Erster Weltcupsieg für Pilz

Erster Weltcupsieg für Pilz

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Chamonix (FRA): Der Weltcup in Chamonix ist der einzige Bewerb im IFSC-Kalender, der sich nicht an ein Wochenende hält, sondern an den Französischen Nationalfeiertag, an dessen Vorabend jedes Jahr das Finale stattfindet. In Chamonix funktioniert das, weil das Städtchen am Fuß des Mont Blanc der Bergsteiger-Ort schlechthin ist. Der Bewerb gilt als das Highlight im Vorstieg Weltcup. Der Bewerb erfreut sich entsprechender Zuschauerzahlen, heuer waren mehrere Tausend Zuschauer vor Ort als Jessica Pilz ihren ersten Sieg im Weltcup feierte.

Gemischte Gefühle in der Qualifikation

Zwei Tops in der Qualifikation der Herren gelangen nur Jakob Schubert und Alexander Megos (GER). Max Rudigier, der in der Vorwoche in Villars noch Rang 5 erreicht hatte, machte in beiden Qualifikationsrouten weit unten Flüchtigkeitsfehler und musste sich mit dem enttäuschenden 76. Rang zufriedengeben. Georg Parma verpasste knapp die Weltcuppunkte und wurde 32. Florian Klingler wurde 90. Bei den Damen qualifizierten sich Jessica Pilz, Hannah Schubert und Julia Fiser ohne Probleme. Katharina Posch erreichte das Halbfinale als 25. Für Christine Schranz (39.) und Magdalena Röck (59.) lief es nicht wie erhofft, sie schieden in der Qualifikation aus.

Jessica Pilz und Jakob Schubert im Halbfinale nicht zu schlagen

Im Halbfinale kletterte Jessica Pilz wie entfesselt bis fast zum Top und zog auf Zwischenrang eins ins Finale ein. Hannah Schubert schaffte den Aufstieg ebenfalls mit einer sehr kämpferischen Leistung. Ihr Bruder, Jakob Schubert, beeindruckte im Halbfinale mit einer Demonstration der Stärke. Er kletterte deutlich weiter als die Konkurrenz. Katharina Posch (20.) und Julia Fiser (22.) stürzten beide in einer schwierigen Passage, die die Hälfte aller Halbfinalistinnen stoppte.

Jessica Pilz schafft ihren ersten Weltcupsieg!

Nach vier dritten und sechs zweiten Plätzen kam der große Moment von Jessica Pilz ausgerechnet am Tag nach dem Rücktritt der zweifachen Ex-Weltmeisterin Anna Stöhr. Nach dem ersten Zwischenrang im Halbfinale startete sie als Letzte ins Finale. Janja Garnbret (SLO) war stark geklettert und hatte es bis zum letzten Zug geschafft, die Latte lag also hoch. Nach einem nervösen Start fand Jessica Pilz in Routenmitte zu sich und legte einen unwiderstehlichen Auftritt hin, der erst endete, als sie den Umlenker eingehängt hatte. Nachdem es oft knapp nicht geklappt hatte, war ihr erster Sieg im Weltcup letztlich ungefährdet. „Zu Beginn der Finalroute war ich sehr nervös. Es ist immer speziell, als Letzte aus der Isozone zu kommen. Je höher ich kam, desto mehr genoss ich es. Ich wollte unbedingt zum Top. Besser kann ein erster Weltcupsieg glaube ich nicht sein: Vor diesem Publikum in Chamonix das Finale durchsteigen und gewinnen… es fühlt sich unglaublich an!“, so die 21-jährige Niederösterreicherin. Hannah Schubert zeigte im vierten Finale ihrer Karriere eine starke Leistung und wurde Achte. Die Slowenin Janja Garnbret wurde Zweite, Kim Jain (KOR) wurde Dritte.

Jakob Schubert holt Rang 2 und damit seinen 11. Podestplatz in Folge im Vorstieg

Im Herrenfinale kletterte der vorletzte Starter Stefano Ghisolfi (ITA) zum Top. Das bedeute, dass Jakob Schubert ebenfalls durchsteigen musste um aufgrund seines besseren Halbfinalergebnisses zu gewinnen. Der 27-jährige Innsbrucker kletterte sicher bis in die Schlusspassage, stürzte jedoch ein paar Züge vor dem Umlenker. Sein starker Auftritt wurde mit Rang 2 belohnt, es ist sein 11. Podestplatz in Folge im Vorstieg.

„Es freut mich, dass ich im Moment so konstant bin. Über den zweiten Platz freue ich mich auch! Stefano Ghisolfi war im Finale der Beste. Das Halbfinale hat mir besser gefallen, in Finale kam es mehr auf Taktik an, weil es leichter war. Ich bin oben mit der falschen Hand rauf, sonst wäre vielleicht der Sieg drin gewesen. Heute steht die Jessy auf jeden Fall im Mittelpunkt, ein solcher Sieg hier in Chamonix, und dann auch noch der Erste… das freut mich voll für sie!“, so der Tiroler nach dem Finale.

Rang 3 ging an Alexander Megos (GER).

Speed: Spezialisten und Kombinierer am Start 

Bei den Herren wurde Matthias Erber mit einer Zeit von 6.80 Sekunden 27. Lukas Knapp lief in 7.09 Sekunden auf den 33. Platz. Jakob Schubert konnte mit 8.03 Sekunden und Rang 53 sein zweites Speed-Resultat dieser Weltcupsaison verbuchen. Jessica Pilz, die in 10.89 Sekunden 42. wurde, verbuchte ihr erstes Speed-Ergebnis. Um im Kombinationsweltcup gewertet zu werden, sind mindestens zwei Ergebnisse pro Disziplin notwendig. Pilz und Schubert haben aufgrund starker Ergebnisse im Bouldern auch in diesem Ranking gute Chancen auf eine Topplatzierung. Alexandra Elmer wurde mit 9.00 Sekunden 22., Nina Lach lieft auf Rang 28 (9.40 Sekunden).

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© austriaclimbing.com / Bild: Heiko Wilhelm