Posch Jan-Luca
WM-Fieber
Nach einer fesselnden Kletter-WM, folgten in der vergangenen Woche die diesjährigen „UCI Road World Championships“ und erweckten die Straßen von Innsbruck/Tirol zum Leben. Immer an der Strecke anfeuernd mit dabei Lukas Höllrigl, MSc Training & Leistungsdiagnostik, der uns heute erzählt, wie er die Rad-WM miterlebt hat. Katharina Kreidl, die Brüder Mario, Florian und Patrick Gamper, Markus Wildauer und Benjamin Brkic hielten die Fahne des Olympiazentrum Tirol bei diesen Weltmeisterschaften hoch.
Lieber Lukas…
Wie war die Stimmung in Innsbruck – Tirol während dieser WM?
Die Stimmung war unglaublich gut. Das Ganze hat sich im Laufe der Woche phänomenal entwickelt. Schön war natürlich auch, dass auch die Nachwuchsklassen (Junioren und U23) diese Stimmung genießen durften. Der Radsport ist eine der wenigen Sportarten, bei denen die WM der Nachwuchs Klassen und der Elite im Zuge einer Veranstaltung abgehalten wird.
Wärst du dafür, dass solche Sportveranstaltungen öfters in Innsbruck – Tirol stattfinden?
Ich denke die Frage stellt sich nicht, im Winter startet die nordische WM in Seefeld und ich finde das großartig. Die WM der Kletterer war natürlich auch Spitze.
Hat deiner Meinung nach Innsbruck – Tirol von diesem Großereignis profitieren können?
Das ist für mich schwer abschätzbar, aber wenn ich mir die unglaublich schönen Bilder ansehe, die uns dieses Event beschert hat, dann ist das für mich durchaus vorstellbar. Mit Sicherheit profitiert hat allerdings der Radsport in unserem Land, und das freut mich natürlich sehr.
Wie hast du diese WM mitverfolgt?
Ich war beim Mannschaftszeitfahren, beim Zeitfahren der Herren U23 und Damen Elite und bei den Straßenrennen der U23, Damen und der Herren.Es war mir wichtig direkt an der Strecke zu stehen, auch um „meine“ Athleten und Athletinnen anzufeuern.
Welcher Bewerb war für dich am Spannendsten?
Das ist schwer zu sagen, es hat sehr viele spannende Momente für mich gegeben. Ein kleines Highlight für mich war das Mannschaftszeitfahren gleich zu Beginn. Bei so einem Mannschaftszeitfahren kann sehr viel schief gehen, wenn du schlechte Beine hast, wirst du eine unglaublich schwere Stunde erleben. Aber die Jungs vom Tirol Cycling Team haben das Spitze gemacht.
Wer war dein Favorit für das Straßenrennen Elite Herren?
Da wir schon lange keine WM mehr auf einem derartig bergigen Kurs erlebt haben, war das schwer einzuschätzen. Einen Valverde musste man wegen seines Palmarès natürlich auf dem Schirm haben. Aber ich hätte eher auf einen kletterfesten Kassikerspezialisten wie Van Avermaet oder Tom Dumoulin getippt.
Welche Erfolge durften deine Athleten und Athletinnen feiern?
Ich möchte hier keinen einzelnen hervorheben, aber was ich sagen kann ist, dass alle mit den jeweiligen Leistungen zufrieden sein können. Wir arbeiten am OZ großteiles mit jungen Radsportlern, vorwiegend in der U23 Kategorie und hier ist die Entwicklung über die letzten zwei Jahre großartig. Da ist eine einzelne WM Platzierung für mich als Coach eher sekundär. Gefeiert haben bei diesem großen Radsport-Fest hoffentlich alle!
Ist man auf sich selbst auch stolz, wenn ein Athlet Erfolg feiern darf?
Natürlich, auch wenn man nicht nur stolz über messbaren Erfolg ist. So freut es mich riesig, wenn sich junge Sportler wie bereits erwähnt, positiv entwickeln und man weiß, dass man einen kleinen Teil dazu beitragen hat.
Wie fühlt man sich als Trainer, wenn ein Athlet mit seiner eigenen Leistung nicht zufrieden ist?
Das ist natürlich keine angenehme Situation, aber speziell in solchen Momenten ist es wichtig, dass man als Coach viel Zuversicht und Ruhe ausstrahlt. Ein Athlet dessen Trainer den Kopf in den Sand steckt wird eine Krise schwer überwinden.
Nun zu dir…Welche Sportarten bereiten dir besonders Freude?
Hauptsache sie sind ausdauernd und finden draußen statt, im Idealfall am Berg! Da gibt es für mich natürlich das Radfahren (auf welchem Rad auch immer), Berglaufen, Skibergsteigen uvm.
Woher kommt deine Begeisterung für den Sport?
Für‘s still sitzen hatte ich noch nie Begeisterung. Aber grundsätzlich ist das wohl wie so häufig familiär bedingt, Bewegung wurde in meiner Familie immer schon groß geschrieben.
Nimmst du selbst an Wettkämpfen teil?
Das gestaltet sich eher in Phasen, mal mehr mal weniger. Die letzten Jahre habe ich diesbezüglich „eher weniger“ gemacht. In diesem Sommer habe ich einige Bergläufe hinter mich gebracht.
Auf welche eigene sportliche Leistung bist du besonders stolz?
Ich glaube am meisten stolz kann ich darauf sein, dass ich aus Misserfolgen gelernt habe und diese so gut wie möglich bei meinen Athleten vermeide. Auf meine eigene Leistung bin ich immer dann stolz, wenn ich merke, dass ich im Training etwas richtig gemacht habe.
Wo findet man dich, wenn nicht hier im Olympiazentrum?
Wahrscheinlich am Berg. Oder ich unterrichte gerade am AZW die angehenden Gesundheitstrainer/innen in der Trainingslehre.
Wie sieht so ein Arbeitstag bei dir im Olympiazentrum aus?
Wenn Sportler zum Athletiktraining vor Ort sind, coache ich diese direkt im Kraftraum. Ansonsten werden zukünftige Einheiten geplant, oder noch viel wichtiger vergangene Trainings analysiert. Speziell im Radsport werden Trainings und Rennen sehr umfangreich dokumentiert, Florian Gampers Mannschaftszeitfahren letzten Sonntag lieferte beispielsweise 43 800 Datenpunkte die von seinem Powermeter aufgezeichnet wurden. Da kann natürlich viel analysiert werden.
Wie ist das als Trainer, schreibst du deine eigenen Trainingspläne selbst oder vertraust du da auf das Know-How von wem Anderen?
Großteils mache ich das selbst, wobei externer Input natürlich immer gern gehört und evtl. auch ausprobiert wird!
Wie unterscheidet sich die eigene Trainingsplanung von der der potentiellen Olympiaathleten?
Die eigene Planung verläuft mehr nach Gefühl, von Tag zu Tag. Es gibt da nur so einen groben Leitfaden, den ich mir gedanklich zurechtlege. Bei den Athleten verläuft das natürlich viel strukturierter, aber das ist ja auch deren Job, bei mir geht es um Freizeitgestaltung.
AutorInnen des heutigen Blogposts→ Lisa Totschnig, Praktikantin, 22 Jahre aus Tirol, studiert in Wien im Bachelor Ernährungswissenschaften & Sportwissenschaft. Sarah Schallau, Praktikantin, 26 Jahre aus Hessen, studiert in München im Master “Diagnostics and Training“. Frederik Krassnitzer, Praktikant, 25 Jahre aus Vorarlberg, studiert in Wien im Bachelor Sportwissenschaft.
© Bilder: Olympiazentrum Tirol
Ups and Downs 2o18
© Bilder: m kreo zilinsky triathlon / Olympiazentrum Tirol
„WM dahoam is oanfach cool.“
Lukas Höllrigl wird uns im nächsten Blog-Beitrag in einem Rückblick über die Ergebnisse berichten – seid gespannt. Wir freuen uns auf ein tolles Event und drücken allen Athleten und Athletinnen die Daumen.
AutorInnen des heutigen Blogposts → Lisa Totschnig, Praktikantin, 22 Jahre aus Tirol, studiert in Wien im Bachelor Ernährungswissenschaften & Sportwissenschaft. Sarah Schallau, Praktikantin, 26 Jahre aus Hessen, studiert in München im Master “Diagnostics and Training“. Frederik Krassnitzer, Praktikant, 25 Jahre aus Vorarlberg, studiert in Wien im Bachelor Sportwissenschaft.
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© Bilder: Haumesser / Olympiazentrum Tirol
Goldregen
Perspektivenwechsel – Der Sieg der beiden frisch gebackenen Weltmeister Jessica Pilz und Jakob Schubert aus der Sicht von Antonio Pérez del Río und Hans-Peter Platzer.
Hans-Peter Platzer (Team Rot-Weiß-Rot, Betreuer für den Kletterverband) – Athletin: Jessica Pilz
Antonio Pérez del Río (Training und Leistungsdiagnostik) – Athlet: Jakob Schubert
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Hans-Peter – Die Stimmung war unglaublich gut. Aufgrund der Akustik in der Halle war die Geräuschkulisse enorm. Aber auch weil das Kletterpublikum zum fairsten Sportpublikum überhaupt zählt und auch gegnerische AthletInnen lautstark angefeuert werden.
Antonio – It was an amazing night. After the semifinals I received a message from Jakob, in that moment I was convinced that he will give everything on the wall to make history in his hometown. I went alone to Olympiaworld, because I just wanted to enjoy the performance of one of my best athletes and I didn’t want to miss any details of that wonderful evening.
Hans-Peter – Sie war sehr angespannt. Durch ihren unbedingten Willen zum Sieg, legt sie sich selbst am meisten Druck auf.
Antonio – I trained with Jakob one week before and I saw him very eager for showing his best performance to all the people who have seen him climbing since he was a kid.
Hans-Peter – Die Chancen waren aufgrund der vorherigen Erfolge im Weltcup da, aber dass es 2x Gold wird, konnte man natürlich nur hoffen. Jessica wusste, dass der Sieg nur über Janja oder sie führen wird.
Antonio – After his performance at the most recent World Cup and how he was feeling before the competition, I always thought that he will be doing something great at the World Championship. He is in a very good shape, and everyone saw it in the final.
Antonio – I just had two sentences for him, the first one was “Congrats Jakob, you are the champion!”, and the second one was “World Championship is not yet over for you, keep on working hard!”.
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Antonio – Nun noch zu dir…
I come from a warm country, Spain! In my opinion, Innsbruck is a wonderful city in the heart of the alps and if you are a sport lover, you will find awesome sports to practice both in winter and summer.
After almost six years in Innsbruck, what I miss the most is my family. I go back home two or three times per year, but nevertheless: there is no place like home.
I was playing football since I was a kid until I was 23 years old. During my last two years I played semiprofessionally in the 3rd Spanish Division. Afterwards, I focused my career on strength and conditioning coaching mostly focused in individual sports.
You will either find me training the Wacker Innsbruck Women Team or lost in the mountains with my bike or snowboard.
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Hans-Peter – Nun noch zu deinen Tätigkeiten für das Team Rot-Weiß-Rot (TRWR)…
Ich bin österreichweit viel unterwegs für Sitzungen mit Verbänden, oder um bei Trainingskursen oder Wettkämpfen dabei zu sein. Aufgrund meiner Tätigkeit verbringe ich aber auch einige Zeit im Büro mit administrativen Aufgaben.
Team Rot-Weiß-Rot (TRWR) ist das Spitzensportförderprogramm des zuständigen Bundesministeriums. Im Rahmen von TRWR werden athletenspezifische Projekte mit Fokus auf die Optimierung der Leistungsfähigkeit der geförderten Athletinnen und Athleten sowie der Verbesserung des Trainingsumfelds unterstützt. Das TRWR wird mit 1.1.2019 in die „Bundes-Sport GmbH“ integriert.
Als Projektbegleiter unterstütze ich die Erstellung von Förderempfehlungen auf Basis von Erfolgs-/Entwicklungsbewertungen der AthletInnen. Werden Projekte genehmigt, begleite ich diese sportwissenschaftlich. Ein Ziel ist es, Erkenntnisse aus der Wissenschaft praxisrelevant aufzuarbeiten und den Verbänden zu vermitteln. Dies war auch der Auslöser für die nunmehr 8-jährige Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Kletterverband (KVÖ). Vor allem in den Bereichen optimale Wettkampfvorbereitung, Ernährung, Trainingsplanung und Verletzungsprävention gab es bisher eine enge Zusammenarbeit mit dem KVÖ. Im Moment arbeiten wir gerade an Strategien für die bestmögliche Akklimatisation/Wettkampfvorbereitung im Hinblick auf Tokio 2020.
Im Grunde kann jeder von der BSO anerkannte Bundes-Sportfachverband um eine Spitzensportförderung ansuchen. Entsprechen die AthletInnen den Kriterien, wird eine Förderung zugesprochen. Im Moment betreue ich 145 Projekte mit einem Fördervolumen von rund 2,6 Millionen Euro.
Der Sport ist in der Lage, unglaublich spannende, berührende und auch tragische Geschichten zu schreiben, wobei jene die man live miterleben darf, wohl am eindrucksvollsten sind. Seit meiner Zeit in TRWR gab es zahlreiche besondere Momente im Sport. Zwei dieser Momente waren der Weltmeistertitel von Anna Stöhr 2011 in Arco und der Sieg im Medal Race von Delle Karth/Resch 2012 bei den Olympischen Spielen in London.
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AutorInnen des heutigen Blogposts → Lisa Totschnig, Praktikantin, 22 Jahre aus Tirol, studiert in Wien im Bachelor Ernährungswissenschaften & Sportwissenschaft. Sarah Schallau, Praktikantin, 26 Jahre aus Hessen, studiert in München im Master “Diagnostics and Training“. Frederik Krassnitzer, Praktikant, 25 Jahre aus Vorarlberg, studiert in Wien im Bachelor Sportwissenschaft.
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© Bilder: GEPA pictures / Olympiazentrum Tirol
Ungerank Nadine
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Funky Fishlegs
Lange arbeitet Carolin Haibel noch nicht im Olympiazentrum Tirol. Erst im September 2016 fand sie den Weg von Salzburg nach Innsbruck. Dafür hat sie sich in den ersten anderthalb Jahren schnell einen Namen im Team des Olympiazentrums gemacht. „Contrex-Caro“ wird sie von vielen liebevoll genannt, da sie bei den zahlreichen sportmotorischen Testungen, welche am OZ durchgeführt werden, hauptsächlich für die Contrex-Testmaschine verantwortlich ist. Mittlerweile hat sie ihr Spektrum weiter ausgebaut. Sie betreut sämtliche Testungen und ist für die gesamte Leistungsdiagnostik inklusive Vorbereitung, Durchführung und Auswertung am OZ zuständig.
In Salzburg hatte sie zuvor den Bachelorstudiengang Sport- und Bewegungswissenschaft und den darauf aufbauenden gleichnamigen Master absolviert. Parallel zum Berufseinstieg am Olympiazentrum schrieb sie ihre Masterarbeit im Rahmen einer groß angelegten Studie, welche verschiedene isokalorisch durchgeführte Ausdauertrainingsmethoden und deren Einfluss auf den EPOC (Sauerstoffmehraufnahme in der Nachbelastung) verglich. Die Bedeutung der Ausdauerleistungsfähigkeit wird in Caros Augen in vielen Sportarten unterschätzt. Daher ist es umso bedeutender, dass Caro ihre eigenen Erfahrungen aus dem Skilanglauf und ihr erworbenes Wissen im Ausdauerbereich in die Arbeit im Olympiazentrum mit einbringen kann. Sie selber sieht noch viel Potenzial in diesem Bereich und baut seither gemeinsam mit Trainer Lukas den Ausdauerbereich des OZ weiter aus.
Caros Liebe nicht nur zum Sport, sondern auch zum Schnee und zu den Bergen wurde der gebürtigen Allgäuerin quasi schon in die Wiege gelegt. Aufgewachsen ist sie in einem kleinen Dorf in der Nähe von Kempten in einer sehr sportaffinen Familie. Schon als kleiner Zwerg wurde sie im Garten auf die Ski gestellt und konnte früh bei kleinen Rennen zeigen, was alles in ihr steckt. Aber auch abgesehen vom Skilanglaufen hatte sie die Möglichkeit, bereits als Kind sämtliche Sportarten auszuprobieren und viele grundlegende Bewegungs- und Körpererfahrungen zu sammeln. Dabei ging es in ihrer Familie nie darum, gezielt zu trainieren, sondern einfach dem natürlichen Bewegungsdrang zu folgen und draußen gemeinsam etwas zu unternehmen.
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WORDRAP „DA SCHAU HER“
Wie sieht deine eigene sportliche Karriere aus? Oder woher kommt deine Begeisterung für den Sport?
Meine Begeisterung für Sport hatte ich schon von ganz klein auf. Ich bin einfach in einer sehr aktiven Familie aufgewachsen, in der Sport und Bewegung dazu gehörte, es aber nie sonderlich um Leistungen oder sportliche Karrieren ging. Ich erinnere mich an eine Situation, als ich klein war, und mit meiner Familie Langlaufen war. Meine Tante wollte mir etwas Gutes tun und mit mir auf der Hütte einkehren und etwas essen, aber ich wollte einfach weiter laufen, hab mich geweigert und geschimpft: „Ich will laufen bis es dunkel wird!“ In den Leistungssport bin ich später einfach so hinein gerutscht und plötzlich stand der kleine Zwerg auf internationaler Ebene für Deutschland am Start. Von Deutschen Meistertiteln ging es über Europacups zu Junioren- und U23-Weltmeisterschaften, wo ich mir durch regelmäßige Top-Platzierungen einen Platz im Nationalkader sicher konnte.
Du galtst früher selbst als eines der größten Talente in Deutschland, verfolgt dich manchmal der Gedanke, dass du deine sportliche Karriere nicht weiter ausbauen konntest?
Natürlich war es nicht ganz einfach und es gab da auch schon eine harte Phase in meinem Leben, aber es ging mir nie um eine Titeljagd. Deswegen trauere ich dem auch überhaupt nicht nach. Nur so von sportlicher Seite aus ist es schade, dass ich nicht die Möglichkeit bekommen habe, meine eigenen Grenzen gänzlich auszutesten. Wie weit hätte ich laufen können? Wie schnell hätte ich sein können? Wie viel Gewicht hätte ich durch den Kraftraum schieben können? Gerade wenn man hier im OZ die ganzen Möglichkeiten sieht, die den Athleten zur Verfügung gestellt werden, frage ich mich, wie weit ich mich hätte entwickeln können.
Du bist hauptsächlich in der Leistungsdiagnostik eingesetzt. Wie sieht dein Arbeitsalltag im OZ aus?
Das kommt sehr darauf an, zu welcher Phase man mich antrifft. Im Herbst und im Frühjahr sind unsere Haupttestungsphasen, da bin ich bei allen Testungen dabei und dementsprechend komplett eingespannt. In den Zwischenphasen ist es etwas anders. Da hat man etwas Zeit, die Testungen zu reflektieren und für die nächste Phase zu optimieren. Ansonsten unterstütze ich die Mitarbeiter bei verschiedenen wissenschaftlichen Projekten. Zum Beispiel helfe ich Christian und Lisa bei der Talentforschung, indem ich die verschiedenen Daten der Testungen aufarbeite und unsere Datenbank betreue.
Warum gefällt dir die Arbeit im Bereich der Leistungsdiagnostik?
Die Leistungsdiagnostik hat nicht nur die Verbesserung der Leistung von Athleten zum Ziel, sondern kann insbesondere auch Verletzungen oder Leistungsstagnationen verhindern, beziehungsweise auf Gefahren aufmerksam machen. Mit Hilfe der Leistungsdiagnostik der sinnvollen Umsetzung der Testergebnisse in das Training und der Zusammenarbeit mit den Trainern kann man AthletInnen kontrolliert an ihr Ziel bringen, ohne sie zu überlasten und ohne AthletInnen auf dem Weg an die Spitze zu verlieren.
Was schätzt du am meisten an der Arbeit im OZ?
Allgemein die Zusammenarbeit unter den Kollegen. Jede/r hier hat eine fundierte Ausbildung und bringt zusätzlich eigene Erfahrungen mit, jede/r ist in einem anderen Bereich stark. Dadurch kann man viel voneinander profitieren und lernen. Wir sind alle sehr viel im Kontakt miteinander, helfen uns gegenseitig und tauschen uns aus. Das ist schon recht cool und nicht selbstverständlich. Zudem pflegen wir einen sehr feinfühligen Umgang mit den AthletInnen, auch das kann ich als frühere Sportlerin sehr wertschätzen.
Welche Testung bereitet dir am meisten Freude?
Bei den Ausdauertests habe ich einfach einen persönlichen Zugang und mittlerweile extrem viel Erfahrung. Aber es ist auch sehr reizvoll, sich mit Tests aus dem Kraftbereich auseinanderzusetzen, sie durchzuführen und mich selbst damit weiterzuentwickeln. Ansonsten schwer zu sagen, die Aufnahmetests der Sportschwerpunktschulen machen immer Spaß, weil sie so abwechslungsreich sind und Kinder aus den unterschiedlichsten Sportarten, wie Voltigieren, Rodeln, Gewichtheben, Radfahren usw., dabei sind. Die ÖSV-Testungen sind ebenfalls sehr spannend, weil man die Entwicklung der AthletInnen über die Jahre beobachten kann und das Niveau sehr hoch ist.
Wo findet man dich, wenn nicht im OZ?
Draußen! Mit dem Rad, den Laufschuhen oder auch einfach mal nur in der Wiese.
Wo gehst du am allerliebsten Langlaufen?
Wenn man nur wenig Zeit hat, dann einfach auf der nahegelegensten Loipe. Ansonsten mag ich Strecken in toller Natur, mit Skandinavischem Flair oder viel Aussicht und Panorama. Da lebe ich zum Glück an einem schönen Fleckchen Erde. Aber ich entdecke auch gerne Neues. Laufe gerne da, wo ich noch nicht weiß, wo es genau hingeht. Solche Strecken zu finden ist aber mittlerweile schwierig, weil ich schon so viel unterwegs war.
Was war dein Traumberuf in der Kindheit?
Ich weiß es nicht mehr, aber es hatte definitiv nichts mit Sport zu tun. Tierärztin könnte es gewesen sein.
Mit welchem Sportler würdest du gerne einmal trainieren?
Peter Schlickenrieder (ehemaliger deutscher Skilangläufer), das ist immer witzig mit ihm.
Was ist Luxus für dich?
Gesund sein, Zeit haben, mit wichtigen Freunden und Familie einfach das machen, worauf man Lust hat. Draußen sein und etwas unternehmen.
Hättest du lieber einen Monat lang kein Handy oder kein Auto?
Definitiv kein Handy. Ich will in mein Auto einsteigen und da hinfahren, wohin ich will, zur nächsten Loipe, zum Berg, zum Eis essen, jemanden besuchen, ganz egal. Einfach nicht überlegen müssen und da hinfahren, wohin man will. Das kann man mir nicht nehmen.
Wenn du jetzt auf play bei deinem Handy drücken würdest, welches Lied würde kommen?
Im Büro in stressigen Phasen läuft manchmal Funky Fishlegs.
“There’s nothing like a trip in the wild, in the cold far away from everyone (…) And it all seems great until you realize that the sport you’re dreaming of has its flaws but I LOVE FISHLEGS.”
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Autorin des heutigen Blogposts → Für die nächsten Woche werde ich (Adele Tietgen) das Team des Olympiaszentrum, im Rahmen meines Praktikums tatkräftig unterstützen. Als gebürtige Hamburgerin studiere ich im Moment in Gießen (DE) den B.Sc. Studiengang „Bewegung und Gesundheit“ im fünften Fachsemester. Neben den Grundlagen in der Sportmedizin, Trainings- und Bewegungswissenschaft und der Sportpsychologie werden uns zusätzlich wichtige Aspekte aus der Ernährungswissenschaft sowie aus den Bereichen der Prävention und Rehabilitation vermittelt. Hier am Olympiazentrum bekomme ich die Möglichkeit in all diese verschiedenen Bereiche hinein zu schauen. Natürlich schaue ich nicht nur den Topathleten gerne beim Training zu, sondern betätige ich mich auch selber gerne sportlich. Seit ich sechs Jahre alt bin mache ich Leichtathletik. Im Winter tausche ich aber gerne meine Laufschuhe gegen Snowboardboots ein ;).









