Die Nr. 1 der Kunstturn-Staatsmeisterschaft: 5x Gold, 1x Silber für Alexander Benda!

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Die Kunstturn-Staatsmeisterschaften am 7./8. November 2020 waren die 74. und organisatorisch die bislang ungewöhnlichsten: Corona-Tests für alle, Abstand halten, Schutzmasken sogar bei den Siegerehrungen, kein Publikum vor Ort, keine physisch geteilten Emotionen usw. Normalerweise sind die Staatsmeisterschaften der österreichweite Höhepunkt der Saison. Heuer waren sie für den Gutteil der Turner/innen der einzige Wettkampf überhaupt. Dennoch gab es einige Gründe zur Freude!
Alexander Benda krönte sich bei der Staatsmeisterschaft im Kunstturnen in Egg/Bregenzerwald zum insgesamt erfolgreichsten Teilnehmer: Der 23-jährige Grazer sicherte sich nach zwei Siegen am Samstag (Mehrkampf und Mannschaft) am Sonntag außerdem die Hälfte der Gerätefinaltitel – Boden, Barren und Reck. Mit viermal Gold – ebenfalls Mehrkampf, Mannschaft und die Hälfte der vier Frauen-, bei sechs Männer-Finali – folgte ihm Vorarlbergs Lokalmatadorin Marlies Männersdorfer in der Erfolgsbilanz auf Position zwei.
Alexander Benda über seine bemerkenswerte Medaillensammlung:

„Nach dem anstrengenden Mehrkampf noch drei weitere Finaltitel, das freut mich sehr. Besonders meine super gelungene Reckkür ganz zum Schluss beweist mir, dass sich meine Formkurve genau richtig entwickelt. Ich bedanke mich bei allen, die es möglich gemacht haben, dass diese Meisterschaft trotz Corona und Lockdown stattfinden konnte.“

Weiter in der Erfolgsbilanz: Die Nummer 3 war Ricardo Rudy (OÖ) mit 2x Gold, 2x Silber und 2x Bronze – vor Elisa Hämmerle (V, 2x Gold, 2x Silber) und Vinzenz Höck (2x Gold, 1x Silber). Manuel Arndold sicherte sich Silber im Einzel Mehrkampf der Männer und Bronze in der Mannschaftswertun für Tirol. Bianca Frysak konnte sich Bronze am Stufenbarren erturnen!

Aus dem außergewöhnlichen Corona-Jahr 2020 resultierten für Österreichs Kunstturn-Szene zwei positive Entwicklungen: Die heimische Spitze konnte – wo zuvor vorhanden, was bekanntlich im Spitzensport nirgends selten ist  – Verletzungen und Überlastungsprobleme in Ruhe ausheilen, präsentierte sich fit und gesund. Darüber hinaus hatten quer durch die Trainingszentren fast alle das monatelange Nur-Training zum deutlichen Aufstocken der Schwierigkeitswerte ihrer Kürübungen und zum Feilen an turntechnischen Feinheiten genützt.

Allerdings: damit alles im Ernstfall wirklich „sitzt“, braucht es normalerweise einige Vorbereitungs-Wettkämpfe als Test- und Nachjustier-Gelegenheit. Das Ergebnis: es wurde so schwierig geturnt, wie noch nie in Österreich – ein immenser Fortschritt. Es gab allerdings auch überdurchschnittlich viele Unsicherheiten und Fehler bei den Allerbesten, die die Medaillenvergaben beeinflussten und entschieden. So mussten beispielsweise ALLE Turnerinnen des Schwebebalken-Finales zumindest einmal vom Gerät. Insgesamt überwog die positive Entwicklung jedoch eindeutig.

© oeft.at  Bild: GEPA Pictures – Hans Oberlaender