Timeout: Schlierenzauer beendet vorzeitig Weltcupsaison

Innsbruck – „Nach dem Bergisel-Springen hat die Enttäuschung jegliche Leidenschaft gekillt. So macht das keinen Sinn.“ Mit diesen Worten verabschiedet sich Gregor Schlierenzauer aus der Weltcupsaison 2015/16. Aus der vorübergehenden ist eine richtige Auszeit beim Weltcup-Rekordsieger geworden. „Ich wollte bereits die Saison 2013/14 auslassen, habe mich damals aber aufgrund der Olympischen Spiele in Sotchi anders entschieden. Jetzt ziehe ich die Reißleine, das schmerzt einerseits, andererseits bin ich auch erleichtert.“

Damit steht auch fest, dass der seit heute 26-Jährige nicht bei der Skiflug-Weltmeisterschaft am Kulm an den Start gehen wird. „Ich hätte weniger ein Problem damit sportlich hinterher zu fliegen, denke aber, dass Jüngere die einmalige Chance bekommen sollten, bei der Heim-WM dabei zu sein. Abgesehen davon wäre es aufgrund meiner Verunsicherung auch gefährlich, so ehrlich muss man sein“, gesteht Schlierenzauer.

Dass zuletzt Details zu seinem Privatleben öffentlich wurden, wie die Trennung von seiner Langzeit-Freundin Sandra, stößt dem ÖSV-Adler sauer auf: „Ich habe mein Privatleben nie zum Thema gemacht und bin enttäuscht, dass es in diesem Bereich keinen Respekt gibt. Privat ist privat, das habe ich immer so gehalten und dabei bleibt es auch.“

Wann der Tiroler auf die Schanze zurückkehrt, lässt er in einer Aussendung seiner Pressebetreuer vom Donnerstag offen. An ein Karriereende würde er aber nicht denken: „Prinzipiell nicht, aber ich tu mir schwer hier und heute Prognosen abzugeben. Für mich ist es jetzt einmal wichtig loszulassen und auf andere Gedanken zu kommen. Die letzten Wochen waren für mich mental extrem schwierig, die Last ist immer größer geworden, von diesem Rucksack möchte ich mich jetzt befreien.“

Mehr Infos und eine persönliche Stellungnahme von Gregor hier: http://bit.ly/gsjaenner16

Text: TT.com

Schlierenzauer siegt in Hinzenbach

Gregor Schlierenzauer ist erst im letzten Bewerb in den Sommer-Grand-Prix der Skispringer eingestiegen, aber das sehr erfolgreich. Der Weltcup-Rekordsieger gewann den Abschlussbewerb in Hinzenbach vor allem dank einem Schanzenrekord im ersten Durchgang. Der Tiroler segelte auf 96 Meter und gewann mit 89,5 Metern im zweiten Durchgang sicher vor dem Slowenen Peter Prevc und dem Norweger Kenneth Gangnes.

Schlierenzauer lag 12,2 Punkte vor Prevc und sorgte für den zweiten ÖSV-Sieg der Serie in diesem Sommer nach Stefan Kraft in Almaty. „Ich bin mit meiner Leistung zufrieden, obwohl ich eine längere Pause hatte“, sagte Schlierenzauer nach seinem bereits 13. Sommer-GP-Triumph, mit dem er den Rekord des Polen Adam Malysz einstellte. „Das gibt mir jetzt die nötige Motivation, um so weiter zu arbeiten“, so der 53-fache Weltcup-Sieger. „Im ersten Sprung hat alles perfekt geklappt, und so konnte ich einen neuen Schanzenrekord springen. Das war ein cooler Sprung, und ich hatte auch etwas Glück, minus 16 Punkte für den Wind ist ziemlich gut“, meinte Schlierenzauer bei der Pressekonferenz erfreut. Trotzdem müsse man von Gate eins erst einen guten Sprung zeigen, und das sei ihm gelungen – sogar mit einem Telemark.

„Es scheint, als würde sich das Konditionstraining auszahlen. Ich bin ein bisschen überrascht, dass ich meinen ersten Wettbewerb in diesem Sommer gewonnen habe. Aber ich habe auch gewusst, dass meine Form nicht so schlecht ist. Natürlich war der erste Durchgang der Schlüssel für dieses Resultat.“

Text: sport.orf.at
Bild: GEPA pictures