Patrick Gamper holt sich den Vizestaatsmeistertitel im Zeitfahren

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Einen wahren Krimi lieferten sich Österreichs Topzeitfahrer Matthias Brändle (Israel Start-Up Nation) und Patrick Gamper (Bora – hansgrohe) bei den österreichischen Staatsmeisterschaften im Zeitfahren. Bis zur zweiten und letzten Zwischenzeit lag der junge Tiroler noch vor dem ehemaligen Stundenweltrekordler. Aber dieser machte auf den letzten Kilometern den Rückstand gut und setzte sich hauchdünn um elf Sekunden vor seinem jungen Widersacher durch.

„So nervös war ich noch nie vor einer Meisterschaft. Ich wusste, dass Patrick ein superharter Gegner sein wird, der sich auch perfekt auf das Rennen vorbereitet hat“,

erklärte der Hohenemser.

Auf den ersten Kilometern sollte er mit dieser Annahme mehr als Recht behalten, denn über zehn Sekunden nahm ihm der Tiroler bis zur ersten Zwischenzeit schon ab.

„Ich konnte es bis zur zweiten Zwischenzeit auf sechs Sekunden verringern und im Finale hatte ich eine Topunterstützung aus dem Betreuerauto. Sie haben mich gepusht und am Hügel beim Gegenwind konnte ich das Blatt wenden“,

so Brändle, der im letzten Jahr viel gemeinsam mit Gamper auch trainierte.

„Ja, damit schaffe ich mir einen Gegner, aber mit Patrick ist es ein absolut würdiger. Er ist vom Typ her sehr ähnlich wie ich und irgendwann wird der Generationswechsel kommen. In diesem Jahr konnte ich ihn noch einmal abwehren“,

berichtete der Vorarlberger, der vor elf Jahren ebenfalls im Burgenland seinen ersten von bislang sechs Titel im Einzelzeitfahren errang.

„Es ist nicht selbstverständlich im ersten Profijahr gleich um den Meistertitel in der Eliteklasse zu fahren. Aber die Steigerung zum Vorjahr ist da und damit bin ich sehr zufrieden. Natürlich wollte ich aber gewinnen“,

fügte Gamper an, den mit Brändle nicht nur der Fahrertypus und die Konkurrenz, sondern auch eine enge Freundschaft verbindet:

„Er hat mir viel geholfen in den letzten Jahren.“

Mit einem Schnitt von fast 48 km/h fegten die beiden WorldTour-Profis über die Straßen rund um Lutzmannsburg.

„Ich bin mit der Hitze nicht ganz so gut zurechtgekommen und habe vielleicht ein wenig zu viel Gas gegeben zu Beginn“,

gestand sich Gamper ein, der im Vorjahr noch die Meisterschaften in der Klasse U23 gewonnen hatte. Dritter wurde der Wiener Felix Ritzinger (WSA KTM Graz), der ebenfalls auf den letzten Kilometern den Salzburger Johannes Hirschbichler (Union Raiffeisen Radteam Tirol) abfing.

„Eine Medaille war das Ziel meines Jahres. Viele wollten die Bronzemedaille und ich konnte mich durchsetzen“,

freute sich der für das steirische Kontinentalteam fahrende 23-Jährige. Die U23-Wertung sicherte sich der Oberösterreicher Tobias Bayer (Tirol KTM Cycling Team), der gleichzeitig auch die Führung in der Austrian Time Trial Series übernahm. Bei den Frauen gewann die Tirolerin Katharina Kreidl (Union Raiffeisen Radteam Tirol) die Meisterschaften der Klasse U23.

Bei den Frauen gibt geht das rot-weiß-rot gestreifte Meistertrikot im Kampf gegen die Uhr in Lutzmannsburg im Burgenland erneut an die Niederösterreicherin Anna Kiesenhofer (Cookina Graz), die sich nach dem Vorjahr zum zweiten Mal den Titel von Österreichs schnellster Fahrerin sichern konnte. Somit waren die Titelverteidiger im Einzelzeitfahren von 2019 waren auch in diesem Jahr nicht zu schlagen.

 

Ergebnisse:
Einzelzeitfahren Männer (ÖSTM):
1. Matthias Brändle (Israel Start-Up Nation)
2. Patrick Gamper (Bora – hansgrohe) + 0:11
3. Felix Ritzinger (WSA KTM Graz) + 0:27
4. Johannes Hirschbichler (Union Raiffeisen Radteam Tirol) + 0:51
5. Tobias Bayer (Tirol KTM Cycling Team) + 1:29

Einzelzeitfahren Frauen (ÖSTM):
1. Anna Kiesenhofer (Cookina Graz) 39:01.37
2. Astrid Lamprecht (SC Xterrians Jauntal) + 2:51
3. Christina Schweinberger (Doltcini-Van Eyck) + 3:26
4. Sarah Rijkes (Ceratizit WNT Pro Team) + 4:07
5. Sylvia Gehnböck (RC Format) + 4:18

 

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