konnte sie nicht alles zeigen. Jessica Pilz ist sehr stark geklettert, leider ist sie abgerutscht, sonst wäre sicher noch mehr drin gewesen. Obwohl er für den Vorstieg aufgrund der Bouldersaison fast nicht spezifisch trainieren konnte, hat Jakob eine super Leistung gezeigt. Jessica und Jakob haben sich ihre Medaillen mehr als verdient!

Jakob Schubert nach 2 von 3 Disziplinen auf Medaillenkurs in der Kombination, Pilz zurück im Rennen.
In der Kombination steht das KVÖ-Aufgebot nach zwei von drei Disziplinen mannschaftlich sehr gut da. Insbesondere liegt Jakob Schubert nach zwei von drei Disziplinen auf dem ersten Platz. Matthias Erber und Georg Parma, die ihre größten Stärken im Bouldern haben, liegen auf dem 6. beziehungsweise 10. Zwischenrang.
Bei den Damen machte Jessica Pilz ihr schlechtes Speed-Ergebnis (Fehlstart und somit Wertung auf dem letzten Platz) wieder wett und liegt aktuell auf Rang 5. Katharina Posch liegt auf Platz 7. Die Zukunftshoffnungen Eva Maria Hammelmüller (9.), Laura Stöckler (11.), Franziska Sterrer (12.) und Hannah Schubert (14.) liegen bei ihrem ersten Antreten in einer EM-Kombination allesamt im Mittelfeld und haben gute Chancen, in München noch ein paar Plätze gut zu machen.

Die Entscheidung in der EM-Kombination fällt bei der Boulder-EM in München (GER) am 18./19. August.

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© Text: Ben Lepesant / Bild: KVÖ Heiko Wilhelm