Graf holt EM-Bronze

Graf Bernadette

Bernadette Graf rettet EM im letzten Moment.

Österreichs Judoka durften am Schlusstag der Europameisterschaften in Lissabon über die einzige Medaille jubeln. Die Tirolerin Bernadette Graf bezwang in der Kategorie bis 78 kg im Kampf um Platz drei die Olympia-Silbermedaillengewinnerin von Rio, die Französin Audrey Tcheumeo, mit Ippon.

Damit konnte die ÖJV-Serie seit 2013 bei der letzten Chance noch prolongiert werden. Seit nun acht Jahren haben die Österreicher zumindest einmal Edelmetall gewonnen (2018 und 2019 je zwei Medaillen). Graf war sehr glücklich.

„Es ist zwar schon meine fünfte EM-Medaille (davon eine im Mixed-Team-Bewerb/Anm.), aber wahrscheinlich die emotionalste. Dass ich nach einjähriger Wettkampfpause erst in meinem zweiten Turnier nach dem Comeback schon für eine Medaille gut bin, spricht für sich. Ich bin richtig glücklich, das gibt mir auch im Hinblick auf Tokio Berge.“

Bernadette Graf

Die 28-Jährige musste sich nur im Viertelfinale der WM-Dritten Loriana Kuka aus dem Kosovo im Golden Score nach Festhaltegriff mit Ippon geschlagen geben. Den EM-Titel holte sich die Polin Beata Pacut.

„Bernadette hat eine aus unserer Sicht relativ enttäuschende EM noch im letzten Moment gerettet. Ihre Leistung im Kampf um Bronze war beeindruckend.“,

lobte die ÖJV-Cheftrainerin Yvonne Bönisch ihre Athletin.

© ORF.at // Foto: GEPA

Unterwurzacher verabschiedet sich nach 12 erfolgreichen Jahren aus dem Leistungssport

Innsbruck – Aus und vorbei! Kathrin Unterwurzacher, 28, 2-fache EM-Medaillen-Gewinnerin und Grand-Slam-Siegerin sowie Olympia-Siebente in Rio 2016 hängt nach 12 Jahren im ÖJV-Nationalteam den Judogi an den Haken und gibt ihr Karriere-Ende als Sportsoldatin und Leistungssportlerin bekannt. Kathrin zu ihrer Entscheidung:

„Die Schmerzen sind zu stark. Mein lädiertes rechtes Knie lässt Top-Platzierungen nicht mehr zu.“

Sportdirektor Markus Moser hatte eine Liste von Argumenten für das Fortsetzen der Karriere zusammengetragen, wollte Kathrin Unterwurzacher zum Weitermachen bis zu den Olympischen Spielen 2021 in Tokio überreden. Doch nach nur ein paar Sekunden und wenigen Worten war die Sache entschieden. Markus Moser:

„Ihr Entschluss ist zu 100 Prozent nachvollziehbar. Kathrin hat alles versucht. Jetzt setzt sie, ohne viel Wehmut, einen Schlussstrich. Sie hatte eine vorbildliche Karriere! Wir bedanken uns bei Kathrin für 12 wunderbare Jahre!“

Kathrin Unterwurzacher beendet als 2-fache EM-Medaillengewinnerin, 2-fache Grand-Slam-Siegerin ihre Judo-Laufbahn. Die Olympischen Spiele in Tokio 2020 hätten den finalen Höhepunkt bedeuten sollen. Aber die Verschiebung um ein Jahr macht der 28-jährigen Tirolerin einen Strich durch die Rechnung.

Der Corona-Lockdown gab Zeit zum gründlichen Nachdenken und Abwiegen. Mit Anfang Juli war der Rücktritt für Kathrin beschlossene Sache:

„Die Schmerzen beim Training sind zu groß. Ich hätte noch ein paar Wochen weitermachen können, aber nicht 12 Monate. Das rechte Knie lässt nach einem Kreuzbandriss und zwei Einrissen Top-Platzierungen nicht mehr zu. Nur dabei zu sein bei Olympia, ist mir zu wenig. Wenn ich keine Chance auf eine Medaille habe, dann lass ich lieber Magda (Krssakova) den Vortritt.“

Ihre Trainingskollegin Bernadette Graf versteht die Entscheidung, auch wenn ihr Kathrin im Training sehr fehlen wird:

„Kathrin war nicht nur meine Trainingspartnerin, wir sind auch die besten Freundinnen. Wir haben uns jahrelang gegenseitig gepusht. Ohne sie wäre ich jetzt nicht da, wo ich heute stehe. Sie hat an meinen Erfolgen großen Anteil“.

TJV-Präsident & Unterwurzacher-Coach Martin Scherwitzl kann die Entscheidung ebenfalls nachvollziehen:

„Wir hatten die Hoffnung, dass sich Kathrins rechtes Knie in der COVID-19-Zwangspause zu einem guten Teil erholen kann. Aber diese Rechnung ist leider nicht aufgegangen. Man hat ihr zuletzt die Schmerzen richtig angesehen.“ Nachsatz: „Klar, dass wir für Kathrin im Verein eine neue Rolle finden, eine wie sie lassen wir nicht einfach ziehen!“

Auch Judo-Austria-Präsident Martin Poiger zieht vor der 28-jährigen Tirolerin seinen Hut:

„Kathrin war eine absolute Ausnahme-Athletin. Ihre professionelle Einstellung und die Art und Weise, wie sie Tag für Tag ans Limit gegangen ist, war beispielgebend. Mit dem Grand Slam 2016 in Tokio und den EM-Medaillen hat Kathrin österreichische Judogeschichte geschrieben.“

 

KATHRIN UNTERWURZACHER ÜBER…

… ihre Beweggründe für den Rücktritt: „1 Kreuzbandriss und zwei Einrisse waren letztlich zuviel. Die Schmerzen sind nicht weniger geworden. Auch die Stabilität ist nach vier Monaten nicht besser geworden – dann war mir klar: So kannst Du nicht noch ein Jahr, bis Tokio 2021, weitermachen. Das hätte keinen Sinn. Mit einem kaputten Knie bist du nicht konkurrenzfähig.“

… die schönsten 3 Karriere-Momente: „Am schönsten war sicher der Grand-Slam-Sieg in Tokio, d.h. im Judo-Mekka schlechthin. Ich habe an jenem 2. Dezember 2016 gleich 2 Japanerinnen auf dem Weg zum Sieg ausgeschaltet. Wenn Du als Ausländerin von 14.000 Japanern für Deinen Erfolg mit Standing Ovations gefeiert wirst, bist du einfach hin und weg. Diese Bilder werde ich nie vergessen. Fast genauso schön waren die 2 EM-Medaillen – Silber 2016 in Kasan/Russland, Bronze 2017 in Warschau, nur sechs Monate nach meiner Lungenembolie.“

… die eigenen Stärken: „Ich war bekannt für meine Risikobereitschaft bzw. dafür, immer ans Limit zu gehen!“

… Zukunfts-Perspektiven: „Meine berufliche Zukunft steht noch in den Sternen. Ganz ohne Judo wird es aber sicher nicht gehen. Eine Trainerkarriere will ich nicht ausschließen.“

 

MARTIN SCHERWITZL ÜBER…

… das Erfolgsduo Graf/Unterwurzacher: „Für mich waren die beiden immer ein Team. Wir sind zusammen durch Höhen und Tiefen gegangen. Da gab’s bewusst keine Sonderbehandlung. Das hat uns zusammengeschweißt.“

… Kathrins Stärken auf der Matte: „Kathrin war immer eine sehr systematische Kämpferin, hat sich strikt an taktische Vorgaben und Konzepte gehalten. Bernie agiert da viel intuitiver.“

… Kathrins Entscheidung, die Karriere zu beenden: „Der endgültige Knackpunkt war die Olympia-Verschiebung. Da wussten wir beide: Das kann sich nicht ausgehen, macht aus sportlicher Sicht leider keinen Sinn mehr. Mit einem kaputten Knie ist Kathrin auf internationalem Top-Niveau nicht mehr konkurrenzfähig.“

… gemeinsame Zukunfts-Perspektiven: „Dass Kathrin dem Judozentrum Innsbruck erhalten bleibt, ist selbstverständlich. Eine wie sie lassen wir nicht einfach gehen. Kathrin ist unglaublich beliebt, war ein Vorbild für alle. Das Gros ihrer engsten Freunde ist aus dem Klub.“

 

BERNADETTE GRAF ÜBER…

… ihre langjährige Trainingspartnerin: „Wir haben in den letzten 12 Jahren sehr viele Höhen und auch Tiefen miteinander erlebt. Wir trainieren nicht nur gemeinsam, sind auch abseits der Matte die besten Freundinnen. Dass unser Kontakt jetzt abreißt, ist ausgeschlossen. Aber natürlich wird sie mir im Training und auch bei den Wettkämpfen fehlen. Ich hätte sehr gerne noch einmal Olympische Spiele gemeinsam mit ihr erlebt – das wäre der Plan gewesen.“

… eigene Ziele: „Eine Medaille bei der EM im November in Prag wäre auch im Hinblick auf die Spiele 2021 in Tokio ein wichtiger Teilerfolg. Olympia bleibt für mich das große Fernziel. Meine Rückenprobleme sind in der Coronakrise kaum besser geworden, aber ich habe gelernt, damit besser umzugehen.“

… COVID-19-Training: „Ich habe die Freiheit genossen, völlig selbständig entscheiden zu können, was und wie ich trainiere. Dazu habe ich das Bergwandern für mich neu entdeckt.“

… den geplanten Vergleichskampf gegen Deutschland am 28. August: „Ein Prestige-Duell. Sie haben viele gute Kämpferinnen in meiner Gewichtsklasse, allen voran die bereits fix für Olympia qualifizierte Martyna Trajdos, Siebente der Weltrangliste.“

 

MAGDALENA KRSSAKOVA ÜBER…

… ihr Verhältnis zu Kathrin Unterwurzacher: „Wir verstehen uns ausgesprochen gut, obwohl wir in derselben Gewichtsklasse antreten. Dass sie jetzt ihre Karriere wegen einer Knieverletzung beenden muss, tut mir leid. Ich hätte ihr einen schöneren Abschied gewünscht.“

… die interne Olympia-Qualfikation: „Ich bin jetzt einmal geschockt, werde ein paar Tage brauchen, um die Entscheidung zu verdauen. Ich hätte lieber bis zum Schluss mit Kathrin um das Tokio-Ticket gekämpft.“

 

Kathrin Unterwurzacher – Zahlen & Fakten:

Name: Kathrin Unterwurzacher

Alter: 28 (geboren am 5.6.1992)

Verein: JZ Innsbruck

Graduierung: 3. Dan

Erfolge (Kategorie – 63 kg): U-17-EM-Titel (2008, Sarajevo/BIH), U-20-WM-Bronze (2010, Agadir/MAR), U-23-EM-Titel (2011, Tyumen/RUS; 2013, Samokov/BUL), 30 internationale Top-3-Platzierungen in der allgemeinen Klasse – darunter 2 EM-Medaillen (Silber 2016 in Kasan/RUS, Bronze 2017 in Warschau/POL, 2 Grand Slam-Siege (Tokio 2016, Baku 2015), 8 Grand-Prix-Siege, Olympia-Teilnahme 2016 (Rang 7, Rio de Janeiro), höchste Weltranglisten-Platzierung: Nummer 2 (2017);

 

© Landesverband Tirol und Judo Austria  Foto: GEPA – Harald Steiner

Platz 2 und Olympiaticket für Graf

Nur das i-Tüpfelchen hat beim beim Grand Prix in Tel Aviv (ISR) gefehlt. Auch wenn die Tiroler Judo-Kämpferin Bernadette Graf den Turniersieg in Tel Aviv verpasste, glänzt ihre Silbermedaille wie Gold: Mit 490 Punkten, die auf das Konto für die Olympia-Qualifikation wandern, hat die 27-jährige Tulferin das Ticket für die Sommerspiele 2020 in Tokio so gut wie fix in der Tasche.

„Jetzt kann nichts mehr passieren“,

freute sich Tirols Judo-Verbandspräsident Martin Scherwitzl über einen perfekten Start ins Jahr 2020.

Bei ihrem Comeback nach der im Herbst erlittenen Seitenbandverletzung im Knie holte Graf das Optimum heraus und tankte viel Selbstvertrauen. Der Start ins Turnier nach langer Wettkampfpause war jedoch alles andere als einfach. Gegen Auftaktgegnerin und Kraftpaket Anastasiya Turchyn (UKR) hatte die Olympia-Fünfte von Rio 2016 viel Mühe. Bei den weiteren Duellen gegen Ilona Lucassen (NED) und die Portugiesin Patricia Sampaio (Sieg mit Ippon) spielte Graf in der Kategorie bis 78 kg ihre feine Technik aus.

Im Kampf um den Finaleinzug setzte sich Graf gegen Hyunji Yoon (KOR) durch. Dass im Finale gegen Natalie Powell (GBR) nicht mehr drin war, liegt laut Scherwitzl wohl an der längeren Verletzungspause. „Sie war nach dem kräfteraubenden Turnier schon etwas leer!“

Mit Kathrin Unterwurzacher (bis 63 kg) will auch die zweite Tirolerin auf den Olympia-Zug aufspringen. Beim Turnier in Israel musste die Innsbruckerin nach dem im Herbst erlittenen Kreuzband-Einriss noch passen. Das Comeback soll in zwei Wochen beim top-besetzten Grand Slam in Paris gelingen. Magdalena Krssakova, Konkurrentin um einen Startplatz, schied in Israel in Runde eins aus.

 

© TirolerTageszeitung Foto: GEPA

Sieg für Kathrin Unterwurzacher bei den Oceania Open in Perth

Ein Wettkampf jagt den Nächsten bei unserer Judoka Kathrin Unterwurzacher (-63kg). Nach ihrer langen Verletzungspause muss Kathrin alle Möglichkeiten wahrnehmen, um wichtige Punkte für die Olympiaqualifikation zu sammeln.

Nächster Stop: Perth (Australien) – Oceania Open 2019.

Kathrin ging wieder hoch motiviert und top vorbereitet in diesen Wettkampf und in Perth schien keine Gegnerin sie bezwingen zu können. In Runde 1 besiegt sie MARTIN Hannah (USA) nach knapp zweieinhalb Minuten mit Ippon. Anschließend gelingt ihr die Revanche gegen QUADROS Ketleyn aus Brasilien. Nach einer erneuten Waza-ari kann sie dieses Mal zur Hälfte der Kampfzeit mit Ippon gewinnen. Um den Poolsieg gewinnt sie gegen die Engländerin SCHLESINGER Alice mit Waza-ari. Auch um den Einzug ins Finale lässt Kathrin nichts anbrennen und gewinnt knapp zur Hälfte der Kampfzeit mit Ippon. Damit stand sie im Finale ihrer Teamkollegin Magdalena Krssakova gegenüber. Dieser Kampf war leider schnell vorbei, da Magdalena nach einem Laz-Guruma Angriff von Kathrin, welcher ihr zu einer Waza-ari Führung verhilft, verletzt aufgeben musste. Nichtsdestotrotz gratulieren wir Kathrin zu diesem Turniersieg und hoffen, dass Magdalena schnell wieder fit wird.

 

© judozentrum.at Foto: oejv.com

 

Doppel-Gold beim Grand Prix für Unterwurzacher und Graf in Taschkent

Nach der bitteren Auftaktniederlage bei den Weltmeisterschaften in Tokio hat nicht nur Judo-Kämpferin Kathrin Unterwurzacher mit einem Sieg im Grand Prix von Taschkent kräftig für das Olympiaranking vorgelegt, sonder auch Bernadette Graf durfte über Gold beim Grand Prix jubeln.

 

Bereits am Samstag hatte Kathrin Unterwurzacher (-63 kg) in Taschkent über den Turniersieg gejubelt. Für sie war es der erste World-Tour-Turniersieg seit zwei Jahren, damals triumphierte sie ebenfalls in Taschkent.

ÖJV-Sportdirektor Markus Moser:

„Kathrin hat heute den ganzen Tag sehr aktiv gekämpft. Das war sehr schön anzusehen. Taschkent dürfte ein guter Boden für sie sein.“

Bernadette Graf hat am Sonntag beim Grand Prix in Taschkent in der Gewichtsklasse bis 78 Kilogramm für den nächsten österreichischen Turniersieg gesorgt. Nicht in ihren kühnsten Träumen hätte sie sich das ausgemalt. Als die Goldmedaille um den Hals der 27-jährigen Tulferin baumelte, verdrückte sie gestern ein paar Freudentränen. Mit einer technischen Glanzleistung hatte sie sich beim Judo-Grand-Prix in Taschkent (UZB) bis ins Finale vorgekämpft und in der Kategorie bis 78 kg gegen die Russin Antonina Shmeleva Gold geholt.

Auch Tirols Judo-Präsident Martin Scherwitzl freute sich:

„Besonders der Kampf um den Einzug ins Halbfinale gegen eine Koreanerin war hart, Bernie hat clever gekämpft.“

Der Erfolg gibt nach dem enttäuschenden Erstrunden-Aus bei der WM vor wenigen Wochen neue Energie. Damit liegen die Tirolerinnen wieder voll auf Kurs Richtung Olympia 2020.

© ORF, Tiroler Tageszeitung Foto: International Judo Federation

Mixed-Team erobert Bronze bei European Games

Das österreichische Team hat bei der EM im Rahmen der Europaspiele am Dienstag sensationell die Bronzemedaille im ab 2020 olympischen Mixed-Teambewerb gewonnen. Es ist die erste österreichische EM-Medaille in diesem Format. Das bisher letzte EM-Team-Edelmetall hatte das Damen-Team 1989 in Wien geholt.

Im Kampf um Bronze setzte sich Team Austria sehr überraschend mit 4:2 gegen die Niederlande durch. Für Österreich punkteten dabei Lukas Reiter (-73 kg), Michaela Polleres (-70 kg), Marko Bubanja (-90 kg) und Bernadette Graf (+70 kg). Die Tirolerin, die heute ihren 27. Geburtstag feiert, beschenkte sich dabei selbst mit einem Sieg gegen Vize-Weltmeisterin Guusje Steenhuis. „Dieser Bewerb war einfach wahnsinnig emotional – auf und abseits der Matte. Das ganze Team hat eine Riesenleistung geboten. Es hat einfach alles zusammengepasst. Gleich der Auftakt war schon überragend“, betonte Damen-Bundestrainer Marko Spittka.

Österreich war mit einem 4:2-Sieg über Deutschland ins Turnier gestartet und hat damit den Titelträger von 2018 früh entthront. Zwar gingen die Deutschen nach einem Sieg von Johannes Frey gegen Stephan Hegyi (+90 kg) in Führung, Sabrina Filzmoser (-57 kg) drehte ihren Kampf gegen Sappho Coban aber und glich damit für Österreich aus. Lukas Reiter (-73 kg) brachte Österreich mit einem Sieg gegen Anthony Zingg erstmals in Führung. Kurz darauf stellte Michaela Polleres (-70 kg) gegen Miriam Butkereit auf 3:1. Den Deutschen gelang dann durch einen Sieg von Alexander Wieczerzak gegen Marko Bubanja (-90 kg) noch der zweite Zähler, Bernadette Graf (+70 kg) fixierte mit einem Golden-Score-Erfolg über Luise Malzahn aber den Aufstieg ins Viertelfinale.

In der Runde der letzten acht Teams traf Österreich auf Gastgeber Weißrussland und bezog eine 1:4-Niederlage. Für den einzigen Sieg des österreichischen Teams sorgte dabei Michaela Polleres (-70 kg). In der Hoffnungsrunde behielt Österreich mit 4:1 gegen Serbien die Oberhand. Lukas Reiter (-73 kg) und Daniel Allerstorfer (+90 kg) feierten dabei die Siege für Rot-Weiß-Rot. Zwei Punkte gingen kampflos an das österreichische Team. Gold gewann Russland, Silber ging an Portugal. Frankreich holte die zweite Bronzemedaille. Der Mixed-Teambewerb wird 2020 in Tokio seine Olympia-Premiere feiern.

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© www.oejv.com / Bild: GEPA pictures

Graf wieder am Stockerl

Bernadette Graf hat am Sonntag in Jekaterinburg in der Gewichtsklasse bis 78 Kilogramm den bereits zweiten Grand-Slam-Podestplatz in dieser Saison geholt. Wie schon Ende Februar in Düsseldorf wurde die 26-Jährige Dritte. Stephan Hegyi (+100 kg) belegte Rang fünf.

Graf behielt im Kampf um Platz drei gegen die russische WM-Bronzemedaillengewinnerin Aleksandra Babintseva mit Ippon die Oberhand. Davor hatte sich die Tirolerin nach einem Freilos mit Erfolgen über Zarina Raifova (KAZ) und die Ex-Weltmeisterin Audrey Tcheumeo (FRA) ins Semifinale gekämpft.

Dort musste Graf gegen die zweifache Weltmeisterin Mayra Aguiar aus Brasilien aufgrund einer Waza-ari-Wertung ihre einzige Niederlage hinnehmen. „Bernadette hat heute wirklich hervorragend gekämpft und Top-Kämpferinnen geschlagen. Ich freue mich sehr für sie. Vor allem durch eine perfekte Umsetzung der Taktik zeichnet sie sich aus“, schilderte Damen-Bundestrainer Marko Spittka.

Hegyi startete ebenso mit einem Freilos und setzte sich in seinem ersten Kampf gegen den Niederländer Jur Spijkers vorzeitig durch. Im Viertelfinale unterlag der Wiener dem russischen Vize-Europameister Tamerlan Bashaev mit Ippon. Ein vorzeitiger Sieg gegen Bekbolot Toktogonov aus Kirgistan sicherte Hegyi einen Platz im Kampf um den dritten Rang. Aus diesem ging dann der Brasilianer David Moura als Sieger hervor. Ebenso in der Gewichtsklasse über 100 Kilogramm verlor Daniel Allerstorfer seinen Auftaktkampf gegen den Russen Anton Brachev mit Waza-ari.

In der Gewichtsklasse bis 100 Kilogramm gewannen Laurin Böhler gegen den Rumänen Luca Kunaszabo und Aaron Fara gegen den Deutschen Philipp Galandi jeweils ihre Erstrundenkämpfe. Der Einzug ins Viertelfinale blieb dem Duo allerdings verwehrt. Böhler-Bezwinger Arman Adamian (RUS) sicherte sich später den Turniersieg.

„Mit Stephans Leistung kann man zufrieden sein. Im Kampf um Platz drei hatte der Brasilianer vor allem einen Gewichtsvorteil. Laurin und Aaron haben ihre Auftaktkämpfe gut absolviert, vor allem Aaron hat dann im Achtelfinale seinen Gegner auch an den Rand einer Niederlage gebracht, dann aber einen Fehler gemacht. Daniel hätte etwas aktiver sein müssen“, resümierte Herren-Bundestrainer Patrick Rusch, der mit seinen Schützlingen nun noch drei Trainingstage in Jekaterinburg absolvieren wird.

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© olympia.at / Bild: Mayorova Marina

Graf siegt bei den European Open in Oberwart

Gleich zwei österreichische Judoka haben am Samstag beim Heimturnier, den European Open in Oberwart, über Turniersiege jubeln dürfen. Michaela Polleres (-70 kg) und Bernadette Graf (-78 kg) schafften es auf die Spitze des Podests. Magdalena Krssakova (-63 kg) als Zweite und Sabrina Filzmoser (-57 kg) als Fünfte komplettierten das mannschaftliche tolle Ergebnis beim stark besetzten Event.

Polleres setzte sich im Finale gegen die Slowenin Anka Pogacnik mit einer Waza-ari-Wertung durch. Auf dem Weg dorthin hatte die topgesetzte Niederösterreicherin Hanako Kuno (CAN), Mina Agneta Ricken (GER) und Taisia Kireeva (RUS) jeweils mit Ippon besiegt. Graf machte ihren Triumph mit einem Finalerfolg über die brasilianische Zweifach-Weltmeisterin Mayra Aguiar im Golden Score perfekt. Davor hatte die Tirolerin Nazerke Tileukhanova (KAZ) rasch mit Ippon besiegt und dann gegen Christina Faber (GER) sowie im Semifinale gegen Unelle Snyman (RSA) jeweils im Golden Score gewonnen.

Magdalena Krssakova unterlag erst im Finale der Mongolin Gankhaich Bold mit Ippon. Mit vorzeitigen Kampfsiegen gegen Nuriyya Akhundova (AZE), Hannah Martin (USA) und Nana Kota (JPN) hatte sich die Wienerin zuvor einen Platz im Finalkampf gesichert. Die 38-jährige Filzmoser schrammte nach einer Niederlage gegen die Chinesin Zhang Wen im Kampf um Platz drei knapp an einem Podestplatz vorbei. Davor war die Oberösterreicherin nach Ippon-Siegen gegen Cai Qi (CHN), Katerina Dotcenko (RUS) und Sevara Nishanbayeva (KAZ) ins Semifinale vorgestoßen. Dort hatte sie gegen die Olympiasiegerin der Spiele 2016 in Rio, Rafaela Silva, das Nachsehen.

Damen-Bundestrainer Marko Spittka war mit dem Abschneiden der österreichischen Damen sehr zufrieden. „Ich freue mich riesig für die Damen. Sie haben sehr hart gearbeitet und wurden heute dafür belohnt. Das ist sehr schön zu sehen. Damit ist ein super Start in die Turnierserie gelungen“, betonte der Coach.

Turniersiegerinnen der European Open in Oberwart 2019

-48 kg: Narantsetseg Ganbaatar (MGL)
-52 kg: Ryoko Takeda (JPN)
-57 kg: Anna Borowska (POL)
-63 kg: Gankhaich Bold (MGL)
-70 kg: Michaela Polleres (AUT)
-78 kg: Bernadette Graf (AUT)
+78 kg: Yu Song (CHN)

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Graf eroberte Platz zwei – Unterwurzacher 3.

Bernadette Graf hat beim Grand Prix in Taschkent für den dritten ÖJV-Podestplatz an diesem Wochenende gesorgt. Einen Tag nach dem Sieg von Michaela Polleres (-70 kg) und Platz drei durch Kathrin Unterwurzacher (-63 kg) erkämpfte die Tirolerin in der Gewichtsklasse bis 78 Kilogramm Rang zwei.

Graf (JZ Innsbruck) musste im Finale gegen die Kosovarin Loriana Kuka im Golden Score ihre einzige Niederlage hinnehmen. Die Tirolerin hatte davor Mokhinsakhon Khusanova aus Usbekistan, die Deutsche Anna Maria Wagner und Omri Kenyon aus Israel jeweils vorzeitig besiegt und im Semifinale gegen die Polin Beata Pacut im Golden Score gewonnen, nachdem die Kontrahentin das dritte Shido erhalten hatte. „Ich freue mich sehr für Berni, das war vor allem mental ein wichtiges Ergebnis. Fleiß zahlt sich aus, das wurde heute belohnt. Der Schlüsselkampf war sicherlich jener gegen Wagner“, betonte Damen-Bundestrainer Marko Spittka.

Kathrin Unterwurzacher (JZ Innsbruck) feierte nach einem Freilos einen Golden-Score-Erfolg gegen Iana Poliakova aus Russland und unterlag dann der Mongolin Mungunchimeg Baldorj mit Ippon. Ein Waza-ari-Sieg in der Hoffnungsrunde gegen Gankhaich Bold, eine weitere Mongolin, bescherte der Tirolerin den Einzug in den Kampf um Platz drei. Dort schlug sie die Russin Daria Davydova im Golden Score mit Ippon. Ebenso in der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm belegte Magdalena Krssakova (JC Sirvan) nach einem Erfolg gegen Inbal Shemesh (ISR) sowie Niederlagen gegen Maria Centracchio (ITA) und Cristina Cabana Perez (ESP) Platz sieben. „Für Kathrin war es für den Kopf wichtig, nach der Verletzungspause und dem siebten Platz bei der WM wieder einen Podestplatz zu erreichen.“ so Spittka.

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Graf und Unterwurzacher bei der Weltmeisterschaft in Baku

Bernadette Graf ist am Dienstag bei den Judo-Weltmeisterschaften in Baku in der Gewichtsklasse bis 78 Kilogramm im Achtelfinale ausgeschieden. Nach einem Freilos bezwang Bernadette Graf bei ihrem zweiten Turnier nach langer Verletzungspause die Polin Beata Pacut aufgrund einer Waza-ari-Wertung im Golden Score. Im Achtelfinale ging die Tirolerin gegen die Japanerin Shori Hamada sogar mit Waza-ari in Führung, musste nach einem Festhaltegriff aber doch noch mit Ippon das Aus hinnehmen.

„Man kann Bernadette überhaupt keinen Vorwurf machen. Sie hat stark gekämpft und die Vorgaben umgesetzt. Ich habe ein gutes Gefühl, dass sie in dieser Gewichtsklasse demnächst Top-Ergebnisse einfahren wird“

sagte Damen-Bundestrainer Marko Spittka. Graf war erst im Vorjahr von der 70er- in die 78er-Kategorie gewechselt.

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Kathrin Unterwurzacher belegte am Sonntag Rang sieben in der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm. Bei ihrem Wettkampf-Comeback nach langer Verletzungspause gelang ihr nach einem Auftakt-Freilos in der zweiten Runde ein Ippon-Sieg gegen Agata Ozdoba-Blach. Die Polin hatte dabei eine dritte Shido-Bestrafung erhalten. Auch gegen Gili Sharir aus Israel setzte sich die Tirolerin vorzeitig durch (3. Shido) und dominierte den Kampf dabei. Der Olympiasiegerin und Ex-Weltmeisterin Tina Trstenjak aus Slowenien musste sich Unterwurzacher im Viertelfinale nach einem Festhaltegriff mit Ippon geschlagen geben. In der Hoffnungsrunde unterlag die 26-Jährige der Niederländerin Juul Franssen aufgrund einer Waza-ari-Wertung.

„Ich war voll motiviert, die Verletzung war kein Thema mehr. Man will dann natürlich die entscheidenden Kämpfe gewinnen, aber am Ende kann man mit einem siebten Platz zufrieden sein“

erklärte Unterwurzacher. Damen-Bundestrainer Marko Spittka fügte hinzu:

„Natürlich hätten wir gerne die Medaille gehabt, aber Kathrin hat heute eine super Kampfleistung geboten.“

 

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