Gelungener WM-Test von Graf

Bernadette Graf hat beim European Cup in Bratislava bei ihrem Wettkampf-Comeback den Turniersieg in der Gewichtsklasse bis 78 Kilogramm geholt. Auch Daniel Allerstorfer (+100 kg) und Shamil Borchashvili (-81 kg) erklommen zum Abschluss des Turnierwochenendes als Dritte das Podest.

Bernadette Graf bezwang Urszula Hofman (POL), Nataliia Pylypenko (UKR) und Alexandra Gimaletdinova (RUS) auf dem Weg ins Halbfinale jeweils vorzeitig. Mit einem Ippon-Erfolg im Golden Score gegen die Deutsche Julie Hoelterhoff schaffte die Tirolerin den Finaleinzug. Dort behielt sie schließlich mit Waza-ari gegen die Ungarin Anett Meszaros die Oberhand. „Das war ein super WM-Test. Vor allem freut mich, dass Bernadette im Kopf sehr stark war“, betonte Damen-Bundestrainer Marko Spittka, der auch über die am Samstag erkämpften zweiten Plätze von Katharina Tanzer (-48 kg) und Susanne Lechner (-63 kg) sehr erfreut war.

Neben Graf schaffte es mit Daniel Allerstorfer ein weiterer WM-Starter am Sonntag auf das Podest. Der Mühlviertler feierte Ippon-Siege gegen den Polen Kamil Grabowski und den Ungarn Richard Waczulik. Bevor er im Kampf um Platz drei gegen den Ukrainer Leonid Gasyuk vorzeitig siegte, hatte er im Halbfinale gegen Vladut Simionescu (ROU) seine einzige Niederlage einstecken müssen.

Shamil Borchashvili siegte zunächst gegen Simon Skurka (CZE), Benedek Toth (HUN) und Alim Kalaev (RUS), ehe er dem Rumänen Marcel Cercea unterlag. In der Hoffnungsrunde bezwang er den Finnen Aku Laakkonen mit Ippon, auch den Bronzekampf entschied Borchashvili gegen Eldar Panhani (UKR) vorzeitig für sich. Schon am Samstag hatte sein Bruder Wachid (-66 kg) Platz drei erkämpft.

 

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Tashkent: Unterwurzacher gewann Grand-Prix-Turnier

Kathrin Unterwurzacher (JZ Innsbruck) ist ihrer Favoritenrolle in der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm beim Grand Prix in Tashkent gerecht geworden. Die topgesetzte Tirolerin feierte ihren achten Turniersieg auf der World Tour.

Nach einem Freilos stand die 25-Jährige direkt im Viertelfinale, wo sie gegen Catherine Beauchemin-Pinard aus Kanada mit einer Waza-ari-Wertung die Oberhand behielt. Im Semifinale fuhr Unterwurzacher im Golden Score gegen die Russin Ekaterina Valkova einen Ippon-Sieg ein, ehe sie im Finale den entscheidenden Kampf gegen Hannah Martin aus den USA nach nur 1:52 Minuten vorzeitig für sich entschied.

„Es ging ein bisschen mühsam los heute, aber dann hat sie sich reingekämpft. Gefühlt hat sie sich mittelprächtig, viel wichtiger war das heute aber – nach der Weltmeisterschaft – für den Kopf. Im Finale war sie sehr souverän. In dieser Stresssituation hat sie einen Schritt nach vorne gemacht. Wir arbeiten hart daran, dass es weiter nach vorne geht“, erklärte Damen-Cheftrainer Marko Spittka, der mit Bernadette Graf (-78 kg) am Sonntag noch ein heißes Eisen im Feuer hat: „Wir drücken alle noch die Daumen für Berni!“

 

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Graf feiert Turniersieg in Hohhot, Unterwurzwacher Zweite

Der Medaillensatz für die ÖJV-Damen beim Grand Prix im chinesischen Hohhot ist komplett: Nachdem Kathrin Unterwurzacher und Magdalena Krssakova die Plätze zwei und drei holten, durfte Bernadette Graf (-78 kg) über den Sieg jubeln.
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Sieg für Graf
Bei ihrem zweiten Turnier nach der Verletzungspause kämpfte die Tirolerin erneut in der Klasse bis 78 Kilogramm – eine Kategorie höher als gewohnt. In der ersten Runde besiegte Graf die Russin Antonina Shmeleva mit Ippon. Im Viertelfinale setzte sie sich gegen die Südkoreanerin Park Yujin im Golden Score durch. Auch im Semifinale ging Graf erst in der Verlängerung als Siegerin hervor: Sie hatte in einem spannenden Fight gegen die Japanerin Ruika Sato, die Zweitplatzierte des heurigen Paris-GS, nach über sechs Minuten Kampfzeit das bessere Ende für sich. Umso schneller stand der Triumph im großen Finale fest, wo Graf nur etwas mehr als eine Minute benötigte, um die Niederländerin Karen Stevenson mit Ippon zu bezwingen.

„Ich bin mit dem Wettkampf im Allgemeinen sehr zufrieden. Ein paar Fehler passieren schon noch. Im Finale konnte ich die taktischen Anweisungen genau umsetzen. Wichtig war, weitere Wettkampfpraxis sammeln zu können. In welcher Gewichtsklasse ich bei der WM starten werde, werden wir noch entscheiden“, bilanzierte die 25-Jährige.

„Bernadette hatte gestern noch mit Magenproblemen zu kämpfen, auch heute beim Aufwärmen hat der Tag nicht optimal begonnen. Sie hat sich aber durchgekämpft. Im Finale hat sie einen sensationellen Hüftwurf gezeigt. Ich bin sehr zufrieden mit ihrer Leistung“, blickt Damen-Bundestrainer Marko Spittka auf den Tag zurück. Drei Medaillen an einem Wochenende sind äußerst zufriedenstellend: „Es war ein gutes Abschneiden unserer Damen, das hätte ich nach dem harten Trainingslager in der Mongolei nicht erwartet“, meinte Spittka.

Der Turniersieg in Hohhot bedeutet für die Tirolerin bereits den zweiten in dieser Saison: Auch das erste Turnier nach der Verletzungspause, die European Open in Bukarest, konnte Graf gewinnen.
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Platz zwei für Unterwurzacher
Österreichs Judokämpferinnen haben sich am Samstag beim Grand-Prix in Hohhot (China) stark präsentiert. In der Klasse bis 63 Kilogramm wurde Kathrin Unterwurzacher Zweite, Magdalena Krssakova landete auf dem dritten Rang.

Die Tirolerin Unterwurzacher besiegte nach einem Freilos die Chinesin Zhang Wen (Ippon) und die Kasachin Dilbar Umiralijewa (Ippon) und gewann die Gruppe. Im Halbfinale legte sie einen Erfolg gegen die Russin Jekaterina Walkowa drauf (Ippon). Im großen Finale musste die 25-Jährige gegen die Japanerin Miku Tashiro eine Disqualifikation hinnehmen. „Die Vorrundenkämpfe haben echt gut geklappt. Im Finale war ich schon vorne, leider bin ich dann disqualifiziert worden. Im Hinblick auf die WM bin ich aber auf einem guten Weg“, sagte die Tirolerin.

Damen-Bundestrainer Marko Spittka freute sich über die beiden Stockerlplätze. „Wir sind in einer wirklich in einer guten Ausgangsposition, jetzt kann man mit viel Elan in die WM-Vorbereitung gehen. Ein paar kleine technische Fehler sind noch passiert“, bilanzierte er. Die Weltmeisterschaften gehen von 28. August bis 3. September in Budapest in Szene.

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Graf gewinnt Comeback-Turnier

Bernadette Graf (-78 kg) gewinnt die European Open in Bukarest (ROU) und darf damit über ein gelungenes Comeback nach ihrer Verletzungspause jubeln. Daniel Allerstorfer (+100 kg) wurde starker Dritter.

Die Tirolerin Graf entschied alle Kämpfe mit Ippon für sich. Zunächst eliminierte sie Melora Rosetta (ITA) und die Ungarin Evelin Salanki. Im Semifinale schaltete Graf die Portugiesin Yahima Ramirez aus. Im Finale besiegte die 24-Jährige mit der Französin Audrey Tcheumeo die amtierende Europameisterin und Silbermedaillengewinnerin der Olympischen Spiele von Rio, die aufgrund dreier Shidos disqualifiziert wurde.
„Es war auf jeden Fall ein guter Wiedereinstieg. Ich hatte vor dem Turnier keinerlei Erwartungen. Die Gegnerinnen in dieser Gewichtsklasse waren für mich natürlich neu“, so Graf, die ab morgen in Leibnitz trainieren wird. Damen-Bundestrainer Marko Spittka fügte hinzu: „Es waren bis auf Tcheumeo keine Riesenkracher als Gegnerinnen. Die Französin hat im Finale unklug gekämpft. Die Einstellung bei Bernadette hat schon sehr gut gepasst.“
Allerstorfer besiegte zunächst Andres Felipe Moreno (ITA) mit Ippon, ehe er im Viertelfinale gegen den Polen Maciej Sarnacki verlor. In der Hoffungsrunde setzte sich der Oberösterreicher gegen Sergii Zvieriev aus der Ukraine durch. Den Bronzekampf entschied Allerstorfer im Golden Score gegen den Franzosen Jean-Sebastien Bonvoisin für sich. „Es freut mich sehr, dass Dani eine Medaille gemacht hat, nachdem er in Orenburg schon knapp dran war. Er hat heute nach leichten Anfangsschwierigkeiten immer besser ins Turnier gefunden. Auch Max Hageneder war gut, er hat nur leider zwei Eigenfehler gemacht im Eifer des Gefechts“, zog Herren-Bundestrainer Patrick Rusch Bilanz. Daniel Allerstorfer ist in der aktuellen Saison der vierte ÖJV-Herr nach Fara, Hegyi und Böhler, der einen Podestplatz erkämpfen konnte.
Maximilian Hageneder belegte in der Klasse bis 100 Kilogramm Rang sieben, Johannes Pacher (-90 kg) schied in der zweiten Runde aus und blieb unplatziert.
© ÖJV / GEPA

Unterwurzacher gewinnt EM-Bronze

Bei der fünften EM in Serie gibt es für Österreich Edelmetall zu bejubeln: Die Tirolerin Kathrin Unterwurzacher gewann bei den Judo-Europameisterschaften in Warschau (POL) die Bronzemedaille in der Kategorie bis 63 Kilogramm. Für die 24-Jährige ist es nach Silber im Vorjahr die zweite EM-Medaille in ihrer Karriere. Lukas Reiter wurde in der Klasse bis 73 Kilogramm Siebenter.

Kathrin Unterwurzacher (-63 kg) stand nach einem Freilos als Drittgesetzte automatisch im Achtelfinale. Dort feierte die 24-Jährige einen Ippon-Sieg gegen die Polin Agata Ozdoba. Im Viertelfinale unterlag die Tirolerin Margaux Pinot aus Frankreich mit Ippon. In der Hoffnungsrunde stand Unterwurzacher gegen die Russin Ekaterina Valkova nach 2:23 Minuten vorzeitig als Siegerin fest (Ippon) und zog damit in den Kampf um Bronze ein. Dieser war an Spannung kaum zu überbieten: Dank einer Waza-ari-Wertung behielt die Österreicherin gegen die Deutsche Martyna Trajdos die Oberhand. Im siebenten Aufeinandertreffen mit der Deutschen feierte Unterwurzacher dabei den vierten Sieg. Die Weltranglistendritte setzte mit ihrer Bronzemedaille auch eine stolze Serie des ÖJV fort: Seit 2013 gewann Österreich bei jeder Europameisterschaft zumindest eine Medaille – so auch 2017. Gold sicherte sich die Slowenin Tina Trstenjak, Silber ging an Margaux Pinot aus Frankreich. Die zweite Bronzemedaille holte die Britin Alice Schlesinger.

Nach dem Bronzekampf war Unterwurzacher dementsprechend überglücklich: „Eine EM-Medaille ist immer etwas Großartiges. Es ist heute sehr gut gegangen“, meinte die 24-Jährige, die sich auch von einer Schrecksekunde im Viertelfinale nicht aus der Bahn bringen ließ: „Ich wurde ausgehebelt, mein rechter Arm war danach beleidigt. Mit vereinten Kräften haben wir das aber gut hinbekommen: Der Physiotherapeut hat mich behandelt und Marko hat mich gut auf die finale Phase eingestellt. Im Bronzekampf wusste ich nach der ersten Wertung, dass ich es über die Zeit bringen kann, die Wertung nahm viel Druck weg“, so die Tirolerin.

Damen-Bundestrainer Marko Spittka fügte hinzu: „Jeder hat seine Routine eingesetzt, um Kathrin zu unterstützen. Es war ein starkes Turnier von ihr. Magdalena Krssakova konnte die Marschroute noch nicht ganz durchhalten und Michaela Polleres hat sich auch gut präsentiert, vor allem im ersten Kampf“, so Spittka. ÖJV-Präsident Dr. Hans Paul Kutschera beglückwünschte Unterwurzacher nach der Siegerehrung herzlich: „Gratulation an Kathrin Unterwurzacher zur hervorragenden Leistung!“

In der Klasse bis 73 Kilogramm hatte Lukas Reiter in der ersten Runde ein Freilos, in Runde zwei bezwang er Jon Vrenozi aus Albanien mit Ippon. Im Achtelfinale schaffte er gegen den Georgier Lasha Shavdatuashvili – den Olympiasieger von 2012 und Olympia-Bronzemedaillengewinner 2016 – die Sensation: Der 21-Jährige eliminierte den Weltklassemann aus Georgien dank einer Waza-ari-Wertung. Im Viertelfinale kassierte Reiter drei Shidos und unterlag dem Ungarn Miklos Ungvari folglich mit Ippon. Die Hoffnungsrunden-Begegnung im Finalblock gegen den Schweden Tommy Macias verlief für den Österreicher nicht wunschgemäß: Nach 18 Sekunden ging Macias mit Ippon als Sieger von der Matte.

Herren-Bundestrainer Patrick Rusch war mit dem Abschneiden seiner Schützlinge durchaus zufrieden: „Das Highlight war natürlich der Sieg von Lukas Reiter über den Olympiasieger von 2012. Er hat generell ein sehr gutes Turnier gekämpft. Der Kampf in der Hoffnungsrunde ist leider blöd gelaufen, das hat er sich nicht verdient. Er hat heute gezeigt, dass man mit der richtigen Einstellung auch Weltklassegegner schlagen kann. Auch Christopher Wagner hat das Soll erfüllt“, bilanzierte Rusch.

Magdalena Krssakova (-63 kg), Michaela Polleres (-70 kg) und Christopher Wagner (-73 kg) schieden jeweils im Achtelfinale aus und blieben unplatziert.

 

© Presse ÖJV / Quelle des Bilds: European Judo Union / Fotograf: Carlos Ferreira

Unterwurzacher feiert siebenten World-Tour-Sieg

Besser hätte der Grand Prix in Antalya (TUR) für Kathrin Unterwurzacher nicht laufen können. Die Tirolerin feierte in der Klasse bis 63 Kilogramm den Turniersieg. Nach einem Freilos zum Auftakt zog die Olympia-Siebente dank eines Sieges über Valentina Kostenko (RUS) ins Semifinale ein. Dort bezwang Unterwurzacher die Britin Amy Livesey. Im Finale gegen Marian Urdabayeva (KAZ) geriet die 24-Jährige zunächst mit einer Waza-ari-Wertung in Rückstand, schaffte im Kampfverlauf aber den Ausgleich und fixierte schließlich per Festhaltegriff vorzeitig den Ippon-Kampfsieg. Für Unterwurzacher ist es der siebente Turniersieg auf der World Tour. Eine Woche nach dem Triumph von Magdalena Krssakova beim Grand Prix in Tiflis gibt es damit in der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm den nächsten Turniersieg zu bejubeln.

Unterwurzacher selbst sah noch „ein paar kleine Fehler“, alles in allem ist sie aber „sehr zufrieden.“ Bis zu den Europameisterschaften wird sie sich in ihrer Heimat den Feinschliff holen. Im Finale hat Kathrin die Nerven behalten, obwohl sie in Rückstand war, das war ein sehr gutes Zeichen. Ich bin sehr zufrieden damit. Vor der EM muss sie noch ein wenig Schwung holen“, so Damen-Bundestrainer Marko Spittka.

© www.oejv.com

Unterwurzacher siegt in Oberwart

Kathrin Unterwurzacher wurde beim European Open in Oberwart in der Klasse bis 63 Kilogramm ihrer Favoritenrolle gerecht. Die topgesetzte Tirolerin präsentierte sich beim stark besetzten Weltranglistenturnier in guter Form. Auch Magdalena Krssakova (ebenso -63 kg) wusste zu überzeugen: Sie belegte den siebenten Rang.

Nach einem Freilos in der ersten Runde setzte sich Unterwurzacher gegen die Russin Valentina Kostenko mit einer Waza-ari-Wertung knapp durch. Im Viertelfinale ging die Olympia-Siebente von Rio de Janeiro frühzeitig als Gewinnerin von der Matte: Nach nicht einmal zwei Minuten Kampfzeit besiegte sie Lindsay Tsang Sam Moi mit Ippon. Auch im Semifinale ging es gegen die Brasilianerin Yanka Pascoalino nicht über die volle Kampfzeit. Die Krönung folgte schließlich mit einem Ippon-Sieg durch Festhaltegriff im Finale gegen Kiyomi Watanabe (PHI).

„Ich hatte zwar Startschwierigkeiten, hab dann aber immer besser ins Turnier gefunden. Jetzt bin ich natürlich überglücklich“, so Unterwurzacher unmittelbar nach ihrem Triumph. ÖJV-Bundestrainer Marko Spittka ist mit Unterwurzachers Leistung hochzufrieden: „Sie hat beim ersten Kampf erst ins Turnier finden müssen, aber wenn sie mal drin ist, ist sie fast nicht mehr zu schlagen“, sagt Spittka stolz. „Auch die Tatsache, dass sie mit dem Druck des Heimturniers so gut umgehen konnte, bringt sie wieder ein Stück nach vorne.“

© Foto: Oliver Sellner / www.oejv.com

Gold bei Judo Grand Slam Tokyo

Kathrin Unterwurzacher (JZ Innsbruck) gewinnt beim Judo Grand Slam in Tokyo die Goldmedaille. Christopher Wagner (Volksbank Galaxy Tigers) und Magda Krssakova (JC Sirvan) bleiben sieglos.

Der Judo Grand Slam in Tokyo, früher der traditionelle Jigoro Kano Cup, zählt zu den stärksten und renommiertesten Turnieren der IJF World Tour. Da in Tokyo aufgrund der „Heimregel“ nicht nur zwei sondern vier Judoka aus dem Mutterland des Judo an den Start gehen dürfen, ist die Konkurrenz im Tokyo Metropolitan Gymnasium besonders stark.

Und trotzdem ist es eine Österreicherin, die sich am Ende des zweiten Wettkampftages an die Spitze des Rankings in der 63kg-Klasse setzen kann: Die Tirolerin gewinnt den Judo Grand Slam Tokyo 2016 und holt damit die erste Goldmedaille auf japanischem Boden seit Ludwig Paischer vor 10 Jahren.

Nach einem Freilos aufgrund ihrer Setzung trifft die Heeressportlerin auf die Kanadierin Catherine Beauchemin-Pinard, die sie mit Yuko, Waza-ari und Ippon regelrecht vorführt. Im Viertelfinale traf sie auf die erste Japanerin des Tages, Aimi Nouchi. Nach einem schnellen Bodenübergang kann Kathrin ihre Kontrahentin 20 Sekunden festhalten und sichert sich den Einzug ins Halbfinale. Die Russin und Nummer 22 der Welt Daria Davydova war ihre Gegnerin um den Finaleinzug. Auch hier bleibt die Olympia-Siebte am Boden siegreich: Eine Würgetechnik ließ der Russin keine andere Wahl als die Aufgabe. Im Finale traf Kathrin Unterwurzacher auf die „Hausherrin“ Miho Minei, die Junioren-Weltmeisterin von Fort Lauderdale 2014. Die Japanerin schaltete auf ihrem Weg in den Endkampf Magdalena Krssakova sowie die amtierende Olympiasiegerin Tina Trstenjak aus. Mit einer gut gesetzten Fegetechnik sichert sie die Tirolerin eine Yuko-Wertung, die sie souverän über die Zeit bringt.

Neben Magda Krssakova (JC Sirvan) scheidet auch Christopher Wagner in der ersten Runde aus. Der Wiener unterliegt dem Brasilianer Alex William Pombo Silva mit einem Yuko.

 

© ÖJV / IJF Gabriela Sabau

Plätze 7 & 5 für Unterwurzacher und Graf in Rio

Medaillentraum von Tirolerin Unterwurzacher geplatzt

Ein Sieg und zwei Niederlagen mit jeweils einer Yuko-Wertung – Judokämpferin Kathrin Unterwurzacher hat sich bei ihrem Olympiadebüt in Rio de Janeiro gut geschlagen, aber letztlich mit Rang sieben in der Gewichtsklasse bis 63 kg abfinden müssen. Österreich wartet damit auch nach dem vierten Wettkampftag bei den Sommerspielen noch auf eine Medaille.

Nach einem Freilos in der ersten Runde besiegte die 24-Jährige Estefania Garcia aus Ecuador mit einer Waza-ari-Wertung, im Viertelfinale unterlag sie der auf dem dritten Platz der Weltrangliste liegenden Japanerin Miku Tashiro und rutschte in die Hoffnungsrunde, wo sie gegen die Niederländerin Anicka van Emden ausschied.

Unterwurzacher hatte schwierige Gegnerinnen zugelost bekommen. Tashiro stellte nun im Head-to-Head gegen die Österreicherin auf 2:0, Van Emden bereits auf 4:1, bei der einzigen Niederlage war diese aber verletzt gewesen.

 „Die anderen waren besser. Ich habe am Anfang eine Wertung abgegeben und leider nicht mehr aufholen können. Es will jede um eine Medaille mitkämpfen, da ist klar, dass jede voll Gas gibt. Leider hat es heute für mich nicht so gut geendet wie erhofft“, sagte die mit den Emotionen kämpfenden Unterwurzacher. Sie sei knapp dran gewesen, die Enttäuschung sei groß.

Unterwurzacher hatte daran geglaubt, dass van Emden schlagbar sei. „Ich wusste, dass es ein harter Kampf werden wird und ich alles geben musste, um sie besiegen zu können. Sie hat mich mit Routine auf Abstand gehalten, ich habe alles probiert, aber ihre Rechnung ging auf“, erzählte die EM-Silbermedaillengewinnerin von heuer. „Es hat nicht viel gefehlt. Ich werde hart weiterarbeiten.“

„Kathrin hat von Anfang an Druck gemacht. Ich mache ihr keinen Vorwurf, absolut null, sie kämpft wie eine Löwein, das ist eben Judo“, meinte Nationaltrainer Marko Spittka. „Sie hat aufzuholen probiert. Aber die Strategie dieser Athletin war, einfach nur die Arme lang reinzuhalten. Sie liegt ja vorne, sie hätte sich ja noch bestrafen lassen können“, sagte er über den Kampf gegen die Niederländerin, die mit dem Sieg in die Bronze-Entscheidung kam.

Als Strategie hatte er seinem Schützling mitgegeben, „angreifen bis zum geht nicht mehr“. Kathrin habe viel mehr Angriffe gemacht, die Gegnerin sich immer nur vorgeschmissen. Einmal sei es dieser aufgegangen. „2020 greifen wir wieder an, Kathrin ist gerade 24 geworden. Diese technisch-taktische Schule zur absoluten Weltklasse, die fehlt noch ein bisschen. Die bekommt sie in vier Jahren“, ist Spittka von Unterwurzacher überzeugt.

Bitter! Unachtsamkeit kostet Tirolerin Graf Judo-Bronze

Nicht eine Erkältung, nicht eine lädierte Schulter, sondern eine kleine Unachtsamkeit hat Bernadette Graf am Mittwoch bei den Olympischen Spielen in Rio die Bronzemedaille gekostet. Die 24-Jährige Tirolerin unterlag in der Judo-Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm der Britin Sally Conway mit einer Yuko-Wertung. Österreich wartet damit nach wie vor auf die erste Medaille bei den Sommerspielen.

„Wenn man sich vornimmt, eine Medaille zu machen, und dann so knapp scheitert, dann ist natürlich die Enttäuschung riesengroß. Ich habe einen Fehler gemacht, sie war mit den Füßen einen Moment schneller, und das hat die Medaille gekostet“, sagte Graf, die in den vergangenen zwei Tagen von einer Erkältung zurückgeworfen worden war.

„Aber dafür habe ich heute überraschender Weise gut gekämpft. Ich dachte nicht, dass es so gut mit der Luft geht. Aber auf der Matte kann man alles ausblenden.“ Wenn die erste Enttäuschung nachlassen wird, könne sie, meinte Olympiadebütantin Graf, mit dem fünften Platz auch zufrieden sein. „Irgendwann.“

Graf begann ihren Wettkampftag nach einem Freilos in der ersten Runde mit einem Sieg über die Brasilianerin Maria Portela im Golden Score dank Shido (Strafe für Gegnerin). Im Viertelfinale musste sich die WM-Fünfte von Astana 2015 der favorisierten Deutschen Laura Vargas Koch mit Ippon geschlagen geben, womit sie in die Hoffnungsrunde rutschte.

Die Kanadierin Kelita Zupancic erwies sich als zähe Gegnerin, die leicht favorisierte Graf (im Head to Head führte sie 3:2) setzte sich schließlich mit einer Waza-ari-Wertung gegen ein Yuko durch. Sie wurde allerdings von der Gegnerin in der letzten Minute am Boden heftig in die Mangel genommen und konnte nur mit Mühe und schmerzverzerrtem Gesicht einen Festhalter vermeiden.

„Lange hätte ich das nicht mehr ausgehalten. Erstens tat die Schulter weh und zweitens habe ich keine Luft mehr gekriegt, weil ihr Fuß quer über mein Gesicht drüber war. Aber zum Glück habe ich im Augenwinkel die Zeit runterrennen sehen. Dann war es zum Glück auch aus.“ Im folgenden Kampf wirkten schließlich „Adrenalin und Schmerztablette“, womit sie die Schmerzen im rechten Arm nicht spürte.

Es wartete Conway, gegen die Graf nach zwei Niederlagen heuer erstmals gewonnen hat. Und zwar im Februar beim Grand Prix in Düsseldorf, als sie nach einer halbjährigen Pause wegen eines Kreuzbandrisses mit fünf Ippon-Siegen auf dem Weg zum Turniererfolg ein sensationelles Comeback gab. „Einmal kurz nicht aufgepasst, und dann liegt man schon. Und dann meint man, man hat ewig Zeit, und auf einmal ist die Zeit vorbei.“

Trainer Marko Spittka erklärte, die Marschroute sei gewesen, auf den Konter zu warten. Aber die Britin habe zu wenig angegriffen und „die eine Chance definitiv genützt“. Graf sei die Bessere gewesen, aber das zähle nicht im Judo, man müsse die Wertung machen.

 

© tt.com: Unterwurzacher, Graf

Das ist das Ding – EM-Silber für Unterwurzacher

Nach einem durchwachsenen Auftakt in die heurigen kontinentalen Titelkämpfe in Kazan, standen heute gleich vier österreichische Judoka auf den russischen Tatami. Nach einer pompösen Show mit Orchester, hunderten Tänzern und Videoprojektionen über alle vier Mattenflächen eröffnete der russische Präsident und Judo-Aficionado Wladimir Putin die Judo-Europameisterschaften 2016 offiziell: „Die Schönheit und Präzision der Technik machen Judo zu einer ganz besonderen Sportart.“

Ganz besonders war an diesem Tag die Leistung von Kathrin Unterwurzacher (JZ Innsbruck, -63kg). Nach zwei souveränen und ungefährdeten Siegen über Daniela Kazanoi (BLR) und Ekaterina Valkova (RUS) traf Kathrin im Halbfinale auf die Israelin Yarden Gerbi. Beide Athletinnen attackierten mit starken Hüfttechniken und sorgten für spannende Stimmung in der Halle. Dreißig Sekunden vor Schluss nutzte Kathrin einen Harai-Goshi-Ansatz der Israelin aus und konterte sie auf Waza-ari. Nach erlaubten drei Shido war gewiss: Kathrin steht im Finale der Europameisterschaft. Dort wartete die aktuell stärkste Judoka bis 63kg, die slowenische Welt- und Europameisterin Tina Trstenjak. Die beiden Sportlerinnen schenkten sich nichts und starteten einen Schlagabtausch. Eineinhalb Minuten vor Schluss erarbeitete sich Trstenjak eine Bodensituation und hielt die Innsbruckerin fest. Somit stand fest: Die Medaille glänzt Silber. „Ich bin überglücklich. Das passende Wort ist „endlich“. Endlich hat es geklappt! Ich habe mich heute den ganzen Tag stark gefühlt und Freude am Kämpfen gehabt. So kann es in Richtung Olympia weitergehen“, strahlt Kathrin mit der Silbermedaille um den Hals.

„Ich bin total erleichtert und freue mich sehr für Kathrin und ihre erste Medaille bei einer EM. Und das ganze an meinem Geburtstag. Danke Kathrin und danke an das gesamte Team für die tolle Leistung!“ fügt Marko Spittka hinzu.

Mit dem Ziel die vierte Medaille bei einer Europameisterschaft in Folge zu erkämpfen, lagen die Erwartungen für Bernadette Graf (JZ Innsbruck) besonders hoch. Nach einem Freilos und einem soliden Erstrundensieg gegen Lior Wildikan aus Israel, traf Berni im Viertelfinale auf die Französin Fanny Estelle Posvite. Bereits viermal trafen die beiden Athletinnen aufeinander, bis dato verließ die Innsbruckerin die Matte immer siegreich. Nach einem für den Nationaltrainer umstrittenen Waza-ari für Posvite, schaltete Berni zwei Gänge nach oben und drückte ihrer Kontrahentin noch drei Shido auf. Leider reichte dies nicht, um am Ende als Gewinner dazustehen. In der Trostrunde wartete die amtierende Junioren-Weltmeisterin Szabina Gercsak (HUN). Trotz einer starken Anfangsphase warf die Ungarin Berni zuerst Yuko und dann Ippon und sicherte sich somit den Einzug in den Bronzemedaillenkampf.

Die Silbermedaille von Kathrin Unterwurzacher stellt an diesem heutigen Tag aus österreichischer Sicht alles in den Schatten. Grund zum Feiern gibt es somit allemal: Die Vize-Europameisterin und den Geburtstag von Nationaltrainer Marko Spittka.

© Presse ÖJV / Oliver Sellner