Schubert gewinnt Boulder-Bewerb nach Schrecksekunde

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Zwei Bewerbe, zwei österreichische Siege zum Auftakt der Austria Climbing Summer Series 2020 in Innsbruck. Nach Johanna Färber bei den Damen gewann Jakob Schubert (ÖAV Innsbruck, TIR) bei den Herren den Boulder-Bewerb und damit den ersten Wettkampf seit der Zwangspause.

Dabei hatte der dreifache Weltmeister erst um die Finalteilnehmen bangen und kämpfen müssen: Im Halbfinale kamen ihm die technischen Boulder nicht entgegen, zudem riss eine Narbe am Knie wieder auf und beeinträchtigte ihn. Erst nach einem Einspruch und einer dadurch anerkannten Zone stieg Schubert als Halbfinal-Zweiter ins Finale der Top-6 auf.

„Für mich war das eine ganz klare Angelegenheit. Ich kannte den Stand und wusste, dass der Bonus für den Aufstieg ins Finale reicht – also habe ich alles daran gesetzt. Für mich war es damit geschafft und dann habe ich gehört, dass die Zone nicht gewertet wurde. Es tut mir leid für Florian, aber die Entscheidung war am Ende richtig“,

so der 29-jährige Tiroler.

Im Finale erreichte Schubert als einziger Athlet zwei Tops und sicherte sich den Sieg:

„Von der Platzierung her geht es natürlich nicht besser, aber es war ein hartes Stück Arbeit – und es geht schon auch darum, die Fehler zu erkennen und daran zu arbeiten. Heute wurden meine Schwächen nicht bestraft, im Weltcup wäre das ganz anders.“

Hinter Schubert folgte ein Trio aus Deutschland: Philipp Martin, Christoph Schweiger und Max Kleesattel belegten die Ränge zwei, drei und vier. Österreichs zweiter Finalteilnehmer, Stephan Rest (ÖAV Kuchl, SLBG), holte hinter dem Schweizer Sascha Lehmann Platz 6.

Die restlichen Österreicher waren im Semifinale nicht vom Glück verfolgt: Florian Klingler (ÖAV Innsbruck, TIR) rutschte durch Schuberts erfolgreichen Einspruch auf Rang sieben und verpasste somit das Finale, Nicolai Uznik (SV St. Johann i.R., KNT) legte wie Schubert Einspruch wegen einer vermeintlich gesicherten Zone ein und wurde abgewiesen.

Während Klingler die Enttäuschung schnell vergessen konnte, dauerte es bei Uznik länger bis der Ärger über die strittige Jury-Entscheidung verflogen war:

„Ich wusste, dass es zwischen Jakob, Flo und mir sehr eng wird im Kampf um den Finaleinzug, deshalb habe ich beim vierten Boulder ganz bewusst darauf geachtet, dass ich mir den Bonus hole. Wenn man dann mit einem zumindest fragwürdigen Schiesdrichterurteil aus dem Finale rausgekickt wird, bleibt schon ein fader Beigeschmack.“

Für KVÖ-Coach Kilian Fischhuber richtungsweisende Szenen:

„Für den einen oder anderen war es sicher ein Schuss vor den Bug, aber lieber bei der Summer Series als dann beim Weltcup – und das ist auch genau das, worauf wir abzielen. Sie müssen wieder ins Wettkämpfen reinkommen, so gesehen war es gelungen.“

Weiter gehtt es im Kletterzentrum Innsbruck mit den Speed-Bewerben. Um 11 Uhr startet die Qualifikation der Herren, im Anschluss folgt das Finale. Schubert:

„Ich bin gespannt, wie müde ich morgen sein werde – aber hoffe schon, dass da noch etwas geht. Die drei Runden und vor allem die Hitze haben mich schon ein bisschen Haut gekostet, ich werde trotzdem versuchen, noch einmal g’scheit Gas zu geben.“

 

© austriaclimbing  Foto: GEPA / KVOE – Andreas Aufschnaiter