Großer Schritt für das große Ziel

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Für ihren großen Traum von den Olympischen Spiele 2020 setzt Kunstturnerin Elisa Hämmerle einen mutigen Karriere-Schritt: Die 23-jährige Vorarlbergerin hat sich entschlossen, in die Niederlande zu ziehen.

Im späten Frühjahr übersiedelte sie von Innsbruck nach Hoofddorp, einem Vorort von Amsterdam. Dort trainiert Hämmerle jetzt unter der Leitung von Patrick Kiens u.a. gemeinsam mit Topstar Eythora Thorsdottir.

Zur Erinnerung: Hämmerle galt als aussichtsreichste österreichische Kunstturn-Olympiakandidatin für Rio 2016, ehe sie sich beim Training zur entscheidenden Qualifikation beim „Olympic Test Event“ vor Ort in Brasilien die Achillessehne riss. Die 19-fache Staatsmeisterin, die schon 2013 im EM-Mehrkampffinale gestanden hatte, gab aber nicht auf. Die heute 23-jährige Vorarlbergerin kämpfte sich in einem mühsamen Rehaprozess im Olympiazentrum Tirol zurück – die körperliche Regeneration verlief nicht immer optimal – und gelangte Mitte 2018 mit zweimal Einzelgeräte-Gold bei der Staatsmeisterschaft (Stufenbarren, Schwebebalken) wieder an die heimische Spitze. Im Herbst 2018 folgte dann sogar Hämmerles vierte Weltcup-Medaille. Jetzt geht es darum, bei der WM im Herbst in Stuttgart – der Tag X ist der Freitag, 4. Oktober 2019 ab 15:30 Uhr – eine entsprechend starke Mehrkampf-Leistung zu zeigen und (den) einen (für Österreich) möglichen Olympia-Quotenplatz zu holen. Wer die drei Österreicherinnen bei der Stuttgart-WM sein werden, steht noch nicht fest: Neben Hämmerle arbeiten auch Marlies Männersdorfer, Jasmin Mader und Bianca Frysak darauf hin.

In den Niederlanden gehört Elisa Hämmerle einer internationalen Trainingsgruppe an – mit Mandy Maghoub ist neben Topstar Thorsdottir auch eine ägyptische Olympiahoffnung ihre neue Trainingspartnerin – in der sie sich „großartig aufgehoben und willkommen fühlt.

Es war die beste Entscheidung, die ich für meine Sportkarriere treffen konnte, hierher zu übersiedeln. Ich habe ein für mich optimales Umfeld und alles, was ich benötige, um mich weiter zu entwickeln. Das könnte nicht motivierender sein.“

Auf ihre Olympiachancen angesprochen meint Hämmerle: „Meine Trainer (neben Patrick Kiens auch Daymon Montaigne-Jones, Anm.) gehen davon aus, dass man mit 51 WM-Mehrkampfpunkten sicher die Qualifikation schaffen wird, vielleicht auch knapp darunter. Mein Ziel für Stuttgart sind 52 Punkte, die dementsprechenden Küren bereite ich vor.“ Und soll Tokio 2020 der abschließende Karriere-Höhepunkt der Sportsoldatin sein? „Das kann ich jetzt noch nicht sagen. Ich turne einfach für mein Leben gerne. Doch vor allem geht es mir nun natürlich darum, dass ich beim dritten Anlauf mein großes Ziel Olympia endlich erreiche!“

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